Drei unerkenntliche Personen umarmen sich von hinten

Depression: erkennen und behandeln

Eine Depression ist eine ernste Erkrankung. Die IKK classic steht Ihnen sowohl präventiv als auch unterstützend zur Seite. Sie fragen sich, ob Sie an einer Depression leiden? Oder Sie möchten eine Wiederholung vermeiden? Wir geben Ihnen einen Überblick über Symptome, Ursachen, Depressionsarten und Möglichkeiten der Behandlung, plus Tipps für Angehörige und Adressen für den Notfall.

Der erste Schritt: die Diagnose

Je eher eine Depression erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf Besserung. Deshalb sollten Sie schon bei leichtem Verdacht auf eine Depression Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen und/oder eine psychiatrische oder psychotherapeutische Beratung in Anspruch nehmen.

Sie vermuten, an einer Depression erkrankt zu sein, sind sich aber nicht sicher? Folgende Fragen können Sie sich zur ersten Selbsteinschätzung stellen:

  • Sie haben nur noch wenig Interesse oder Freude an Ihren Tätigkeiten?

  • Sie leiden unter Niedergeschlagenheit, Schwermut oder Hoffnungslosigkeit?

  • Sie haben Schlafstörungen oder ein übermäßiges Schlafbedürfnis?

  • Sie sind ständig müde oder fühlen sich energielos?

  • Sie leiden unter Appetitlosigkeit oder haben einen vermehrten Drang zum Essen?

  • Schuldgefühle treten auf: Sie denken, im Leben versagt und Ihre Familie enttäuscht zu haben?

  • Sie haben Konzentrationsschwierigkeiten, etwa beim Lesen oder Fernsehen?

  • Sind Ihre Bewegungen oder Ihre Sprache auffallend stark verlangsamt? Oder sind Sie im Gegenteil übermäßig unruhig, rastlos und haben einen starken Bewegungsdrang?

  • Denken Sie daran, dass Sie nicht mehr leben oder sich Leid zufügen möchten?

Unterschied Burn-out und Depression

Nicht selten werden Zustände anhaltender Erschöpfung, wie sie beispielsweise bei Überforderung und gefühlsmäßiger Überlastung im Arbeitsleben auftreten, als Burn-out bezeichnet. Dabei ist es wichtig, zwischen Burn-out und Depression zu unterscheiden:

Burn-out – das erst ganz neu in den Diagnosenkatalog aufgenommen worden ist – bezeichnet einen Zustand großer Energielosigkeit und Erschöpfung, verbunden mit dem Gefühl von Ineffizienz und fehlender Leistung bei der Arbeit. Häufig kommt es zu negativen Gefühlen in Bezug auf die Arbeit und emotionaler Abgrenzung vom Arbeitsplatz. Burn-out entsteht durch chronischen Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann. Oft hilft es hier, eine Auszeit zu nehmen und insgesamt kürzer zu treten.

Bei einer Depression sind Krankheitszeichen wie tiefsitzende Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung, Schuldgefühle, Schlafstörungen, Appetitstörungen sowie Hoffnungslosigkeit erkennbar und dauern für mindestens zwei Wochen an.

Versteckt sich eine nicht erkannte Depression hinter dem angeblichen Burn-out, kann das sogar gefährlich werden, denn die Behandlung von Burn-out und Depression unterscheidet sich zum Teil stark. So ist es bei Burn-out ratsam, sich insgesamt zu schonen, während bei Depression eher eine Verhaltensaktivierung empfohlen wird.

Suchen Sie also lieber rechtzeitig ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat, um eine sichere Diagnose zu erhalten.

Die drei Haupttypen der Depression

1. Unipolare Depression (Major Depression)

Sie ist die häufigste Form der Depression und kann einmalig oder wiederkehrend (rezidivierend) auftreten. Betroffene befinden sich zwei Wochen oder länger in gedrückter Stimmung, fühlen sich antriebslos oder haben jegliche Freude oder Motivation verloren. Bei der unipolaren Depression gibt es einen leichten, mittelschweren und schweren Verlauf.

