Ein Tisch mit Mikrofon, Laptop und Kaffeetasse

Folge #35 – Keinen Bock? So bekommst du deine Motivation zurück

Du liebst deinen Job oder machst dein Hobby wirklich leidenschaftlich gern – und trotzdem ist die Motivation weg? Keine Panik. Das passiert uns allen. Psychologin Urooba spricht mit Bäckermeisterin Lea (@meisterbaeckerin_lea) darüber, woher unsere Motivation eigentlich kommt, wie wir sie stärken und warum es ganz normal ist, nicht immer 100 Prozent geben zu können.

Video abspielen

Ist die Motivation weg?

Du fühlst dich, als wär die Luft raus? Du spürst grad keine Begeisterung für Job oder Hobby? Das kommt schon mal vor. Psychologin Urooba und Bäckermeisterin Lea sprechen darüber, woher unsere Motivation kommt und wie wir sie zurückgewinnen, wenn sie mal weg ist.

Höre jetzt den Podcast auf der Plattform deiner Wahl!

Zur Plattformübersicht
  • Spotify

    Jetzt alle Staffeln auf Spotify hören

    Spotify
  • Amazon Music

    Jetzt alle Staffeln auf Amazon Music hören

    Amazon Music
  • Apple Podcast

    jetzt alle Staffeln auf Apple Podcast anhören.

    Apple Podcast
Mein Team hat immer sehr viel aufgefangen, wenn man mal einen Durchhänger hatte. Es hat geholfen, dass immer Menschen um mich herum waren, die das Gleiche schon mal empfunden hatten.

Lea Wagner

Bäckermeisterin

Warum die Motivation überhaupt verschwindet

Wenn du gerade in einem Motivationstief steckst, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck. Denn hinter „kein Bock“ steckt oft etwas ganz Konkretes.

Typische Auslöser sind:

  • 1. Du bist überfordert:

    Zu viele neue Themen, zu viele offene Fragen, zu wenig Orientierung. Dann schaltet das Gehirn schnell auf Widerstand.

  • 2. Du bist unterfordert:

    Auch das gibt’s: Die Aufgaben sind eintönig, du lernst wenig dazu, echte Erfolgserlebnisse bleiben aus.

  • 3. Du hast kein klares Ziel:

    Wer nur irgendwie „funktionieren“ soll, verliert schneller den Antrieb. Motivation braucht Richtung.

  • 4. Du bist schlicht erschöpft:

    Schlechter Schlaf, Stress, Daueranspannung, wenig Bewegung – dein Akku ist leer. Dann hilft auch der beste Kalenderspruch nichts.

  • 5. Du vergleichst dich zu viel:

    Alle anderen wirken souverän, schnell und erfolgreich – nur du zweifelst? Willkommen im Berufsleben. Der Vergleich mit anderen zieht die Motivation oft zuverlässig nach unten.

Ein Selfie von Lea Wagner
Credit: C3

Die Geschichte von Lea Wagner

Konditorin, Bäckermeisterin, Dozentin, Brotmalerin und Vizeweltmeisterin: Lea Wagner (@meisterbaeckerin_lea) ist noch keine 30 und hat schon so viel erreicht. Dabei wollte sie während der Schulzeit eigentlich auf gar keinen Fall ins Handwerk ihrer Familie einsteigen. Also ging es nach dem Abitur erstmal nach Kanada, nur um dann doch über die Neugier an der Konditorei ihre Liebe am Backen zu finden. Und für dieses Handwerk, vor allem, wenn man für Weltmeisterschaften trainiert, braucht es Disziplin und vor allem Motivation. Im Gespräch mit Urooba erzählt sie, wie sie es schafft, um 1 Uhr nachts die Arbeit zu beginnen und manchmal wochenlang für Wettkämpfe zu trainieren. Aber sie geht auch ganz offen damit um, dass sie selbst für ihre Leidenschaft manchmal keine Motivation aufbringen kann und wie die Arbeit im Team ihr dann hilft.

