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Hörgesundheit: Unsere Angebote für gesunde Ohren

Die Welt, in der wir leben, wird immer lauter – Verkehrslärm, Telefonkonferenzen oder Musikstreaming begleiten uns überall hin. Diese Dauerbeschallung sorgt nicht nur für Stress, sondern schadet auch dem Hörvermögen: Schwerhörigkeit, Tinnitus oder ein Hörsturz können entstehen. Deshalb haben wir ein offenes Ohr für Ihre Anliegen rund um die Hörgesundheit – und die passenden Angebote.

Hörstörungen: Therapie und Hilfsangebote

Wer sein Gehör ganz oder teilweise verliert, dem kommt damit auch ein wichtiger Teil seines Soziallebens abhanden. Denn: Sprache und akustische Signale spielen in der menschlichen Kommunikation eine bedeutende Rolle. Umso wichtiger ist es, Hörstörungen oder belastende Ohrgeräusche wie Tinnitus möglichst ganzheitlich zu behandeln. Bei der IKK classic unterstützen wir Ihre Hörgesundheit mit Angeboten, Hilfsmitteln und kompetenter Beratung.

Tinnitracks – den Tinnitus per App abschalten

Das Ziel von Tinnitracks: Die Lebensqualität von Tinnitus-Patienten verbessern. Die App erstellt aus Ihren Lieblingssongs eine spezielle Playlist, denn: Das Hören passender Musik kann die störenden Ohrgeräusche verstummen lassen.

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schwerhörige junge Frau trainiert ihre Aussprache bei einer Sprachtherapeutin © Getty Images

Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie

Eine hochgradige Schwerhörigkeit kann auch das Sprechen erschweren. Gezielte Übungen bei einem Sprachtherapeuten können Betroffenen helfen, ihre Sprache wiederzufinden. Wir übernehmen die Kosten.

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junger Mann mit Hörgerät © Getty Images

Versorgung mit Hörgeräten

Hörgeräte geben schwerhörigen Menschen ein Stück Alltag zurück, denn: Sie können damit an Gesprächen teilhaben und ihre akustische Umwelt wahrnehmen. Deshalb übernimmt die IKK classic die Kosten.

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Patient nutzt eine digitale Gesundheitsanwendung auf seinem Smartphone, das Display zeigt eine Röntgenaufnahme © IKK Classic

Digitale Helfer

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können bei der Erkennung und Behandlung von Krankheiten sowie der Verbesserung Ihrer Lebensqualität unterstützen. Die IKK classic übernimmt die Kosten.

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junge Frau entspannt mit Hilfe einer Meditationsübung © fizkes

Entspannen mit der IKK classic

Die Hörgesundheit kann durch Stress beeinträchtigt werden. Wie wäre es mit Yoga, PMR oder autogenem Training? Wählen Sie aus zahlreichen Entspannungsangeboten eines aus, das zu Ihnen passt.

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Hörgesundheit und Schwerhörigkeit: Wenn die Welt verstummt

Schwerhörigkeit ist eine Krankheit der Gehörgänge, die im Laufe des Lebens jeden Menschen treffen kann. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit rund 466 Millionen Menschen und damit mehr als fünf Prozent der Weltbevölkerung betroffen, darunter allein rund 5,8 Millionen Deutsche. Tendenz steigend. 

Zwar leiden altersbedingt vor allem ältere Menschen an Schwerhörigkeit, doch auch immer mehr jüngere Menschen sind von Hörstörungen betroffen. Trotzdem warten Menschen mit Hörverlust durchschnittlich rund zehn Jahre, bis sie etwas dagegen unternehmen. Dabei sind die Behandlungsmöglichkeiten mittlerweile enorm erfolgsversprechend – selbst bei einem weit fortgeschrittenen Hörverlust.

Schwerhörigkeit kann auch plötzlich eintreten: Beim sogenannten Hörsturz, auch Ohrinfarkt genannt, hören Betroffene plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auf einem Ohr schlechter – bis hin zum völligen kurzzeitigen Gehörverlust. Bei einem Hörsturz können gleichzeitig Ohrengeräusche auftreten. Ein sogenannter Tinnitus, der oft als ein anhaltendes hohes Fiepen wahrgenommen wird. Wie hängt das zusammen?