Symptome: Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit begleiten diese Phase. Auch Antriebs- und Energielosigkeit verbunden mit Schlafstörungen sind häufige Symptome. Es kann zur Appetitlosigkeit sowie zu Schuldgefühlen kommen. Treten bei mittelschwerem bis schwerem Verlauf Suizidgedanken auf, ist Hilfe von außen unbedingt ratsam. 

Behandlungsmöglichkeit: Mittel der Wahl bei depressiven Episoden ist die ambulante Psychotherapie. Zur Behandlung einer mittelgradigen depressiven Episode kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie mit einem Antidepressivum erfolgen. Bei schweren Episoden ist nicht selten eine stationäre Behandlung erforderlich, in der eine medizinisch-psychotherapeutische Kombinationsbehandlung mit Medikamenten und Psychotherapie erfolgt.

2. Bipolare Depression (manisch-depressive Erkrankung)

Eine Bipolare Depression oder auch Bipolare Störung ist dadurch gekennzeichnet, dass sich manische, also von Hochgefühlen gekennzeichnete Episoden, mit depressiven Episoden abwechseln.

Symptome: Betroffene erleben eine wahre Achterbahn der Gefühle. So gibt es die mindestens zweiwöchige depressive Episode mit typischen depressiven Symptomen wie tiefer Niedergeschlagenheit, mit Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und Suizidgedanken. Auf diese Phase folgt ein mindestens eine Woche andauerndes Stimmungshoch mit Gefühlen von großer Euphorie, Hyperaktivität, Rededrang, Rastlosigkeit, Leichtsinnigkeit und absoluter Selbstüberschätzung. 

Die jeweilige Phase kann Tage, Monate, ja sogar Jahre andauern. Findet ein häufiger und sehr schneller Wechsel zwischen manischer und depressiver Episode statt, spricht man vom Rapid Cycling. Vermehrt Frauen erkranken an diesem besonders schweren Verlauf. Auch psychosomatische Symptome wie Wahnvorstellungen können auftreten.

Behandlungsmöglichkeiten:  Mit der richtigen Behandlung kann der Zustand der Betroffenen bei einer bipolaren Störung stabilisiert werden. Nicht zuletzt aufgrund der im Vergleich zur unipolaren Depression höheren Suizidgefahr ist eine Therapie unbedingt ratsam. Grundsätzlich unterscheidet man bei der Therapie zwischen der Akutbehandlung und der Phasenprophylaxe.

Mit der Einnahme von Medikamenten können bei einer Bipolarer Störung sowohl die manischen als auch die depressiven Symptome vermindert sowie das Suizidrisiko gesenkt werden. Eine medikamentöse Therapie ist deswegen häufig unabdingbar. Zusätzlich wird eine psychotherapeutische Behandlung empfohlen, die sich positiv auf den Verlauf der Bipolaren Depression auswirken kann. Wichtig ist hier vor allem, die Akzeptanz der Störung durch die Patientinnen und Patienten zu erreichen, da Betroffene oftmals ihren Gesundheitszustand leugnen – nicht zuletzt, weil sie auf die Hochphasen, also die manischen Episoden, nicht verzichten möchten.

 

3. Chronisch depressive Verstimmung (Dysthymie)

Die Dysthymie kann als etwas schwächere, chronische Form der Depression bezeichnet werden. Bei ihr zeigen sich depressive Symptome konstant über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren (bei Kindern und Jugendlichen einem Jahr) – oder sie treten in dieser Zeit zumindest regelmäßig auf. Es gibt durchaus Phasen mit normaler Stimmungslage, die jedoch nur wenige Wochen dauern. Häufig realisieren die Betroffenen nicht einmal, dass sie unter einer Dysthymie leiden, weil sie sich selbst gar nicht mehr anders kennen.

