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Corporate Health Award 2020: Wie ein Bio-Hof durch BGM zum Award­gewinner wurde

Der Sonderpreis "Gesundes Handwerk" im Rahmen des Corporate Health Award geht in diesem Jahr an den Stautenhof in Willich-Anrath nahe Düsseldorf. Wir zeigen, was den Biohof aus Nordrhein-Westfalen ausmacht, wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement aussieht und was die Auszeichnung für Christoph und Beate Leiders, die den Betrieb führen, bedeutet.

Eigentlich hätte es für die Gewinner des Corporate Health Award auch in diesem Jahr eine große Galaveranstaltung geben sollen. Doch daraus wurde nichts, die Corona-Pandemie machte auch der Preisverleihung, die in den letzten Jahren Mitte November bis Anfang Dezember in Bonn stattgefunden hatte, einen Strich durch die Rechnung. 

Nichtsdestotrotz ist die Freude bei Beate und Christoph Leiders vom Stautenhof in Willich-Anrath groß. Denn für ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement haben sie 2020 den Sonderpreis "Gesundes Handwerk" erhalten. "Wir sind superstolz und haben uns sehr gefreut. Die Auszeichnung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und sie motiviert uns noch mehr", sagt Beate Leiders, die zusammen mit ihrem Mann Christoph den Biohof mit über 40 Mitarbeitern leitet.

Darum geht’s beim Corporate Health Award

Der Corporate Health Award vom Marktforschungsunternehmen EuPD Research und der Wirtschaftszeitung Handelsblatt ist die renommierteste Auszeichnung in Deutschland für die Umsetzung betrieblicher Gesundheitssysteme und wird in verschiedenen Branchenkategorien vergeben. Die IKK classic ist seit 2017 Partner des Corporate Health Award. Dafür hat sie gemeinsam mit der EuPD Research Sustainable Management GmbH ein Benchmark – in Form eines Reports über das eigene BGM mit Vergleichswerten – erarbeitet, anhand dessen Handwerksbetriebe ihr BGM bewerten können. 

Betrieben mit einem besonders guten Benchmark wird zusätzlich das Siegel "Gesundes Handwerk – Exzellentes betriebliches Gesundheitsmanagement“ verliehen, das öffentlichkeitswirksam genutzt werden kann. Unter den besten mit einem Siegel ausgezeichneten Betrieben wird schließlich einmal jährlich der Corporate Health Sonderpreis "Gesundes Handwerk" verliehen. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, damit noch mehr Unternehmen Arbeit gesundheitsgerechter organisieren. Schließlich hat Gesundheitsförderung in handwerklichen Kleinbetrieben oft einen viel stärkeren Effekt als in Großbetrieben, denn im Handwerksbetrieb machen alle mit.

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Das ist der Stautenhof

Ursprünglich war der Stautenhof ein rein konventioneller Landwirtschaftsbetrieb. Mit der Umstellung auf Bio-Produktion kam ein umfangreicher Verarbeitungssektor dazu. Heute stehen Ackerbau und Viehhaltung nicht mehr für sich allein: Übergreifend zur Landwirtschaft betreibt der Stautenhof einen großen Hofladen mit Metzgerei, Naturkostladen, Hofbäckerei und ein Bistro mit Küche. Dort gibt es neben Frühstück auch einen Mittagstisch und nachmittags Kaffee und Kuchen für die Besucherinnen und Besucher.

Die Umstellung auf Ökolandbau erfolgte im Jahr 1997, heute bewirtschaften Christoph und Beate Leiders gemeinsam mit Tochter Theresa und Schwiegersohn Christoph Coßmann den Hof nach den strengen Bio-Richtlinien von Naturland und Bioland. Auf einer Fläche von 60 Hektar werden Kartoffeln, Getreide, Mais und Kleegras angebaut. Dazu kommt Platz für die artgerechte Haltung von Schweinen, Rindern, Hühnern und mehr.

Zwei Frauen unterhalten sich im Büroflur über Pläne, die an der Wand hängen. © IKK Classic

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Über den Stautenhof

Der Stautenhof in Willich-Anrath nahe Düsseldorf ist ein dem Naturland- und Bioland-Verband angeschlossener Biohof. Auf einer Fläche von über 60 Hektar baut die Familie Leiders Kartoffeln, Getreide, Mais, Kleegras und Ackerbohnen an. Die Umstellung auf ökologischen Landbau erfolgte im Jahr 1997, damit einher ging eine Reduzierung auf 60 Sauen und 400 Mastschweine. 2011 erfolgte der Ausbau der Metzgerei und des Hofladens, seit 2012 gibt es zudem eine Hofbäckerei. Christoph und Beate Leiders führen den Betrieb, für den über 40 Angestellte tätig sind.

Nachhaltigkeit wird großgeschrieben

2013 begannen Beate und Christoph Leiders, sich noch intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Mithilfe der Beraterin Elke Vohrmann entwickelten die beiden eine Nachhaltigkeitsstrategie für den Stautenhof, die systematisch soziale und ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit in die Geschäftstätigkeit integrierte.
 
Ein wichtiger Meilenstein war dabei die Erarbeitung eines gemeinsamen Leitbildes, berichtet Christoph Leiders: "Wir haben vor einigen Jahren zusammen mit unseren Mitarbeitern ein Leitbild erstellt und gemeinsam definiert, was uns wichtig ist und wie unser Betrieb in Zukunft aussehen soll. Dabei spielte die Mitarbeitergesundheit eine große Rolle."

