Junge Auszubildene steht in der Werkstatt und schaut auf ihr Handy

Social-Media-Tipps für Azubis: Vorsicht vor unbedachten Posts

Ein schneller Schnappschuss, kurz noch das Bild bearbeitet und ab damit in die Öffentlichkeit – dazu noch ein bissiger Kommentar. Ein Post auf Social Media ist schnell erstellt, kann aber auch nach hinten losgehen, wenn deine Chefin oder dein Chef unangemessene Beiträge entdeckt. Deswegen solltest du ein paar Spielregeln beachten.

Täglich nutzen über 500 Millionen Menschen Instagram-Stories, Facebook zählt 1,8 Milliarden tägliche Nutzer, auf Twitter werden täglich 500 Millionen Tweets gepostet und auf Whats App werden rund 100 Milliarden Nachrichten am Tag versendet. Das Leben von vielen, vor allem jungen Menschen, spielt sich auf sozialen Netzwerken ab – das wissen auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Nicht nur deswegen solltest du aufpassen, was du veröffentlichst.

Wer kennt es nicht: Die beste Freundin oder der beste Freund hat jemanden kennengelernt – und um zu erfahren, wie diese Person tickt, suchst du in den sozialen Netzwerken nach Informationen. Das hat oft Erfolg: Hobbies, Interessen und Freizeitaktivitäten sind mit nur wenigen Klicks verfügbar. Doch auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern stehen diese persönlichen Informationen genauso schnell zur Verfügung. Wer nicht aufpasst, muss sich unter Umständen unbequemen Fragen stellen. Deswegen solltest du einige Dinge im Umgang mit Social Media beachten und deine Privatsphäre im Internet schützen.

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Welche Inhalte bei Unternehmen schlecht ankommen

Schon bei der Bewerbung ist es bei vielen Unternehmen inzwischen üblich, Bewerberinnen und Bewerber nicht nur über den Lebenslauf zu bewerten. Ob Google-Suche, Instagram- oder Facebook-Profil – im Netz finden Personalverantwortliche viele Informationen zur Persönlichkeit und den Interessen der jeweiligen Person.

Bestimmte Inhalte kommen im Auswahlverfahren besonders schlecht an:

  • Bilder von Partys solltest du nicht veröffentlichen. Besonders wenn du beim Alkoholkonsum oder Rauchen zu sehen bist.

  • Beleidigende, rassistische oder diskriminierende Aussagen sind sowohl im Alltag als auch auf Social-Media-Kanälen tabu.

  • Lobeshymnen für Konkurrenzunternehmen oder negative Kommentare über den potenziellen zukünftigen Arbeitgeber kommen auch nicht gut an.

Tipp: Führe vor dem Abschicken deiner Bewerbung selbst einen Backgroundcheck durch. In deinen Social-Media-Kanälen solltest du auch alte Posts beachten und Bilder oder Beiträge, auf denen dich deine Freunde markiert haben.

Festanstellung ist nicht gleich Freifahrtschein

Solltest du die Bewerbung gemeistert haben, heißt es aber nicht automatisch, dass du nun unbedacht alles posten kannst. Bei unangebrachten Beiträgen kann es unter Umständen sogar zu einer Kündigung kommen. In einem Fall wurde einem Azubi gekündigt, nachdem er über seine Facebook-Pinnwand seinen Arbeitgeber beleidigt hatte – obwohl der Beitrag nur für seine Freunde sichtbar war.

Tipps für deinen Social-Media-Kanal während der Ausbildung

Zunächst einmal lohnt es sich nicht, bereits an deinem ersten Arbeitstag wild Freundschaftsanfragen an alle deine Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten zu verschicken. Manche möchten gern Privates und Arbeit streng voneinander trennen – überlege dir gut, wie du das in Zukunft handhaben möchtest. Hast du die Personen näher kennengelernt, spricht natürlich nichts gegen eine Freundschaftsanfrage.

Auf gar keinen Fall darfst du Betriebsinterna veröffentlichen. Arbeitsvertraglich gilt für dich die sogenannte Loyalitäts- und Treuepflicht. Auch, wenn das nicht explizit in deinem Arbeitsvertrag erwähnt ist, kann das bei Verstößen zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Deshalb solltest du auch weiterhin keine vertraulichen Informationen über deinen Betrieb, Aufträge oder Kundinnen und Kunden veröffentlichen – egal ob es sich dabei um negative oder positive Aussagen handelt.

Du solltest auch keine Bilder aus deinem letzten Urlaub oder von einer Party posten, während du krankgemeldet bist. Es besteht immer die Möglichkeit, dass diese Bilder bei deinem Chef landen – und die Chance, dass es zu Missverständnissen kommt, ist hoch.

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Achte bei Bildern darauf, wer zu sehen ist

Falls du doch mal ein Bild von deinem Arbeitsplatz posten möchtest, musst du unbedingt die Datenschutz-Gesetzgebung beachten. Vor allem wenn es um die Nennung von Namen geht oder Dritte auf einem Bild oder Video zu sehen sind, solltest du dir vorher deren Einverständnis einholen.