Symptome: Sie entsprechen denen einer klassischen Depression, bei einer Dysthymie sind jedoch Symptome wie Veränderungen in Appetit, Schlaf, Gewicht und Motorik nicht ganz so stark ausgeprägt. Betroffene fühlen sich energielos oder minderwertig, verlieren das Interesse an Dingen, die ihnen sonst Freude bereiten und grübeln viel. Sie ziehen sich zurück, verspüren Hoffnungslosigkeit und weinen vermehrt. Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich mitunter statt der Niedergeschlagenheit eine zunehmende Gereiztheit.

Behandlungsmöglichkeit: Für die Behandlung einer Dysthymie wird eine Kombination aus Antidepressiva und Psychotherapie empfohlen. Man hat feststellen können, dass eine alleinige Psychotherapie oder medikamentöse Therapie nicht so effektiv ist. Das psychotherapeutische Behandlungsverfahren CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) wurde speziell für die Behandlung von Dysthymie und chronischer Depression entwickelt.

 

Depression kann jeden treffen

Depressionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland, die in ihrer Schwere und ihren Konsequenzen aber auch am meisten unterschätzt werden. Immer noch müssen sich Betroffene gegen Vorurteile wie "du musst dich einfach mal zusammenreißen" durchsetzen.

Laut der Deutschen Depressionshilfe erkranken in Deutschland insgesamt rund 5,3 Mio. Menschen im Laufe eines Jahres an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression. Statistisch betrachtet, erkrankt jeder Fünfte einmal im Leben an einer Depression. Die Bandbreite reicht dabei von leichten, saisonal auftretenden Depressionen bis hin zu schweren Depressionen, die von Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken oder sogar suizidalen Handlungen begleitet sein können.

 

Infografik zum Thema Ursachen für eine depressive Störung

Ursachen für eine depressive Störung

Eine Depression kann unterschiedlichste Auslöser haben. Auf der seelischen (psychosozialen) Ebene können traumatische Erlebnisse, wie Vernachlässigung in der Kindheit, Missbrauch oder Gewalt, eine Ursache sein. Schicksalsschläge, wie der Tod eines geliebten Menschen oder eine tiefgreifende Trennung, sind ebenfalls mögliche Auslöser. Übermäßiger Stress und chronische Überlastung können ebenfalls in einer Depression münden.

Auf körperlicher (neurobiologischer) Ebene sind Auslöser beispielsweise Stoffwechselveränderungen im Gehirn. So wird bei Menschen mit Morbus Parkinson oftmals eine Depression diagnostiziert.

Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Sind ein oder gar beide Elternteile depressiv, können auch die Kinder betroffen sein. Bei Frauen führen hormonelle Veränderungen durch Geburt und Schwangerschaft nicht selten zu einer Postpartalen Depression, auch Wochenbettdepression genannt.

Auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie Betablockern, Cortison, hormonellen Verhütungsmitteln oder Antiepileptika, kann Depressionen begünstigen.

Häufig führen ungünstige Denkmuster und Annahmen über die Welt bei Betroffenen dazu, dass sich nach einem dieser auslösenden Faktoren die Stimmung nicht wieder normalisieren kann und die Depression auch nach Abklingen des Stresses aufrechterhalten wird. In einer Psychotherapie wird dann versucht, diese Muster zu erkennen und durch günstigere Muster zu ersetzen, um aus dem Depressionskreislauf herauszukommen.

 

 

Nebenerkrankungen einer Depression

Eine Depression kann als Haupt- oder Nebenerkrankung auftreten. Depressive Störungen zeigen sich oft in Verbindung mit anderen psychischen Erkrankungen: zum Beispiel Angst- oder Panikstörungen, Zwangsstörungen, Wahnzuständen (Psychosen), Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen, Essstörungen oder Demenzerkrankungen. In einer Psychotherapie wird versucht, die Ursache der oft komplexen Problemlage zu finden, um somit alle seelischen Probleme gemeinsam anzugehen.

