Krampfadern und Besenreiser behandeln

Besenreiser und Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches Problem, unbehandelt stellen sie ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Denn die Abflussstörungen des Blutes können zu schweren Thrombosen oder einer Embolie führen. Wir erklären, wie Krampfadern entstehen und wie sich die Beschwerden behandeln lassen.

Was sind Krampfadern überhaupt?

Krampfadern sind auch unter dem medizinischen Begriff Varizen bekannt. Diese entstehen, wenn die oberflächlichen Venen erweitert sind und dadurch deutlich hervortreten. Die Vene ist dann als geschlängelte, knotige bläuliche Ader gut unter der Haut sichtbar. Häufig kommen Krampfadern an Beinen vor, aber auch an der Speiseröhre entstehen Krampfadern.

Unterschied zwischen Krampfadern und Besenreisern

Besenreiser sind eine sehr feine, oberflächliche Form von Krampfadern. Sie werden als dünne, netzartige violett schimmernde Äderchen unter der Haut sichtbar. Da es sich hierbei meist nur um ein kosmetisches Problem handelt und kaum Beschwerden auftreten, muss man die Kosten für eine Behandlung selbst übernehmen. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann man den Schweregrad von Besenreisern und Krampfadern leicht feststellen.

Ursachen für Krampfadern

Veränderungen in Venen betreffen neun von zehn Menschen mindestens einmal in ihrem Leben. Eine sogenannte Venenschwäche führt zu dieser Veränderung. Wer ein schwaches Bindegewebe hat, ist besonders anfällig. Deshalb sind Frauen auch häufiger betroffen als Männer, da sie von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe haben.

Dafür verantwortlich ist das weibliche Hormon Östrogen, es lässt das Bindegewebe erschlaffen. Die Elastizität der Gefäßwände lässt nach und die Venenklappen, die das Blut zum Herzen transportieren, schließen nicht mehr richtig. Dadurch staut sich das Blut und die Gefäße werden überdehnt.

Risikofaktoren für Krampfadern und Besenreiser

  • Bewegungsmangel in Kombination mit langem Sitzen und Stehen

  • Alkohol (führt zu Gefäßerweiterungen) und Nikotin (macht die Venenwände porös)

  • Schwangerschaft (durch den Anstieg an Östrogen)

  • Hohe Schuhe

  • Übergewicht (erschwert den Rücktransport des Blutes)

  • Lebererkrankungen (Leberzirrhose)

Symptome von Krampfadern und Besenreisern

Geschwollene, schwere Beine, Juckreiz und Spannungsgefühl deuten auf eine Venenschwäche hin. Die Beine ermüden schneller und nachts kommt es vermehrt zu Beinkrämpfen. Je länger der Blutstau unbehandelt bleibt, desto durchlässiger werden die Venenwände. Es tritt Flüssigkeit in das umliegende Gewebe aus. Bei fortschreitenden Krampfadern kann es deshalb zu Wasseransammlungen kommen, Ödeme entstehen.

Je länger der Blutstau anhält, desto schlimmer die möglichen Folgen für den Körper. Wenn das umliegende Gewebe durch den Blutstau nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, kann dies zu offenen Beinen führen. Verletzungen heilen nicht mehr richtig ab, offene Geschwüre und absterbendes Gewebe sind die Folge. Im Sommer weiten sich die Gefäße durch die Wärme und das bedeutet Hochsaison für Krampfadern und Besenreiser. Deshalb sollte die medizinische Behandlung vorzugsweise im Winter stattfinden.

Krampfadern und Besenreisern vorbeugen – so geht's

  • Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen, Radfahren, Wandern

  • Beingymnastik und Umhergehen (am Arbeitsplatz) helfen, die Venen fit zu halten

  • Ein kalter Beinguss unter der Dusche (damit sich die Venen zusammenziehen)

  • Wechselduschen trainieren die Gefäße

    (bei Wärme weiten sie sich, bei Kälte ziehen sie sich zusammen). Die Durchblutung wird gefördert und die Spannkraft der Venen gestärkt.

  • Barfuß laufen stärkt die Fuß- und Beinmuskulatur und fördert deren Durchblutung

  • Beine hochlegen, damit das Blut in den Körper zurückfließt und nicht in den Beinen versackt

  • Viel Wasser trinken (Kaffee oder Säfte sind kein Ersatz)

Therapieansätze: Krampfadern entfernen

Kompressionsstrümpfe sind oft der erste Schritt, um Venenschwäche in einem frühen Stadium zu behandeln und Thrombosen vorzubeugen. Dabei wirkt der Strumpf als Kompresse und verhindert den Flüssigkeitsaustritt. Wichtig: Die Strümpfe müssen im Liegen angezogen werden, damit das Blut nicht bereits in die Beine gesackt ist.

Bei der herkömmlichen Therapie werden die krankhaft veränderten Venen operativ entfernt. Dies nennt man Venen ziehen oder Stripping. Beim sogenannten Stripping (Venen ziehen) wird über einen kleinen Schnitt am Bein eine Sonde eingeführt, die Vene oder der erkrankte Teilabschnitt abgetrennt und herausgezogen.

Achtung: Da die Veranlagung bestehen bleibt, können Krampfadern an anderer Stelle erneut auftreten.

Schonende, innovative Therapien

Die IKK classic bietet ihren Versicherten unterschiedliche ambulante Behandlungsmethoden, die schonender verlaufen und eine schnellere Genesung ermöglichen als herkömmliches Stripping.

Mehr erfahren
  • Laserbehandlung

    Es ist möglich, die Innenwände der Vene mit einem eingeführten Kabel oder Katheter durch Laserlicht zu verschließen. Dadurch schrumpft die Vene und die Krampfader muss nicht entfernt werden. Diese Methode kann auch bei Patienten mit Besenreisern angewendet werden, allerdings müssen die Kosten dann privat getragen werden.

  • Radiowellen

    Die Wärmeenergie des Hochfrequenzkatheters verschweißt die Venenwände. Auch diese Behandlung kann bei Besenreisern angewendet werden, jedoch werden die Kosten bei Besenreisern nicht von der Krankenkasse erstattet.

  • Schaumsklerosierung

    Bei der sogenannten Sklerosierung kommt ein Schaum zum Einsatz, der in die Vene gespritzt wird. Das Blut wird aus der Vene verdrängt, der Schaum verklebt die Innenwand und verödet die Vene. Dadurch schrumpft diese und wird abgebaut.

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