Was ist Schwerhörigkeit?

Allgemein wird unter Hörverlust oder Schwerhörigkeit, auch Hypakusis genannt, eine Einschränkung des Hörvermögens verstanden. Dieser entsteht, wenn Schallwellen über den äußeren Gehörgang zum Gehirn nicht mehr ungehindert in elektrische Impulse verarbeitet und in Töne umgewandelt werden können, weil auf dem Weg dahin eine Störung oder Erkrankung auftritt. 

Sie kann von einer geringen Beeinträchtigung bis hin zum kompletten Hörverlust reichen, sowohl plötzlich akut als auch dauerhaft chronisch anhalten, angeboren oder erworben sein oder sich nur auf bestimmte Frequenzen und Situationen beschränken – beispielsweise die Unfähigkeit, Gesagtes in lauter Umgebung zu verstehen, den sogenannten Cocktail-Party-Effekt. Bei Menschen, die nur noch einzelne Töne und Geräusche oder gar keine Laute mehr hören können, spricht man von Gehörlosigkeit.

Welche Arten von Schwerhörigkeit gibt es?

Mediziner unterscheiden allgemein drei Arten von Schwerhörigkeit. Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit gelangt der Schall nicht mehr ausreichend vom Außenohr über das Mittelohr bis zum Innenohr. Meistens liegt die Ursache dafür im Gehörgang, in Form einer Fehlbildung, einer Entzündung oder eines Tumors. Auch eine Verstopfung des Gehörgangs ist möglich, beispielsweise durch Ohrenschmalz. Darüber hinaus können auch Trommelfell-Schäden, eine Mittelohrentzündung oder die Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr Auslöser sein. Die Betroffenen nehmen Alltagsgeräusche deutlich leiser wahr und haben dabei oft das Gefühl, wie durch Watte zu hören.

Eine Schallempfindungsstörung entsteht wiederum, wenn Schallwellen zwar vom Trommelfell und den Gehörknöchelchen korrekt weitertransportiert, danach aber nicht richtig verarbeitet und weitergeleitet werden. Meist ist der Grund eine gestörte beziehungsweise irreparabel geschädigte Funktion des Cortischen Organs im Innenohr. Hier wandeln die Haarzellen normalerweise die Schallwellen in elektrische Signale um, die der Hörnerv anschließend an die Hörrinde im Gehirn weiterleitet. Ursache für Störungen im Innenohr sind beispielsweise Unfälle oder langfristige Hörschäden durch permanenten Lärm wie bei Konzerten oder auf Baustellen. Diese Form wird auch als Lärmschwerhörigkeit bezeichnet.

Die dritte Art der Schwerhörigkeit ist die Schallverarbeitungsstörung. Bei dieser Form der Schwerhörigkeit verarbeitet das Hirn die Signale aus dem Ohr nicht richtig. Hier wird zwischen neuraler und zentraler Schwerhörigkeit unterschieden. Die neurale Schwerhörigkeit betrifft den Hörnerv, der die Nervensignale aus dem Innenohr zur Hörrinde im Gehirn leitet. Bei der zentralen Schwerhörigkeit liegt eine Störung der Hörbahn vor, sodass die Nervensignale aus dem Innenohr nicht mehr richtig verarbeitet werden. Hier kann die Person Schallsignale zwar hören, aber nicht mehr verstehen. Ursache hierfür können ein vorangegangener Schlaganfall, eine Gehirnentzündung, eine Hirnblutung, Schädel-Hirn-Traumata oder Fehlbildungen sein.

Wenn sowohl die Weiterleitung des Schalls durch das Innenohr beeinträchtigt ist und die Haarsinneszellen zur gleichen Zeit beschädigt sind, ist die Rede von einer kombinierten Schwerhörigkeit. Ein kombinierter Hörverlust ist also sowohl eine Schallleitungsschwerhörigkeit als auch eine sensorineurale Schwerhörigkeit. Die Ursachen dieser Formen von Schwerhörigkeit sind krankhafte Veränderungen des Innenohrs oder der Hörnerven. In manchen Fällen leitet der Hörnerv die empfangenen Signale nicht richtig an das Gehirn weiter. Auch diese können durch Fehlbildungen, Entzündungen, Nervenverletzungen, Tumore, Schädelverletzungen und verschiedene Krankheiten ausgelöst werden. Ein Hörsturz, also wenn der Betroffene das Hörvermögen von einem auf den anderen Tag verliert, begünstigt diese Störung.