Familie Leiders mit einigen ihrer Tiere © PR
Familie Leiders

Denn Nachhaltigkeit betrifft nicht zuletzt auch die Mitarbeitenden. Für das Ehepaar Leiders stand früh fest, dass auf die Zufriedenheit und Gesundheit der Angestellten des Stautenhofs ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte. Zusammen mit der Gesundheitsmanagerin Mechtild Janßen von der IKK classic und der Nachhaltigkeitsberaterin Vohrmann entwickelten die beiden daher 2014 ein Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Entscheidend für die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs im Stautenhof waren hierbei die Mitarbeiterbefragungen durch die IKK classic. "Unsere Leute denken intensiv mit, was es zu verbessern gibt und so hat uns die Fülle des Maßnahmenplanes am Anfang fast erschreckt. Inzwischen steht bei vielen Verbesserungsvorschlägen 'umgesetzt'", berichtet Christoph Leiders. Das betrifft zum Beispiel höhere Theken zur rückenschonenden Arbeit, stressfreiere Arbeitsprozesse oder Initiativen zur Ernährung und gesunder Führung. Hinzu kommen in regelmäßigen Abständen Seminare und Schulungen, in denen IKK-Trainerinnen und Trainer sowie andere Expertinnen und Experten wertvolle Impulse geben.

So sieht das BGM im Stautenhof aus

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement umfasst im Stautenhof viele Bereiche – und fängt schon beim Frühstück an. Neben Kaffee wird den Mitarbeitenden auch Tee und Wasser angeboten, Zucker wird nicht mehr automatisch dazu gestellt. "Wir stellen außerdem immer Obst für unsere Mitarbeiter bereit", erzählt Beate Leiders.

Die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt Beate und Christoph Leiders am Herzen, das merkt man, wenn man sich mit den beiden länger unterhält. Dazu gehört auch die Art und Weise, wie die beiden mit ihren Angestellten kommunizieren. Hilfreich sei hier ein Seminar zu wertschätzender Kommunikation für Führungskräfte gewesen, erzählt Christoph Leiders. Und obwohl die Mitarbeitenden im Stautenhof in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig sind – in der Landwirtschaft, als Verkaufskräfte oder Metzgerinnen und Metzger – und alle ihre eigene Sprache sprechen, gelte stets der Grundsatz, dass "wir alle auf Augenhöhe kommunizieren. Jeder Mitarbeiter zählt gleich viel", sagt Christoph Leiders.

Frau arbeitet am Tablet. © Stocksy

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Fahrräder und ein Bauernhofkindergarten

Wie kommt man umweltfreundlich und gesund zur Arbeit? Auch diese Frage war Bestandteil des bereits erwähnten Leitbild-Seminars auf dem Stautenhof. Da Christoph und Beate Leiders selbst begeisterte Radfahrer sind, kamen sie auf die Idee, Fahrradhändler aus der Umgebung einzuladen, um den Mitarbeitenden des Stautenhof gute Fahrräder vorzustellen. Die Aktion entpuppte sich als großer Erfolg: „Am gleichen Tag haben sich noch 25 Mitarbeiter dazu entschlossen, ein neues Fahrrad über den Stautenhof zu finanzieren“, erzählt Christoph Leiders.

Die über Entgeltumwandlung vorfinanzierten Fahrräder dienen mittlerweile nicht mehr nur als Transportmittel zur Arbeit und Bewegungsausgleich nach vielem Stehen oder Sitzen.  Auch in ihrer Freizeit radeln viele Stautenhof-Beschäftigte mittlerweile gerne – und das auch gemeinsam, wie Christoph Leiders berichtet. Inzwischen gebe es ein regelmäßiges Sonntagstreffen, bei denen gemeinsame Radausflüge auf dem Programm stehen.

Auch für Eltern mit Kindern wird auf dem Stautenhof gesorgt: Seit Anfang August gibt es einen sogenannten "Bauernhofkindergarten". Dadurch soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch besser gewährleistet werden. Die Initiative hierzu kam von einer Mitarbeiterin, die den Wunsch äußerte, trotz Kind auch nachmittags arbeiten zu wollen. Die neu geschaffene Betreuungseinrichtung ermöglicht ihr und anderen Müttern und Vätern im Betrieb nun, flexibler und zeitunabhängiger arbeiten zu können.

Auszeichnung als Ansporn

Christoph und Beate Leiders wollen den eingeschlagenen Weg im Stautenhof, der eine Nachhaltigkeitsstrategie mit einer konsequenten Förderung der Mitarbeitergesundheit verbindet, weiterführen. Die Auszeichnung mit dem Sonderpreis "Gesundes Handwerk" ist dabei ein zusätzlicher Ansporn und kein Selbstzweck, wie Christoph Leiders betont: "Wir machen die Projekte im Bereich Mitarbeitergesundheit ja nicht nur für unsere Mitarbeiter, sondern auch, weil wir wissen, dass es in Zukunft für einen Betrieb wie den unseren immer schwieriger sein wird, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu halten." Wenn Christoph und Beate Leiders so weitermachen, dürfte der Stautenhof hinsichtlich dieser Herausforderung gut gewappnet sein.

Portrait der IKK Gesundheitsmanagerin Mechtild Janßen
IKK Gesundheitsmanagerin Mechtild Janßen

Das sieht auch IKK-Gesundheitsmanagerin Mechtild Janßen so: "Das Besondere am Stautenhof ist, dass sie mit großer Selbstverständlichkeit alles angehen, was dem sozialen Frieden und der Entwicklung all der Bereiche dient, die die Gesundheit und Arbeitszufriedenheit beeinflussen. Ganz natürlich zeigen sie uns, dass eine Investition in Nachhaltigkeit bei allen Geschäftsbereichen mit wirtschaftlichem Erfolg einhergeht."

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