Frau misst ihren Blutzucker

Schwangerschaftsdiabetes behandeln: Risiken und Kostenübernahme

Wenn eine vorher gesunde Frau in der Schwangerschaft plötzlich zu hohe Blutzuckerwerte hat, spricht man von Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes, kurz GDM). Was Sie dann wissen sollten, damit die Schwangerschaft normal verläuft und Sie ein gesundes Kind bekommen können, erfahren Sie hier.

Sie haben die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes erhalten und fragen sich, ob Sie nun Insulin spritzen müssen? Die gute Nachricht ist: Das bedeutet nicht, dass Sie dauerhaft, also chronisch, erkrankt sind wie bei einem Diabetes mellitus. Während Ihrer Schwangerschaft haben sich Ihre Blutzuckerwerte vorübergehend erhöht. Nach der Geburt normalisieren sich die Blutzuckerwerte in der Regel wieder und die meisten Frauen haben eine ansonsten normale Schwangerschaft.

Wichtig ist, dass Sie ab sofort und auch nach der Entbindung zusammen mit Ihren Ärztinnen und Ärzten Ihre Werte im Blick behalten, damit Ihr Kind gesund zur Welt kommen kann und Sie die Wahrscheinlichkeit senken, dass Sie später einen dauerhaften Typ-2-Diabetes entwickeln.

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, GDM) handelt es sich um die häufigste Stoffwechselerkrankung während einer Schwangerschaft. Er hat in den letzten 15 Jahren um das 4,5-Fache zugenommen.

Auch die Zahl der Betroffenen der chronischen Form Diabetes mellitus wächst jedes Jahr in Deutschland. Darum gehört der Test auf erhöhte Blutzuckerwerte, der Glukosetoleranztest, mittlerweile zum Standardprogramm für werdende Mütter und ist Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien.

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes verschlechtert sich die Glukoseverwertung durch eine Kombination komplexer Stoffwechselvorgänge: Der Zucker, bzw. die Glukose aus Kohlenhydraten in der Nahrung, gelangt nicht oder nicht ausreichend in die Zellen, um sie mit Energie zu versorgen und lässt so den Blutzuckerspiegel steigen.

Frauen mit höherem Lebensalter und Körpergewicht haben ein hohes Risiko für die Entwicklung eines GDM.

 

Symptome des Schwangerschaftsdiabetes

Die Symptome des Diabetes sind den typischen Schwangerschaftssymptomen so ähnlich, dass es kaum möglich ist, die Warnzeichen zu erkennen. Erst bei starkem Blutzuckeranstieg macht sich Schwangerschaftsdiabetes durch folgende Symptome bemerkbar:

Risikofaktoren des Gestationsdiabetes

Folgende Faktoren erhöhen Ihr Risiko an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken:

  • Wenn Sie übergewichtig sind. Hier können Sie Ihren BMI ermitteln.

  • Wenn Sie schon einmal Schwangerschaftsdiabetes hatten.

  • Wenn es in Ihrer Familie Personen gibt, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind.

  • Wenn Sie 35 Jahre oder älter sind.

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Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes wird durch den sogenannten oralen Glukosetoleranztest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche diagnostiziert. Dabei wird gemessen, wie gut der Körper eine größere Menge Zucker verarbeiten kann.

Dieser Test wird für alle Schwangeren vorsorglich empfohlen, da die Symptome des Diabetes häufig nicht erkannt werden. Zusätzlich wird der Urin von Schwangeren während der monatlichen Vorsorgeuntersuchungen routinemäßig auch auf erhöhte Zuckerwerte untersucht.

Die Kosten werden von der IKK classic übernommen. Die Voraussetzung ist, dass der Test von einer zugelassenen Vertragsärztin oder einem Vertragsarzt, beispielsweise der betreuenden Gynäkologin bzw. dem Gynäkologen, durchgeführt wird. Die Ergebnisse werden anschließend im Mutterpass vermerkt.

Ab wann ist Insulin zur Behandlung bei Schwangerschaftsdiabetes wichtig?

Ist der Test auffällig, ist eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung besonders wichtig. Denn kohlenhydratreiche Ernährung und Übergewicht gelten als Auslöser für Schwangerschaftsdiabetes.

Nur wenn die Blutzuckerwerte anhaltend hoch sind, brauchen Schwangere Diabetesmedikamente oder Insulin, um den Diabetes in den Griff zu bekommen.

Wenn sich die Werte nach der Geburt normalisieren, ist keine weitere Behandlung erforderlich. Lassen Sie nach der Geburt darum einen weiteren Glukosetest durchführen und nehmen Sie Beratung in Anspruch, ob Sie Ihren Lebensstil weiter anpassen können, um Ihr Diabetesrisiko für die Zukunft zu senken. Regelmäßiger Sport bereits in der der Schwangerschaft und eine bewusste Ernährung sind präventiv sinnvoll.

Wie gefährlich ist Schwangerschaftsdiabetes ohne Behandlung?

  • Da der Blutzuckerspiegel von Mutter und Kind über die Plazenta verbunden ist, wirkt sich zu viel Zucker im Blut der Mutter auch auf das Ungeborene aus. Es kann zu groß und zu schwer für eine normale Entbindung werden.

    Nach der Geburt drohen dem Neugeborenen schwerwiegende Entwicklungsstörungen und Stoffwechselkomplikationen wie Unterzuckerung. Später hat das Kind ein erhöhtes Risiko für Stoffwechselstörungen wie Adipositas.

  • Mit dem erhöhten Blutzucker steigt das Risiko an der seltenen Präeklampsie zu erkranken. Dabei kommt es zu Bluthochdruck und erhöhten Eiweißwerte im Urin. Dies muss behandelt werden, damit Mutter und Kind keinen Schaden nehmen.

  • Das Risiko, im späteren Leben an Diabetes Typ 2 zu erkranken, ist bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes deutlich höher. Ebenso Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine strukturierte Nachsorge ist deshalb besonders wichtig.

Kostenübernahme bei der IKK classic

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