Ein Tisch mit Mikrofon, Laptop und Kaffeetasse

Folge #38 – Perfektionismus: Wenn dein Anspruch dich stresst

Du willst deine Sache richtig gut machen. Aber was, wenn aus „Ich will es gut machen“ irgendwann „Es muss perfekt sein“ wird? In dieser Folge spricht Psychotherapeutin Urooba mit Koch Dan (@_danskitchen_) über Perfektionismus, Leistungsdruck und die Frage: Wann motiviert uns unser eigener Anspruch – und wann macht er uns das Leben unnötig schwer?

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Du gibst dir Mühe, kontrollierst lieber noch einmal und bist erst zufrieden, wenn wirklich alles passt. Klingt nach einer guten Einstellung – oder? Urooba und Koch Dan (@_danskitchen_) sprechen in dieser Folge darüber, wenn aus einer guten Einstellung psychischer Druck wird, der sogar unserer Gesundheit schaden kann, und wie man es vermeidet.

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Klar, Perfektionismus kann dich bremsen. Aber du solltest ihn immer so behandeln, dass er dich eben besser macht.

Dan Braumüller

Koch

Perfektionismus: Kennst du das?

„Das hätte noch besser sein können.“, „Wenn ich es mache, dann richtig.“, „Ich bin erst zufrieden, wenn wirklich alles perfekt ist.“

Wenn du dich darin wiedererkennst, bist du damit nicht allein.

Perfektionismus bedeutet nicht einfach, dass jemand gerne gute Arbeit leistet. Es geht vielmehr darum, sehr hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen und den eigenen Wert oder Erfolg stark daran zu knüpfen, diese Ansprüche zu erfüllen.

Das kann antreiben. Gleichzeitig kann permanenter Perfektionsdruck Stress erzeugen – besonders dann, wenn „gut“ sich nie gut genug anfühlt.

Ein Selfie von Dan Braumüller
Credit: C3

Die Geschichte von Dan

Nicht viele Menschen können von sich behaupte, dass sie schon mit 6 genau wussten, was mal werden wollen – und das auch konsequent umgesetzt haben. Aber für Dan (@_danskitchen_) war schon als Kind klar: Meine Zukunft liegt in der Küche. Da überrascht es auch wenig, dass er in seinen 20ern das Restaurant übernommen hat, in dem er mit 12 sein erstes Praktikum machte. Nicht überraschend, dass er sich mit dem Thema Perfektionismus gut auskennt. „In der Küche muss immer alles akkurat sein. Wenn etwas nicht an seinem Platz liegt, dann kann das den ganzen Ablauf ruinieren“, sagt er über seinen Beruf. Er weiß aber auch, wie die eigenen hohen Ansprüche überhandnehmen können – bis hin zum Herzinfarkt. Mit Urooba redet der Koch und Geschäftsmann darüber, wie hohe Ansprüche uns pushen können und wie man ein gesundes Maß erreicht.

Gesunder oder ungesunder Perfektionismus?

Nicht jeder hohe Anspruch an sich selbst ist schlecht. Entscheidend ist, wie du mit deinen eigenen Ansprüchen umgehst.

Gesunder Perfektionismus

Du möchtest gute Arbeit leisten, setzt dir ambitionierte Ziele und bist bereit, dafür zu lernen. Wenn etwas nicht perfekt läuft, kannst du es akzeptieren und daraus lernen. Du kannst auch mal sagen: „Das ist gut genug.“

Ungesunder Perfektionismus

Du hast das Gefühl, immer perfekt sein zu müssen. Fehler fühlen sich schnell wie persönliches Versagen an und Erfolge reichen oft nicht aus. Du bist erst zufrieden, wenn alles deinen hohen Erwartungen entspricht – und setzt dich dadurch dauerhaft unter Druck.

Der entscheidende Unterschied: Gesunder Perfektionismus lässt Raum für Fehler und Erholung. Ungesunder Perfektionismus macht deinen eigenen Wert davon abhängig, alles richtig zu machen.

Wann wird Perfektionismus zum Problem?

Hohe Ansprüche können eine Stärke sein. Du bist motiviert, sorgfältig und möchtest dich weiterentwickeln.

Schwierig wird es, wenn du das Gefühl hast, keine Fehler machen zu dürfen.

Vielleicht kennst du Situationen wie:

  • Du arbeitest viel länger an einer Aufgabe als eigentlich nötig.

  • Du kannst nach einem Fehler kaum abschalten.

  • Du vergleichst deine Leistung ständig mit der anderer.

  • Lob kannst du nur schwer annehmen.

  • Du schiebst Aufgaben auf, weil du Angst hast, sie nicht perfekt zu schaffen.

  • Du fühlst dich trotz guter Leistungen häufig nicht zufrieden.

Dann kann es helfen, den eigenen Anspruch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

5 Tipps gegen Perfektionsdruck

  • 1. Definiere, was „gut genug“ bedeutet. Bevor du mit einer Aufgabe startest, überlege: Was muss wirklich erfüllt sein? Ein klarer Maßstab hilft dabei, nicht endlos weiterzuarbeiten.

  • 2. Erlaube dir Fehler. Fehler sind kein Beweis dafür, dass du etwas nicht kannst. Gerade am Anfang eines Berufslebens gehören sie zum Lernen dazu.

  • 3. Hör auf, dich ständig zu vergleichen. Du kennst bei dir jeden Fehler und jeden Zweifel. Bei anderen siehst du meistens nur das Ergebnis. Das ist kein fairer Vergleich.

  • 4. Feiere auch kleine Erfolge. Du musst nicht erst etwas Großes erreichen, bevor du stolz auf dich sein darfst. Was hat heute gut funktioniert? Was hast du gelernt? Was hast du geschafft?

  • 5. Mach Pausen – ohne schlechtes Gewissen. Leistung braucht Erholung. Eine Pause ist keine verlorene Zeit, sondern hilft deinem Körper und deinem Kopf, wieder Energie zu bekommen.

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