Ein Tisch mit Mikrofon, Laptop und Kaffeetasse

Folge #34 Endlich entscheiden: Wie du weißt, was wirklich zu dir passt

Manchmal fühlt sich das Leben wie ein einziges Fragezeichen an. Ausbildung oder Studium? Beziehung halten oder loslassen? Sicherheit oder Risiko? Und woher soll man eigentlich wissen, was wirklich zu einem passt? Psychologin Urooba spricht in dieser Folge mit dem Tischlermeister Florian über seine großen Entscheidungen und erklärt, wie wir unseren „Entscheidungsmuskel” trainieren können.

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Endlich entscheiden: Wie du weißt, was wirklich zu dir passt

Wir treffen jeden Tag rund 20.000 Entscheidungen – die meisten davon eher unbewusst. Aber was passiert, wenn’s um die wirklich wichtigen Fragen im Leben geht? Urooba und Tischlermeister Florian (@tischlerimkopf) sprechen über eigene Erfahrungen und teilen Tipps, wie man mit Unsicherheit und Selbstzweifeln besser umgehen kann.

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Viele Ängste und Gefühle habe ich einfach unterdrückt, weil ich mich immer als Pragmatiker gesehen habe. Heute kann ich da sehr viel mehr drauf achten und auch mehr in meine Entscheidungsfindung mit einbeziehen.

Florian Peters

Tischlermeister

Warum uns Entscheidungen so schwerfallen

Eigentlich treffen wir jeden Tag Entscheidungen. Die meisten davon automatisch. Schwieriger wird es bei allem, was Konsequenzen für unsere Zukunft haben könnte.

Denn genau dann geraten viele Menschen ins Grübeln:

  • Was, wenn ich mich falsch entscheide?

  • Was, wenn es später bessere Möglichkeiten gibt?

  • Was, wenn andere meinen Weg nicht verstehen?

Hinzu kommt ein Phänomen, das Psychologen „Overchoice“ nennen. Zu viele Möglichkeiten führen nicht automatisch zu mehr Freiheit – sondern oft zu Unsicherheit und Entscheidungsstress.

Gerade durch Social Media entsteht außerdem schnell das Gefühl, andere hätten ihr Leben längst perfekt im Griff. Dadurch wächst der Druck, sofort die „richtige“ Entscheidung treffen zu müssen. Denn je mehr Optionen wir haben, desto schwieriger wird es oft, sich festzulegen.

Ein Selfie von Florian Peters
Credit: C3

Die Geschichte von Florian Peters

Es gibt Menschen, die gehen einfach zur Arbeit, weil sie es müssen. Und dann gibt es Menschen, die brennen so richtig für ihren Beruf. Zu ihnen gehört Florian. Er ist Tischlermeister mit Leib und Seele und kann sich kaum eine bessere Tätigkeit vorstellen. Doch auch die größte Liebe zum Job schützt nicht vor Burnout. Vor zwei Jahren musste Florian aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit aufgeben. Der Grund: „Für mich war es der Kundenkontakt, der zu dem großen Stress geführt hat.“ Aber er hat auch für sich entschieden: „Ich will unbedingt wieder in diesen Beruf zurück.“ Eine Entscheidung, die ihm nicht leichtgefallen ist. Ganz kann er die Finger vom Holz nicht lassen und auf seinem Instagram-Kanal (@tischlerimkopf) zeigt er alles, was er über Holz und seinen Beruf weiß und was er an ihm liebt. In dieser Folge spricht er mit Urooba ganz offen darüber, welche Konsequenzen die großen Entscheidungen in seinem Leben hatten, welche Ängste dabei eine Rolle spielen und was er daraus gelernt hat.

Was macht eine gute Entscheidung aus?

Viele glauben, eine gute Entscheidung erkenne man daran, dass man sich sofort sicher fühlt. Das stimmt jedoch oft nicht.

Eine gute Entscheidung bedeutet NICHT automatisch:

  • keine Angst zu haben

  • keine Zweifel zu spüren

  • später nie etwas zu bereuen

Viel wichtiger ist die Frage: Passt die Entscheidung zu meinen Werten, Bedürfnissen und Lebenszielen? Denn manchmal fühlen sich richtige Entscheidungen zunächst unbequem an – gerade dann, wenn sie Veränderung bedeuten. Entscheidungen zu treffen, bedeutet auch, Unsicherheit auszuhalten. Genau das macht sie so anstrengend.

Wie man bessere Entscheidungen trifft

Es gibt keine perfekte Methode für jede Situation. Aber einige Strategien helfen dabei, klarer zu denken und bewusster zu entscheiden.

1. Nicht nur fragen: „Was ist sicher?“

Viele Entscheidungen werden aus Angst getroffen: Angst vor Fehlern, Angst vor Ablehnung und Angst vor Unsicherheit. Langfristig hilfreicher ist aber die Frage: „Welche Entscheidung bringt mich näher zu dem Leben, das ich eigentlich führen möchte?“

2. Gefühle und Fakten trennen

Emotionen sind wichtig – aber unter Stress treffen Menschen oft impulsive Entscheidungen. Hilfreich kann sein, deine Gedanken aufzuschreiben, Pro- und Contra-Listen zu machen oder mit etwas Abstand erneut auf die Situation zu schauen. Denn nicht jeder starke Gedanke ist automatisch richtig.

3. Nicht auf die perfekte Option warten

Viele Menschen bleiben jahrelang in Situationen stecken, weil sie die perfekte Entscheidung suchen. Doch meistens gibt es nicht den einen perfekten Weg. Stattdessen gibt es Entscheidungen, die besser zu der Person passen, die man gerade ist.

4. Entscheidungen als Prozess sehen

Eine Entscheidung ist selten endgültig. Menschen verändern sich – und Wege dürfen sich ebenfalls verändern. Zu wissen, dass man später nachjustieren darf, nimmt oft Druck heraus.

Diese Fragen helfen bei schwierigen Entscheidungen

Wenn du gerade feststeckst, können diese Fragen Orientierung geben:

  • Würde ich mich genauso entscheiden, wenn niemand mich bewerten würde?

  • Welche Option passt eher zu meinen Werten?

  • Wovor habe ich eigentlich Angst?

  • Geht es gerade um Sicherheit oder um Zufriedenheit?

  • Was würde mein zukünftiges Ich mir raten?

  • Welche Entscheidung würde mir mehr Entwicklung ermöglichen?

Sprich auch gern mit anderen über diese Fragen. Rede mit Menschen aus deinem Freundeskreis, deiner Familie oder deinem beruflichen Umfeld und höre dir an, was sie zu deiner Situation sagen. Andere Perspektiven können bei der Entscheidungsfindung helfen, insbesondere, wenn sie sich stark von deiner eigenen unterscheiden.

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