Körpersprache deuten: Tipps zur nonverbalen Kommunikation

Unser Körper verrät oft mehr über unsere Gefühle und wer wir wirklich sind als unsere Worte – sogar dann, wenn wir überhaupt nicht sprechen. Zauberkünstler Thommy Ten und Amélie van Tass wissen nicht nur genau, wie Menschen Körpersignale senden und interpretieren, sondern auch, wie sie bewusst eingesetzt werden können.

Körpersprache: Mehr als tausend Worte

"Man kann nicht nicht kommunizieren." Nie zuvor wurde das Wesen menschlicher Kommunikation treffender formuliert als vom österreichisch-amerikanischen Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick im Jahr 1967. Seine Annahme: Kommunikation findet sowohl verbal als auch nonverbal sowie bewusst als auch unbewusst statt. Da sich Menschen immer in irgendeiner Weise zueinander verhalten, kommunizieren sie immer – ob sie wollen, oder nicht.

Ein anderer Österreicher, der sich mit der zwischenmenschlichen Kommunikation beschäftigt, ist der Zauberkünstler Thommy Ten: Bereits seit über 20 Jahren studiert er die Kraft des Denkens, die Illusion und die Sprache des Körpers. Gemeinsam mit seiner Partnerin Amélie van Tass tritt er auf großen Bühnen und im Fernsehen auf.

Jeder von uns ist eigentlich auch ein Profi, weil jeder von uns schon mehrere tausend Male mit anderen in Kontakt getreten ist.
Thommy Ten, Zauberkünstler

"Es hilft sehr, zu wissen, wie wir in Kommunikation treten", erklärt er. "Jeder von uns ist eigentlich auch ein Profi, weil jeder von uns schon mehrere tausend Male mit anderen in Kontakt getreten ist. All diese Erfahrungen speichern sich in unserem Unterbewusstsein ab."

Dass Kommunikation mehr bedeutet, als nur zu sprechen, ist in evolutionärer Hinsicht sogar sinnvoll. Schließlich waren unsere prähistorischen Vorfahren sprachlich sehr eingeschränkt und komplexe Sachverhalte konnten sie nicht vermitteln.

Somit liegen die Anfänge menschlichen Kommunizierens im nichtsprachlichen Verhalten, dem Gesichtsausdruck und in der Gestik. Wie sehr die Mimik in uns verankert ist, lässt sich auch daran festmachen, dass man die Fähigkeit zu lächeln sogar schon bei Neugeborenen beobachten kann – und das in allen Kulturen.

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8 Signale einer positiven Körpersprache

So wirken Sie kooperativ und damit sympathisch auf Ihr Gegenüber – wenn Sie es wollen!

1. Verschränken Sie nicht Ihre Arme

2. Halten Sie Augenkontakt

3. Lächeln Sie ehrlich

4. Halten Sie Ihren Körper gerade

5. Lassen Sie Ihre Hände sprechen

6. Schenken Sie Ihrem Gegenüber ehrliche Beachtung

7. Berühren Sie Ihr Gegenüber beiläufig

8. Entspannen Sie Ihre Gesichtszüge

  • Halten Sie Augenkontakt

  • Lächeln Sie "ehrlich"

  • Halten Sie Ihren Körper gerade

  • Lassen Sie Ihre Hände sprechen

  • Schenken Sie Ihrem Gegenüber ehrliche Beachtung

  • Verschränken Sie nicht Ihre Arme

  • Berühren Sie Ihr Gegenüber beiläufig

  • Entspannen Sie Ihre Gesichtszüge

     

Selbstbewusste Menschen sind erfolgreicher

Die eigene Ausstrahlung hat einen großen Einfluss auf unsere Erfolge – egal ob in der Liebe oder im Beruf. "Es ist daher wichtig, sich selbst anzunehmen und zu mögen", erklärt Amélie. Die Körpersprache sei dabei nur ein Bereich. Zu einer selbstbewussten Haltung – innerlich wie äußerlich – gehöre auch Offenheit, Achtsamkeit und Präsenz. "Und das alles beeinflusst sich gegenseitig."

Eine gute Übung, um selbstsicher in ungewohnte Situationen zu gehen, besteht in der Visualisierung. "Man stellt sich vor, wie man vor dem Rednerpult steht oder vor Menschen einen Vortrag hält", sagt Amélie. "Dabei ist die Außenbetrachtung sehr wichtig, also was man zum Beispiel für Kleidung tragen könnte. Damit steigert sich das Selbstbewusstsein, weil das Gehirn die Situation schon einmal durchlebt hat."