Intrinsische oder extrinsische Motivation – was dich wirklich trägt

Motivation ist nicht gleich Motivation. Fachleute unterscheiden grob zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. 

Intrinsisch motiviert bist du, wenn du etwas aus dir selbst heraus machen willst – zum Beispiel, weil dich eine Aufgabe interessiert, du dich weiterentwickeln möchtest oder es dir ein gutes Gefühl gibt, etwas geschafft zu haben. Extrinsische Motivation kommt dagegen von außen: etwa durch Lob, Geld, Druck, Karrierechancen oder die Erwartung anderer.

Beides kann dich antreiben. Auf Dauer ist die intrinsische Motivation aber oft stabiler. Denn wer nur für Anerkennung oder Belohnung funktioniert, gerät schneller in ein Tief, wenn genau das ausbleibt. Wenn du dagegen einen persönlichen Sinn in deiner Arbeit erkennst, fällt es leichter, auch durch anstrengende Phasen dranzubleiben. Gerade zum Berufsstart lohnt es sich deshalb, immer wieder zu fragen: Was daran ist mir eigentlich selbst wichtig? Genau diese Antwort kann ein starker Motor sein.

Was du an richtig miesen Tagen tun kannst

Es gibt Tage, da helfen keine großen Strategien. Dann brauchst du einen Notfallplan, der realistisch ist.

Probier diese Reihenfolge:

  • Stopp den Selbststress: Du musst heute nicht alles drehen.

  • Wähle genau eine wichtige Aufgabe: Nicht fünf. Eine.

  • Setz einen Mini-Zeitrahmen: Zum Beispiel 10 oder 15 Minuten.

  • Arbeite sichtbar: Notizen machen, Punkte abhaken, nächsten Schritt aufschreiben.

  • Mach danach kurz Pause: Aufstehen, Wasser holen, einmal durchschnaufen.

Oft wird aus 10 Minuten mehr. Und wenn nicht, hast du trotzdem etwas geschafft.

Wann du genauer hinschauen solltest

Ein vorübergehendes Motivationstief ist normal. Wenn du aber über längere Zeit merkst, dass kaum noch etwas geht, solltest du das ernst nehmen.

Achte auf Warnzeichen wie:

  • dauerhafte Erschöpfung

  • Schlafprobleme

  • ständiges Grübeln

  • Konzentrationsprobleme

  • das Gefühl, innerlich nur noch leer zu sein

  • keine Freude mehr, auch außerhalb der Arbeit

Dann geht es nicht mehr nur um „mehr Disziplin“. In so einem Fall kann es sinnvoll sein, mit einer Vertrauensperson, der Führungskraft oder einer Ärztin, einem Arzt oder einer psychologischen Fachperson zu sprechen.

Weitere Podcast Folgen hören?

Auch interessant für dich

  • Vier junge Frauen sitzen auf dem Sofa und schauen lachend auf ein Smartphone.

    Berufsstart

    Neurodivergenz erkennen, verstehen und wie man gut damit lebt

    Wie wirkt sich Neurodivergenz im Leben und bei der Arbeit aus? Der Artikel zeigt typische Stärken, Belastungen und hilfreiche Strategien für den Alltag. Artikel lesen

  • Eine junge Frau töpfert in einem Studio.

    Berufsstart

    DIY-Hobbys: Warum Töpfern, Keramik und Co. guttun

    Ob Töpfern, Keramik bemalen oder Stricken: DIY-Projekte sind echte Mental-Health-Booster. Hier erfährst du, wie kreative Handarbeit die Gesundheit fördert. Artikel lesen

  • Frau liegt im Bett und schaut auf ihr Smarthone.

    Berufsstart

    Bedtime Procrastination: Ursachen und Tipps gegen Schlafmangel

    Erfahre, warum wir den Schlaf aufschieben, welche Folgen Schlafmangel hat und wie Routinen helfen können. Artikel lesen

    Krankenversicherung für Berufseinsteigende

    Du willst wissen, wie du Dich als Berufseinsteiger rechtzeitig absichern kannst? Dann findest Du hier alle hilfreichen Informationen.

    Hier geht's zur Versicherung