Falls du in Sozialen Medien mit Arbeitskolleginnen und -kollegen oder Vorgesetzten vernetzt bist, solltest du Tweets, Bildunterschriften und Posts inhaltlich überdenken. Wie viel deines Privatlebens möchtest du zeigen? Sind deine Texte ironisch oder leicht missverständlich? Bedenke bei jedem Post, wer ihn sehen könnte und gehe grundsätzlich davon aus, dass alles, was im Internet landet, auch von jedem gesehen werden kann.

Welchen Eindruck vermittelst du über dein Profil?

Schwierig wird es bei Beiträgen, die rein rechtlich kein Problem sind – aber trotzdem für Unverständnis bei anderen Menschen sorgen können. Es kommt auch darauf an, in welcher Branche du arbeitest und wie die einzelnen Personen deine Social-Media-Präsenz wahrnehmen – und wie sie selbst die Sozialen Medien nutzen.

Frage am besten in deinem Freundeskreis, wie dein Profil auf sie wirkt oder stelle dir die Frage, ob du es deinen Eltern zeigen würdest. Es ist natürlich deine Entscheidung, was du von dir preisgeben möchtest – die folgenden Punkte sind eine Anregung, worüber du zumindest einmal nachdenken solltest:

  • Die Selfie-Galerie

    Morgens ein Porträt aus dem Lieblings-Café, mittags ein Schnappschuss beim Ruhen am See, abends ein Selfie aus dem Fitnessstudio – wer es damit übertreibt, kann auf manche Menschen unsympathisch wirken. Falls du darüber noch nicht nachgedacht hast, prüfe dein Profil, ob du persönlich mit dem Selfie-Anteil zufrieden bist.

  • Zu viel Haut

    Über Freizügigkeit auf Social Media entfachen immer wieder Diskussionen. Willst du auf Nummer Sicher gehen, spiele nicht zu offensiv mit körperlichen Reizen. Ein einzelner oberkörperfreier Schnappschuss oder ein Bikini-Bild vom Strandausflug ist für die meisten Betrachtenden kein Problem – wer aber zu oft nackte Haut zeigt, kann bei manchen Personen auf Ablehnung stoßen.

  • Peinliche Videos von anderen

    Es gibt etliche Kanäle auf Social Media, die Menschen bei Stürzen, Missgeschicken oder anderen unangenehmen Situationen zeigen. Postest du ständig derartige Videos von Leuten in deinem Freundeskreis, kannst du es dir auch mit deinen Freunden verscherzen – frage sie am besten, ob das für sie in Ordnung ist.

  • Kryptische Botschaften

    Melancholie kann schön sein – doch ständige Posts mit unverständlichen Beschreibungstexten oder Kalendersprüchen können auf andere Menschen anstrengend wirken. Frage am besten deine Freundinnen und Freunde um deren Meinung.

Junge Frau fährt Fahrzeug in Werkhalle.

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Prüfe deine Privatsphäre-Einstellungen

  • Tipps für Instagram

    Gehe auf dein Profil. Über die drei Striche oben rechts kommst du ganz unten zum Menüpunkt "Einstellungen". Hier findest du den Eintrag "Privatsphäre". Mit dem Schalter neben "Privates Konto" kannst du dein Profil ganz einfach als privat markieren. So können nur noch Nutzer, die dir bereits folgen oder die du explizit bestätigst, die Inhalte deines Kontos sehen.
    Du kannst auch unter dem Menüpunkt "Erwähnungen" bei "Privatsphäre" regulieren, ob dich Personen auf Fotos markieren dürfen und diese Bilder dann in deinem Profil angezeigt werden.
    Unter "Privatsphäre" gibt es auch den Punkt "Story". Hier kannst du bestimmte Personen auswählen, die deine Instagram-Stories nicht sehen sollen.

  • Tipps für Facebook

    Facebook bietet unter "Einstellungen und Privatsphäre" ebenfalls einige Möglichkeiten – den Punkt findest du am Laptop oder PC oben rechts mit einem Klick auf den Pfeil, in der Smartphone-App klickst du auf die drei waagerechten Striche oben rechts und scrollst ganz nach unten. 

    In der Smartphone-App findest du unter "Einstellungen" den Punkt "Privatsphäre". Dort legst du zum Beispiel fest, wer deine Inhalte sehen oder kommentieren darf. Im übergeordneten Menü "Einstellungen und Privatsphäre" findest du bei "Privatsphäre auf einen Blick" den Punk "Einige wichtige Privatsphäre-Einstellungen überprüfen" – dort landest du in einem übersichtlichen Menü, wo du die wichtigsten Einstellungen vornehmen kannst. 

    Du kannst dir dein Profil in der öffentlichen Ansicht ansehen und damit kontrollieren, was andere Nutzer sehen, die dein Profil besuchen. Dafür musst du nur auf deinem Profil auf die drei Punkte klicken und unter dem Menüpunkt "Anzeigen aus Sicht von" klicken. Beachte, dass hier "Öffentlich" eingestellt ist.