Infografik zum Thema Nebenerkrankung einer Depression

Behandlung einer Depression

Die Behandlungsmöglichkeiten einer Depression sind stets auf den Depressionstyp und den Schweregrad ausgerichtet. Bei einer Depressionstherapie gibt es zwei bewährte Behandlungsmethoden, die oftmals miteinander kombiniert werden: 1. die Psychotherapie und 2. die Pharmakotherapie, also die Behandlung mit Medikamenten. Als unterstützende Elemente können beispielsweise Entspannungstechniken, Tipps für Bewegung und weitere Methoden, mit denen Betroffene sich im Alltag selbst helfen können, vermittelt werden.

Stufe 1: Depression in leichter Form

Wer an einer leichten Form der Depression erkrankt, bei der absehbar ist, dass sie von selbst wieder abklingt, kann sich ohne professionelle Hilfe von außen selbst etwas Gutes tun. Hier können Selbsthilfe-Methoden unterstützend wirken, wie beispielsweise eine ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und andere Suchtmittel, Sport und Bewegung an der frischen Luft, Entspannungstechniken und positive Aktivitäten. Welche Angebote die IKK classic beim Thema "Gesundheitskurse" bereithält, erfahren Sie hier. Auch ein Austausch in Selbsthilfegruppen, bei denen man von Betroffenen Tipps bekommt, kann sich positiv auswirken.

Wenn die depressiven Symptome nach 6 Wochen noch nicht abgeklungen sind, sollte unbedingt ärztliche oder psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch genommen werden. Hier wird von professioneller Seite geschaut, wie lange der leicht depressive Zustand anhält und ob eine Behandlung eingeleitet werden sollte.

Wo Sie Hilfe in Anspruch nehmen können, lesen Sie weiter unten bei "Adressen für Hilfesuchende" und "Therapeuten finden".

Digitale Helfer: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie deprexis oder Mindable können bei psychischen Erkrankungen unterstützen. Sprechen Sie Ihren Psychotherapeuten an – die IKK classic übernimmt die Kosten.

Stufe 2: Depression in mittelschwerer Ausprägung

Ist die depressive Erkrankung mittelschwer ausgeprägt, sollte in jedem Fall professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, an Psychotherapeuten mit psychologischer oder ärztlicher Ausrichtung oder an eine Psychiaterin oder einen Psychiater. Nach Analyse der Depressionsart können Sie gemeinsam besprechen, ob eine Psychotherapie und/oder die Einnahme von Medikamenten sinnvoll ist. Hinweis: Sie dürfen auch ohne Überweisung von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt direkt psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe Aufsuchen.

Wo Sie Hilfe in Anspruch nehmen können, lesen Sie weiter unten bei "Adressen für Hilfesuchende" und "Therapeuten finden".

Darüber hinaus bieten wir Ihnen Unterstützung durch besondere Versorgungsprogramme an, um Sie in schweren Zeiten zu begleiten z. B. mit valecura plus. Unsere Experten/Case Manager beraten Sie gern. Sie erreichen sie unter der Hotline 0251 32 30 30.

Sind Sie oder einer Ihrer Angehörigen mit einer akuten Belastungssituation konfrontiert? Das ambulante Versorgungsprogramm der IKK classic bietet individuelle und flexible Hilfestellung während und nach schwierigen Lebensphasen.

Digitale Helfer: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie deprexis oder Mindable können bei psychischen Erkrankungen unterstützen. Sprechen Sie Ihren Psychotherapeuten an – die IKK classic übernimmt die Kosten.