Welche Grade von Schwerhörigkeit gibt es?

Je nachdem welche Lautstärke und Tonhöhe eine Person nicht mehr hört, unterscheiden Ärzte verschiedene Grade der Schwerhörigkeit. Dabei gilt: Weicht die Hörfähigkeit um maximal 20 Dezibel (dB) von der normalen Hörschwelle ab, liegt keine Schwerhörigkeit vor. Dann sprechen Ärzte noch von Normalhörigkeit. Eine Hörstörung liegt vor, wenn der Betroffene einen Hörverlust von über 20 dB hat. Bei der geringgradigen Schwerhörigkeit hört die Person dabei zum Beispiel das Ticken einer Armbanduhr nicht mehr. Das entspricht einem Hörverlust von 21 bis 40 dB. 

Bei der mittelgradigen Schwerhörigkeit nimmt der Betroffene keine Umgebungsgeräusche mehr wahr. Das macht einen Hörverlust von 41 bis 60 dB aus. Bei der hochgradigen Schwerhörigkeit werden Gespräche nicht mehr gehört. Hier kommt ein Hörverlust von 61 bis 80 dB zum Tragen. Und bei der Resthörigkeit oder Taubheit kann der Betroffene auch keine lauten Geräusche mehr wahrnehmen. Selbst Presslufthammer oder Discomusik, die über 81 dB laut sind, bleiben dann stumm.

Was ist Altersschwerhörigkeit?

Die Altersschwerhörigkeit, auch Presbyakusis genannt, ist eine Hörminderung, die beim Menschen etwa ab dem 50. Lebensjahr auftritt – vom zunehmenden Hörverlust hoher Frequenzen bis zum Verlust des Sprachverständnisses in lauten Umgebungen. Dies liegt vor allem an Verschleißerscheinungen an den Haarzellen des Innenohres, aber auch der Hörnerv und das Hörzentrum werden beeinträchtigt. Altersschwerhörigkeit wird beschleunigt, wenn Umwelteinflüsse oder andere Faktoren wie Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen, erbliche Veranlagung oder Nikotinkonsum hinzukommen. Geräusche werden außerdem schneller als schmerzhaft empfunden. Viele Betroffene leiden vermehrt unter einem konstanten Ohrgeräusch, dem sogenannten Tinnitus. 

Tinnitus: Woher kommt das Pfeifen im Ohr?

Fast jeder hat im Laufe seines Lebens Ohrgeräusche wahrgenommen. Ob es brummt, zischt oder pfeift – das ist völlig normal. Wenn die Ohrgeräusche allerdings immer wieder über einen längeren Zeitraum wahrgenommen werden, handelt es sich um einen Tinnitus. Das ist ein Geräusch, das nicht aus der Umwelt kommt, sondern vom Betroffenen selbst erzeugt wird. Ein chronischer Tinnitus wird oft durch einen Hörsturz hervorgerufen. Unterschieden wird zwischen objektivem und subjektivem Tinnitus. 

Objektiver Tinnitus: Diese Geräusche sind auch von außen zu hören. Oft werden die Geräusche von einer Geräuschquelle im Innenohr erzeugt – sei es über Gefäße, Muskeln oder die Atmung. Ursachen können demzufolge unter anderem Gefäßverengungen, unwillkürliche Muskelzuckungen im Mittelohr oder Gaumen, Herzklappenerkrankungen oder auch ein gutartiger Tumor an der Kopfschlagader sein.

Subjektiver Tinnitus: Hierbei gibt es keine klare Schallquelle, dennoch führt eine fehlerhafte Informationsvermittlung dazu, dass Betroffene ein Geräusch hören. Dessen Entstehung ist nicht komplett zu erklären und kann viele Ursachen haben. Diese können generell Schwerhörigkeit, emotionale Belastung, Entzündungen im Mittel- oder Innenohr oder der Verschluss des Gehörgangs durch Fremdkörper oder Ohrenschmalz sein.

