Ist das schon Mobbing?
Mobbing ist kein einmaliger Ausrutscher, sondern ein Muster: Eine Person oder Gruppe schikaniert jemanden wiederholt über längere Zeit, und das Opfer kann sich kaum wehren, weil die Machtverhältnisse ungleich sind. Erkennen lässt es sich weniger an einer einzelnen Gemeinheit als an Dauer und Ungleichgewicht: Ausgrenzung in der Pause, Gerüchte, die die Runde machen, Aufgaben, die immer nur einer erledigen soll oder Sprüche, die hinterher als „war doch nur Spaß“ verkauft werden. Betroffene werden oft auffallend still, ziehen sich zurück, verlieren die Lust an Dingen, die ihnen wichtig waren und sagen auf Nachfrage, es sei „nicht so schlimm“.
Mobbing entsteht selten durch einen einzigen Täter. Oft beginnt es mit einem Konflikt oder damit, dass jemand von der Gruppe als „anders" wahrgenommen wird, etwa wegen des Aussehens, der Herkunft, bestimmter Interessen oder einfach der eigenen Art. Dazu kommen Menschen, die mitmachen und ein Umfeld, das wegschaut. Genau dieses Wegschauen macht Mobbing erst möglich: Wer lacht, schweigt oder nichts dagegen unternimmt, signalisiert der Gruppe, dass ihr Verhalten in Ordnung ist. Die Verantwortung liegt dabei nie bei den Betroffenen, sondern bei denen, die mobben oder Mobbing zulassen.