Stufe 3: Schwere und chronische Depression

Bei Menschen, die an einer schweren und chronischen Depression erkrankt sind, hat sich als Behandlungsmethode die Verschreibung von Medikamenten in Verbindung mit einer Psychotherapie bewährt. Sollte keine Verbesserung des Zustandes eintreten oder sollte sich die Depression sogar noch verstärken, kann ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus der nächste Schritt sein. Das ist vor allem deshalb ratsam, weil Betroffene in diesem Stadium Wahnvorstellungen und Suizidgedanken haben können oder auch suizidale Handlungen zu befürchten sind.

Wo Sie Hilfe in Anspruch nehmen können, lesen Sie weiter unten bei "Adressen für Hilfesuchende" und "Therapeuten finden".

Darüber hinaus bieten wir Ihnen Unterstützung durch besondere Versorgungsprogramme an, um Sie in schweren Zeiten zu begleiten z. B. mit valecura plus. Unsere Experten/Case Manager beraten Sie gern. Sie erreichen sie unter der Hotline 0251 32 30 30.

In Koordination mit niedergelassenen Medizinern betreut das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Menschen, die an schweren psychischen Erkrankungen leiden – ambulant, teilstationär oder stationär. Mehr dazu lesen Sie hier.

 

IKK Med

Haben Sie Fragen zu einer Krankheit, Behandlung oder einem Medikament? Dann fragen Sie uns gern. Über unsere kostenlose Hotline IKK Med stehen Ihnen unsere Experten zu Verfügung und beraten Sie zu medizinischen Angelegenheiten.

Mehr Informationen zur medizinischen Hotline

Psychotherapie: Anlaufstellen für Betroffene

Im Gesundheitswesen gibt es verschiedene Anlaufstellen für Betroffene mit Depression, weshalb man schnell den Überblick darüber verlieren kann, an wen man sich wenden muss und in welcher Reihenfolge. Dies wird noch erschwert durch den schwierigen Zugang zur Psychotherapie und die langen Wartezeiten.

Um ein Erstgespräch zu vereinbaren, können Sie sich entweder an die Termin-Service-Stelle unter der Telefonnummer 116117 wenden oder direkt über die telefonische Sprechzeit niedergelassener Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten Kontakt aufnehmen.

Es wird dann mit Ihnen ein Termin für die psychotherapeutische Sprechstunde vereinbart, in der abgeklärt wird, welche weiteren Schritte als nächstes eingeleitet werden müssen. Für akute Problemlagen kann direkt eine Kurzzeit-Akutbehandlung durchgeführt werden. Der reguläre Weg führt dagegen über probatorische Sitzungen, in denen es zum gegenseitigen Kennenlernen, zur Diagnosestellung und Beantragung der Psychotherapie bei der Krankenkasse kommt. Danach beginnt die eigentliche Psychotherapie.

Infografik zum Thema Wege in die Psychotherapie

Eine Psychotherapie finden

Sie suchen ärztliche oder psychologische Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten? Über die Arztsuche finden Sie geeignete Praxen in Ihrer Nähe. Ihre Suche können Sie dabei nach folgenden Kategorien spezifizieren: psychotherapeutische Medizin, psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie, psychologische Psychotherapie, Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

Achten Sie bei Ihrer Suche nach einer Psychotherapie generell immer darauf, dass im Angebot mindestens eine dieser Bezeichnungen steht, um sicher zu gehen, dass Sie qualifizierte Hilfe erhalten.

Zur Arztsuche

Betroffene berichten

René und Stephan berichten im Video darüber, wie ihre Depression zustande kam, wie sie ihre psychische Erkrankung erkannt haben und wie sie ihren persönlichen Weg gefunden haben, mit  der Erkrankung umzugehen. Beide eint neben ihrer Liebe zum Handwerk auch der Wunsch, dass psychische Erkrankungen wie die Depression enttabuisiert sowie entstigmatisiert werden.