Eine weitere Übung ist das Einnehmen der Machtpose, auch Superman-Pose genannt. Thommy erklärt: "Dabei vergrößert man sich selbst, stemmt die Arme in die Hüfte und hält diese Position für 30 Sekunden und atmet sehr tief in den Bauch hinein. Diese Haltung gibt dem Körper so viel Selbstbewusstsein, dass man es auch nach außen strahlt. Sei es vor dem Bewerbungsgespräch oder dem Auftritt auf der Bühne oder vor einem Date. Damit signalisiert man dem Körper: Hey, du bist supertoll und jetzt geht’s los."

Studien zeigten, dass tägliches Üben von zwei Minuten so das Selbstbewusstsein auf Dauer stärke, so Thommy.

Körpersprache im Beruf: Die Haltung

Im Beruf zählt – wie in der Liebe – Sympathie zu den großen Türöffnern. Doch Vorsicht: Wer ständig dieselben Regeln anwendet, die auch beim Flirten gelten, findet sich nicht nur oft in unangenehmen Situationen wieder, sondern auch die ein oder andere Abmahnung auf dem Schreibtisch.

Grundsätzlich gilt: Eine selbstsichere Körperhaltung strahlt Authentizität aus. Der Stand ist dabei enorm wichtig. Wer sicher und gerade steht, wirkt selbstsicher – die Zuhörer halten Sie für fachlich kompetent und Argumente werden eher angenommen, als wenn Sie sich mit hängenden Schultern und in gebückter Haltung präsentieren. Diese signalisiert nämlich Ängstlichkeit oder Verschlossenheit.

Auch beim Gang sollte Haltung bewahrt werden, da dieser genauso Rückschlüsse über das emotionale Empfinden zulässt: Ein leichter, etwas federnder und sicherer Gang wirkt positiv, während ein zögerlicher oder schlurfender Gang das Gegenteil bewirkt.

Tipp: "Wenn Sie eine Verbindung mit Ihrem Vorgesetzten aufbauen möchten, suchen Sie nach Gemeinsamkeiten", erklärt Thommy. "Wenn Sie beispielsweise eine längere Reise mit sportlichen Aktivitäten planen und wissen, dass Ihr Chef eine Sportskanone ist, versuchen Sie ihm zu erklären, warum Ihnen diese Reise so wichtig ist. Oder wenn er oft in Sportmetaphern spricht, streuen sie hier und da auch eine ein."

Körpersprache im Beruf: nonverbaler Knigge

Auch im Job ist der Blickkontakt das A und O in Gesprächssituationen. Wenn Sie zum Beispiel mit mehreren Personen reden, ist es wichtig, zu allen anwesenden Personen während des Gesprächs offenen Blickkontakt zu halten. Zugegeben, das ist nicht immer ganz einfach, lässt sich aber trainieren.

Ebenso der Gesichtsausdruck: Zusammengepresste Lippen signalisieren Angespanntheit, Unruhe und Ungeduld, entspannte Gesichtszüge und eine offene Augenpartie hingegen Leistungsfähigkeit.

Sympathisch wirkt auch, wer die Gesten des Gesprächspartners unbewusst imitiert. Lehnen Sie sich zum Beispiel innerhalb eines Sekundenbruchteils zeitversetzt zurück, wenn der andere es gerade auch getan hat. "Spiegelung" wird das in der Psychologie genannt. Wer jedoch jede Bewegung zu offensichtlich nachahmt, bewirkt schnell das Gegenteil.

Tipp: Die Atmung spielt eine größere Rolle, als man vielleicht meinen könnte. "Sie regelt nicht nur die Spannung im eigenen Körper", so Thommy. "Wenn man seine Atmung an sein Gegenüber anpasst, erschafft man eine Verbindung durch das Unterbewusstsein. Das halte ich persönlich für viel stärker, als Handlungen des anderen zu spiegeln."

Auch die Distanz zum Gegenüber spielt eine wichtige Rolle. Menschen fühlen sich schnell in ihrer privaten "Blase" berührt, weshalb Sie das richtige Maß an Nähe und Distanz einhalten sollten. In einigen Situationen ist es sogar von Vorteil, zum Beispiel dann, wenn der Chef einem nur bis zum Brustbein reicht. Zwischen 0,5 und 1,5 Meter Abstand lautet die Faustformel.

Körpersprache beim Flirten: die Hände

Ähnlich wie die Mimik ist auch die Sprache unserer Hände in vielen Teilen der Welt gleich: Ob Siegerpose, gehobener Daumen oder erhobene Hände – diese Gesten sind allgemeingültig. Gerade beim Flirten spielen die Hände eine große Rolle. Nicht nur, dass schöne Hände als attraktiv gelten, die richtige Handbewegung kann auch eine positive Wirkung haben.

