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Der BVB und die Menschenrechte – Teil II

Was hat Fußball mit den Menschenrechten zu tun? Eine ganze Menge. Schließlich basieren sowohl der Sport, als auch das Zusammenleben auf dem Gedanken des „Fair Play“. Der BVB engagiert sich intensiv in diesem Bereich. Die Aktivitäten des Vereins sind in der Abteilung Corporate Responsibility gebündelt. Wir haben uns mit Abteilungsleiter Daniel Lörcher unterhalten. Hier kommt Teil II.

  • Welche Rolle spielen Menschenrechte in deiner Arbeit?

    Eine sehr große. Menschenrechte sind die Grundlage dafür, dass wir zusammenkommen, dass wir eine Gleichberechtigung der Menschen haben. Dass wir in Deutschland freie Rechte haben, um die anderswo gekämpft wird. Allein das Wahlrecht. Es ist die Grundlage, zu sagen, wir setzen uns für Menschenrechte ein. 

  • Im ersten Artikel der Menschenrechtskonvention geht es darum, sich im Geist der Brüderlichkeit zu begegnen. Ist dieser Geist gerade in Gefahr?

    Nein, dem möchte ich klar widersprechen. Die Kräfte, die diesen Geist gefährden, sind in der absoluten Minderheit. Sie erzwingen es nur, sich in der Öffentlichkeit großes Gehör zu verschaffen. Das liegt auch an der Deutlichkeit ihrer Aussagen. Denn es ist viel einfacher, plump zu sagen „wir sind gegen Flüchtlinge“, als mannigfaltig und kleinteilig zu erklären, wie die Integration tatsächlich gelingen soll. 

  • Wie gelingt es dieser Minderheit, eine solche Resonanz zu erzeugen?

    Obwohl für viele Menschen erstmal das Grundrecht der Menschen auf das Leben nicht in Frage gestellt ist, ist diese Frage ja mehr als ein reines „Dafür“ oder „Dagegen“. Es heißt dann oft, man muss die Sorgen der Menschen doch ernst nehmen. Aber das sind ja keine Sorgen, das Gedankengut ist schlicht menschenverachtend. Ein sorgenvoller Umgang wäre es zu fragen, wie gehen wir damit um, wenn viele Menschen mit Migrationsgeschichte und mit Kriegserfahrung nach Deutschland kommen. Aber die Debatte findet weniger sachlich, sondern vielmehr emotional statt. Der große Konsens ist doch einfach, hier nicht menschenverachtend zu handeln. 

  • Ist Dortmund ein besonderes gefährdetes Pflaster?

    Die extreme Rechte ist in Dortmund sehr stark, man denke nur an die Neonazi-Partei „Die Rechte“. Oder an den selbst ernannten Nazi-Kiez - der es natürlich nicht ist - in Dortmund Dorstfeld. Die Nazi-Szene in Dortmund ist schon sehr gut organisiert und hat auch ein sehr weitreichendes Netzwerk. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir uns engagieren. 

  • Umso wichtiger, dass ihr dagegen angeht, oder?

    Unsere Arbeit für Vielfalt, für Toleranz und gegen Rassismus und gegen Antisemitismus darf nicht immer nur als Reaktion auf ein Problem verstanden werden. Es sollte in unserem alltäglichen Interesse sein, den gesellschaftlichen Herausforderungen eine Antwort gegenüberzustellen. Es soll zu einem Selbstverständnis werden, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander leben und diese Vielfält wertschätzen. Und da ist Dortmund und der BVB eben besonders hilfreich, weil wir so viele unterschiedlichen Menschen erreichen können. 

  • Nun ist der Fußball ja ein Raum, in dem es ganz konkret um „Wir gegen die anderen“ geht. Schon auch ein Nährboden für Diskriminierung, oder?

    Ja, auf den ersten Blick mag das stimmen. Die Grundanlage „Wir gegen die anderen“, die Herstellung von Gruppe, ist gegeben. Es muss aber deswegen nicht in rassistische Denkmuster gehen. Man kann ja rein sportlich besser sein und muss das nicht in rassistischen, antisemitischen oder homophonen Mustern kundtun. Außerdem wird ja die Haltung, die rein sportliche Grundanlage der Auseinandersetzung, mit dem Handshake vor und nach dem Spiel deutlich. 

  • Wie packt ihr in eurer Arbeit das Thema Menschenrechte an?

    Wir versuchen, immer mehr Menschen zu erreichen, und das auch langfristig. Auch die Menschen, die bei uns einmal dabei waren, wollen wir nicht abhaken und sagen, ‚die haben das jetzt durchlaufen, auf zu den nächsten‘.Wir wollen die Menschen immer wieder aufs Neue ansprechen. Und neue Menschen dazu zu bringen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

  • Wie funktioniert diese Auseinandersetzung?

    Wir spielen als BVB diese Botschaften immer wieder. Manchmal sehr offensiv, manchmal eher unterschwellig. Aber es ist wichtig, immer und immer wieder klarzumachen, dass wir für Menschenrechte einstehen. Dass wir gar nicht erst eine Diskussion darüber entstehen lassen, ob die Menschenrechte nun wichtig sind oder nicht. Oder welches Menschenrecht wichtig ist. Sondern unser Bekenntnis über Aktivitäten immer wieder unter Beweis zu stellen. 

  • Wie kann man bei euch mitmachen?

    Man kann an ganz vielen Aktionen teilnehmen, die findet man auf unserer Homepage. Man kann sich vernetzen. Man kann immer wieder schauen, was es gerade für Angebote gibt. Und sich einfach anmelden und mit dabei sein. Das wird vor allem in der Nach-Corona-Phase wieder viel präsenter sein und darauf, auf unsere Angebote, Workshops, Lesungen, Ausstellungen oder eben auch die Bildungsreisen, freuen wir uns schon heute. 

Hier geht´s zum ersten Teil des Interviews mit David Löcher. 

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