Thumbnail des Videos Alltagshelden - Das Leben mit der Depression meistern
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Depressionen vorbeugen

Präventive Maßnahmen schützen nicht per se vor einer depressiven Erkrankung. Sie können jedoch dazu beitragen, dass Sie gar nicht erst tief in eine depressive Phase fallen. Bereits Betroffene können bei Einhaltung bestimmter Verhaltensweisen einen allzu starken Rückfall vermeiden.

  • Planen Sie mindestens ein bis zwei Stunden Sport pro Woche ein, zum Beispiel Joggen, Schwimmen, Wandern oder Radfahren. Wer einen Teamsport wählt, kann gleichzeitig dem krankheitsbedingten sozialen Rückzug entkommen.

  • Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann eine Depression nicht verhindern, aber in jedem Fall das Wohlbefinden fördern. Junkfood hingegen reduziert die Glückshormone im Gehirn. Obwohl es keine nachgewiesenen Lebensmittel gibt, die eindeutig gegen Depression helfen, können Bananen, Walnüsse, Trockenfrüchte, Lachs oder Leinöl sowie täglich frisches Obst und Gemüse eine gute Wahl sein. Vermeiden Sie stattdessen Alkohol- und Tabakkonsum. 

  • Achten Sie auf einen gesunden Ausgleich zwischen anstrengenden Zeiten oder Arbeitsphasen und angenehmen Erholungsphasen, in denen Sie sich etwas Gutes tun, damit Sie langfristig im Gleichgewicht bleiben.

  • Obwohl die Depression meistens mit einem Gefühl der Erschöpfung verbunden ist, kann zu viel Schlaf noch tiefer in den Teufelskreis hineinführen. Kontrolliertes Schlafen mit einer Reduzierung von neun auf beispielsweise acht Stunden Schlaf kann antidepressiv wirken. Achten Sie tagsüber auf genügend körperliche Auslastung, um nachts tatsächlich auch richtig müde zu sein, damit die Schlafqualität erhalten bleibt.

  • Speziell für Geschwister: Kinder mit kranken Geschwistern sind besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Die Präventionskurse SuSi und GeschwisterTREFF helfen ihnen, die Situation zu verstehen und eigenständig zu bewältigen. Zu den Präventionskursen für Geschwister

Entspannt gegen seelischen Stress

Stress schadet Körper und Geist. Förden Sie deshalb Ihr emotionales Wohlbefinden, indem Sie einfach mal abschalten. Unsere Entspannungsangebote helfen Ihnen dabei – per App, online oder vor Ort.

Gruppe von Frauen nimmt an einem Yogakurs teil

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Adressen für Hilfesuchende

Sollten Sie für sich selbst oder für eine betroffene Person akut Hilfe benötigen, können Sie:

  • zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt gehen oder in der Praxis anrufen

  • Kontakt mit dem ärztlichen (psychiatrischen) Bereitschaftsdienst aufnehmen: bundesweite Telefonnummer 116 117

  • Bei der Deutschen Depressionshilfe können Sie das deutschlandweite Info-Telefon Depression montags, dienstags und donnerstags von 13-17 Uhr sowie mittwochs und freitags von 8.30-12.30 Uhr unter der Telefonnummer (0800) 33 44 533 erreichen. Auf der Webseite finden Sie auch einen Selbsttest sowie weitere Informationen und Adressen rund um das Thema Depression.

  • Das Deutsche Bündnis gegen Depression hilft vor Ort – in über 80 Städten und Regionen.

  • Für Betroffene und Angehörige bietet das Diskussionsforum Depression einen Erfahrungsaustausch.

  • Das Psychiatrienetz BApK steht Angehörigen mit Beratung und Selbsthilfegruppen zur Seite.

  • Bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) erfahren Sie, wo sich die nächste Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe befindet, Tel. (030) 31018960.

Not-Telefonnummern für akute Fälle

0800 11 10 111 oder 0800 11 10 222

Kostenlos und rund um die Uhr!

Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website möglich.
www.telefonseelsorge.de