    Am PC findest du den übersichtlichen "Privatsphäre-Check" direkt als Eintrag unter dem kleinen Dreieck oben rechts. Wie dein Profil von anderen gesehen wird, kannst du direkt rechts unter deinem Profilbild prüfen – dort befindet sich ein "Auge"-Symbol. 

  • Tipps für Twitter

    Auch in den Einstellungen von Twitter kannst du dein Profil vor unerwünschten Gästen schützen. Gehe hierzu unter "Sicherheit und Datenschutz" auf den Punkt "Privatsphäre". Hier kannst du zum Beispiel einstellen, wer dich auf Fotos markieren darf, ob du anhand deiner E-Mail-Adresse auf Twitter gefunden werden kannst oder wer deine Tweets zu lesen bekommt.

Was aber, wenn das Privat-Schalten für dich keine Option ist?

Du hast dir mühsam Follower zusammengesammelt oder verdienst mit deinem Social-Media-Account sogar Geld? Dann ist das Verbergen von Posts natürlich keine Option. Da du aber schon im öffentlichen Fokus stehst, solltest du dir in dem Fall – Arbeitgeber hin oder her – sowieso noch mehr Gedanken machen, was du posten möchtest und was nicht. Immerhin beeinflusst du durch deinen Social-Media-Erfolg alle Personen, die deine Beiträge gern anschauen oder lesen.

Mit Sozialen Medien zum beruflichen Erfolg

Bist du auf der Suche nach einem Job, bieten sich vor allem Plattformen wie LinkedIn oder Xing an. Zielgruppe sind hier Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Branchenprofis, die sich über Fachthemen austauschen. Du kannst auf diesen Social-Media-Kanälen deinen Fähigkeiten die richtige Bühne bieten. Und was auf diesen Plattformen besonders im Fokus steht und dir bei der Jobsuche enorm weiterhelfen kann: das altbekannte Vitamin B – Beziehungen über berufliche Netzwerke.

Sarahs Tipps für deinen Auftritt in den Sozialen Medien

  • Sarah Walter von azubi.de gibt Tipps rund um das Verhalten in den Sozialen Medien – auch in Folge 12 von "Ausbildung? Machen wir.", dem Azubi-Podcast der IKK classic.

  • Können Posts oder Kommentare in sozialen Medien zu einer Kündigung führen?

    Theoretisch ja, auch wenn es hier immer auf den Einzelfall ankommt. In der Vergangenheit gab es tatsächlich schon Kündigungen aufgrund von Kommentaren oder Posts auf Social Media. Klare No-Go's sind natürlich klare Pflichtverletzungen gegenüber der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber, zum Beispiel eine Beleidigung von Mitarbeitenden oder der Firma direkt. Auch wenn du deinen Ausbildungsbetrieb bloßstellst oder provozierst, kann das böse Folgen haben. Ein Post mit volksverhetzender Botschaft ist außerdem natürlich grundsätzlich unzulässig und wird von Arbeitgebern häufig nicht toleriert, besonders, wenn dann noch der Betrieb genannt wird oder auf einem Bild Arbeitskleidung mit Firmenlogo zu sehen ist. 

    Was ebenfalls zu einer Kündigung in Zusammenhang mit Social Media führen kann, ist das Krankfeiern. Eine fälschliche Krankmeldung kann  durch einen Social-Media-Post schnell auffliegen. Auch ständiges Posten während der Arbeitszeit gehört dazu, denn es kann die Arbeitspflichten eines Arbeitnehmers verletzen.

  • Was nicht auf deinen Social-Media-Kanal gehört

    Denke immer daran, dass die Sozialen Medien kein geschützter Raum sind – alles was du postest, ist grundsätzlich öffentlich sichtbar beziehungsweise kann an die Öffentlichkeit kommen, zum Beispiel durch teilen und weiterleiten. Behalte deswegen folgende Regeln im Hinterkopf:

    Mache niemals ungefragt Bilder von Personen und poste diese ohne deren Zustimmung. Erst recht nicht von Kindern und Menschen im Kontext der Arbeit, beispielsweise Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden.
    Beleidige niemanden, auch nicht Mitarbeitende deines Betriebs. Lasse dich auch nicht zu Lästereien über deine Firma hinreißen. Deine Posts sollten deine Treue und Loyalität zu deinem Ausbildungsbetrieb nicht infrage stellen.
    Lass dein Smartphone während der Arbeitszeit liegen. Deine Social-Media-Aktivität ist eine Freizeitbeschäftigung und gehört nicht in deinen Arbeitsalltag.

  • Tipps für stolze Azubis und Mitarbeitende

    Die beste Werbung für Unternehmen sind positive Aussagen der eigenen Angestellten – das geht auch in den Sozialen Medien. Du kannst zum Beispiel die Posts deines Betriebs teilen, liken und positiv kommentieren. Oder du bietest deine Unterstützung für die Betreuung des Unternehmens-Profils an. Beachte dabei, dass Alleingänge schnell schiefgehen können. Besprich die Posts also mit den verantwortlichen Personen.

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