Angefangen beim Händedruck: Er ist häufig der erste Körperkontakt zwischen zwei Menschen und sollte daher bewusst eingesetzt werden, um die eigene Sympathie gegenüber dem anderen auszudrücken. Nicht zu lasch oder zu fest lautet die Devise. Verbunden mit einem geraden Blick, kann ein selbstbewusster Händedruck wahre Wunder bewirken.

Menschen deuten außerdem die Position der Hände. Positiv wahrgenommen werden offene und sichtbar vor oder neben dem Körper positionierte Hände. Wenn diese jedoch in den Hosentaschen verschwinden, wird das eher als negativ empfunden. Ebenso, wenn Gesten unterhalb der Taille geschehen statt oberhalb. Vermeiden Sie allzu heftiges Fuchteln. Pointiertes Einsetzen der Hände verleiht ihren Worten aber zum Beispiel mehr Nachdruck.

Tipp: "Noch wichtiger als das Sprechen ist das Zuhören", bekräftigt Thommy. "Hören Sie zu und überlegen Sie, was der andere wirklich sagen möchte. Erst dadurch entsteht der richtige Gesprächsfluss."

Körpersprache beim Flirten: Gestik und Mimik

Blickkontakt, ein freundliches Lächeln, zarte Berührungen: Beim Flirten können kleine Handlungen enorm viel bewirken und das in Sekundenschnelle, denn wir bilden in kürzester Zeit unser Urteil über andere Menschen. Haben Sie keine Angst! Wenn Sie sich nur einiger Dinge vergewissern und die Sprache Ihres Körpers beherrschen, nehmen Sie schnell positiven Einfluss auf Ihr Gegenüber.

Das attraktivste Signal, das wir zu senden imstande sind, ist unser Lächeln. Dabei ist das "ehrliche" Lächeln – also jenes, das Grübchen oder Lachfältchen in unser Gesicht zeichnet– das sympathischste. Ein natürliches, aufgeschlossenes Lächeln ist wichtig für den ersten Eindruck, ein Dauerlächeln wirkt hingegen künstlich und selbstgefällig.

Nonverbale Signale senden wir aber nicht nur mit unserem Lächeln, sondern auch mit unseren Augen. So können sie Freude ausstrahlen, fragen, zweifeln oder verurteilen. Gerade beim Flirten kommt dem Blick eine zentrale Bedeutung zu. Empfehlenswert ist es, der anderen Person immer wieder einige Sekunden einen offenen Blick zu schenken, bevor er wieder abschweift. Starren Sie nicht, denn das wirkt eher irritierend.

Blickt Ihr Gegenüber nach unten oder reagiert nicht auf Ihre Kontaktaufnahme, besteht kein Interesse. Sollte dieses aber bestehen, vermeiden Sie im nächsten Schritt einen häufig zu Boden gesenkten Blick, genauso wie hin und her flirrende Augen oder demonstratives Wegsehen. Damit signalisieren Sie nämlich Unsicherheit oder Ignoranz. Halten Sie stattdessen den Blickkontakt während des Gesprächs aufrecht.

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In einer langen Partnerschaft verändern sich oft die Verhaltensweisen beider Partner im Laufe der Zeit: Während in den ersten Monaten noch vorsichtig und sehr liebevoll miteinander umgegangen wird, kann es passieren, dass der Alltag das gegenseitige Verhalten verändert, die Kommunikation zurückfährt und Probleme nicht angesprochen werden. Es wird zunehmend schwieriger für die Partner, Verhalten und Körpersprache des anderen einzuschätzen.

Wahrnehmung, Wertschätzung und Liebe laufen über Zuwendung, wie Augenkontakt, Beobachtung und Kommunikation. Wo keine körperlichen Signale mehr wahrgenommen oder gesendet werden, läuft die Liebe Gefahr, nicht mehr gesehen zu werden. Achtsamkeit ist daher sehr wichtig. Seien Sie sich bewusst, dass Sie ständig Signale senden.

Auch Körpersprachen-Profis Thommy und Amélie erwischen sich immer wieder dabei, dass sie unbewusst dieselbe Haltung einnehmen. "Trotzdem versuchen wir, Bühne und Privates zu unterscheiden", beteuert Amélie. "Wir schaffen es jedenfalls, dass wir uns zu Weihnachten gegenseitig noch überraschen können."

Positive Beispiele sind: Köpfe nach vorn zueinander strecken, gute Körperspannung, Spiegelung von Bewegungen. Negative hingegen: Genervtes Ausatmen, Einigeln oder ein desinteressierter Blick aus dem Fenster.

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