Hörsturz – was tun?

Ein Hörsturz muss ernst genommen werden, es ist aber kein Notfall. Ohne Vorwarnung verlieren Betroffene teilweise oder ganz ihr Hörvermögen auf einem Ohr, begleitet von einem Druckgefühl wie "Watte im Ohr" oder einem Tinnitus. Meist normalisiert sich der Zustand nach wenigen Stunden wieder – dauert er länger als zwei Tage, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Die Ursachen für einen Hörsturz sind nicht abschließend erforscht. Mögliche Auslöser können Durchblutungsstörungen, Virusinfektionen oder bakterielle Infektionen sein. Allerdings kann auch das Heben von schweren Lasten zu Verletzungen im Ohr führen, die einen Hörsturz auslösen können, ebenso ein erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck oder Rauchen. 

Wie behandelt man Schwerhörigkeit?

Schwerhörigkeit ist nicht immer heilbar, abhängig von deren Ursachen und dem Ausmaß des Hörverlustes. Manchmal reicht die Reinigung des Ohres, wenn das Ohrenschmalz oder ein anderer Fremdkörper den Gehörgang verstopft. Ist die Schwerhörigkeit alters- oder lärmbedingt, lässt sich das Hörvermögen nicht wiederherstellen. In dem Fall sollte möglichst schnell ein Hörgerät angepasst werden, damit das Gehirn die Verarbeitung der Töne nicht verlernt. 

Geht die Schwerhörigkeit auf eine Infektion des Hörorgans oder der Hörnerven zurück, müssen die Erreger bekämpft werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Virustatika oder Antibiotika. Bei einem Hörsturz oder einem akustischen Trauma wird meist eine Infusion mit einem Mix aus verschiedenen Medikamenten verabreicht.

Liegt die Ursache für das Hörproblem im Gehirn, ist ein gezieltes Hör- und Sprachtraining notwendig. Ein defektes Trommelfell kann ein Chirurg mit körpereigener Muskel- oder Knorpelhaut abdecken. Bei der sogenannten Tympanoplastik wird bei bestimmten Krankheitsbildern die Schallleitungskette im Mittelohr wiederhergestellt oder das Trommelfell verschlossen und so eine Schallleitungsstörung behandelt.

Risikofaktoren vermeiden – so kann man sein Gehör schützen

Spezielle vorbeugende Maßnahmen gegen Schwerhörigkeit gibt es nicht. Jedoch sollte man diese Risikofaktoren meiden:

  • Dauerhafter Lärm

    Bei Konzert- oder Clubbesuchen sollten Ohrstöpsel genutzt werden, um das Gehör zu schützen. Gehörschutz sollte auch bei Arbeiten mit hoher Lärmbelastung genutzt werden.

  • Wasser

    Beim Duschen oder Schwimmen sollten Sie darauf achten, dass nicht zu viel oder verschmutztes Wasser in den Gehörgang gerät, da dies Entzündungen auslösen kann.

  • Suchtmittel

    Auch eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann der Schwerhörigkeit entgegenwirken, da insbesondere übermäßiger Alkohol und starkes Rauchen die Funktionalität des Gehörs beeinflusst.

  • Stress

    Stress löst zwar nicht unmittelbar Schwerhörigkeit oder einen Tinnitus aus, allerdings leidet gut ein Viertel aller Menschen mit chronischem Tinnitus unter Stress. Diese Dauerbelastung kann die Ausbildung eines chronischen Tinnitus begünstigen. Denn Gefühle wie Angst und Hilflosigkeit beim Hören der Ohrgeräusche können den Tinnitus auf Dauer verstärken.

IKK Med

Haben Sie Fragen zu einer Krankheit, Behandlung oder einem Medikament? Dann fragen Sie uns gern. Über unsere kostenlose Hotline IKK Med stehen Ihnen unsere Experten zu Verfügung und beraten Sie zu medizinischen Angelegenheiten.

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