Inter­kulturelle Kompetenz für Führungs­kräfte

Interkulturelle Kompetenz spielt für Führungskräfte in unserer globalisierten Welt eine immer größere Rolle, ganz unabhängig von der Größe des eigenen Unternehmens. Egal, ob es darum geht, Mitarbeiter aus einem anderen Kulturkreis in seinem Betrieb zu begrüßen oder neuen Geschäftspartnern aus dem Ausland angemessen zu begegnen.

Eine hohe interkulturelle Kompetenz ist für Führungspersonal essenziell. Aber was genau ist interkulturelle Kompetenz überhaupt? Und noch viel wichtiger: Kann man das lernen? 

Was ist interkulturelle Kompetenz?

Was erstmal komplex klingt, ist eigentlich ganz einfach: Bei interkultureller Kompetenz geht es im Kern darum, mit Menschen anderer Kulturen angemessen und erfolgreich zu interagieren. Die Basis dafür ist emotionale Intelligenz, ein hohes Maß an Sensibilität und Empathie. Wer interkulturelle Kompetenz besitzt, ist in der Lage, die Konzepte des Denkens, Wahrnehmens, Fühlens und Handelns einer Person aus einem fremden Kulturkreis zu erfassen und zu begreifen – und bei eigenen Handlungen und Aussagen miteinzubeziehen. Und das vorurteilsfrei und ohne Erwartungshaltung. Dafür bedarf es einiger Schlüsselkompetenzen.

Diese Kompetenzen sind gefragt

Bei diesen sogenannten Soft Skills handelt es sich um Fähigkeiten, die jeder erlernen und beachten kann. Dazu gehören:

  • die Wertschätzung des Fremden

  • die Bereitschaft, Fremdes anzunehmen

  • die Bereitschaft, über die eigene und fremde Kulturen zu reflektieren

  • der Wille, vom Fremden zu lernen und Aspekte in das eigene Leben aufzunehmen

Die Veranlagung zu diesen Soft Skills kann entweder angeboren sein oder durch Erziehung vermittelt werden, was aber nicht heißen soll, dass die Fähigkeiten nicht auch noch im weiteren Verlauf des Lebens erlernt werden können – zum Beispiel in Weiterbildungen und Seminaren, wie sie auch die IKK classic anbietet.

Diese Fähigkeiten als Einzelperson zu besitzen ist eine Sache. Eine völlig andere ist es, die dahinterstehenden Werte auch im Unternehmen zu leben und mithilfe von konkreten Mitteln umzusetzen. Was kann man als Führungsperson also konkret tun, um seine und die interkulturelle Kompetenz seiner Mitarbeiter zu sensibilisieren und zu schärfen?

Best-Practice-Modelle

Um diese Frage zu beantworten, macht es Sinn, einen Blick auf die Methoden der Big Player zu werfen. Einige globale Unternehmen haben wegweisende Programme entwickelt – und profitieren so zum Teil auch monetär von ihren internationalen Teams. Lassen Sie sich inspirieren!

Unterschiedliche Kulturen an einen Tisch bringen

BASF zählt zu den Unternehmen, die mehrere Maßnahmen ergreifen, um die Zusammenarbeit zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen so konfliktfrei wie möglich zu gestalten und interkulturelle Kommunikation zu fördern. Zu diesen Aktionen gehören internationale Stammtische (zum Beispiel ein deutsch-spanischer Abend) sowie internationale Sport- und Theatergruppen, Patenschaften für Kinder mit Migrationshintergrund oder die Einrichtung von Gebetsräumen. Das zeigt Respekt und Achtung für die Werte und Rituale einer anderen Kultur und wird von den Mitarbeitern gerne angenommen.

Gleichzeitig ist es eine wichtige Aufgabe, die restliche Belegschaft über Veränderungen zu informieren, sodass kein Gefühl der Bevorzugung entsteht. Die Führung von BASF zeichnet eine hohe interkulturelle Kompetenz aus. 

Zweisprachigkeit als Erfolgsfaktor

Ein weiteres Best-Practice-Modell findet man bei der Deutschen Bank, die bereits seit 1999 ein globales „Diversity Team“ beschäftigt. Das Finanzinstitut versucht dabei, aus der kulturellen Vielfalt der Mitarbeiter zu profitieren und hat einen eigenen Geschäftsbereich entworfen, der sich gezielt an türkische Kunden wendet. „Bankamiz“ heißt die Abteilung, was auf Türkisch so viel heißt wie „meine Bank“. In diesem Bereich sind alle Mitarbeiter türkischer Abstammung und sprechen sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch mit ihren Kunden. Das schafft Vertrauen und hilft der Kundschaft wie auch dem Unternehmen weiter. So entsteht eine Win-Win-Situation und das Unternehmen profitiert auch auch finanzieller Ebene von einer größeren kulturellen Diversität.

All diese Maßnahmen wurden in den jeweiligen Unternehmen nur ergriffen, weil das Thema interkulturelle Kompetenz als für die Unternehmensorganisation fundamental begriffen wurde.

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Fazit: Kommunikation ist zentral

Welche Lösung für welches Unternehmen am besten passt, muss die Führungsebene in Absprache mit dem Team jeweils selbst entscheiden. Kommunikation ist aber immer absolut zentral, wenn es darum geht, kulturelle Unterschiede zu erkennen und Brücken zu bauen, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten.

Denn man darf nicht vergessen: Vielfalt ist in der Wirtschaft auch ein Wettbewerbsfaktor. Und Diversität kann, wenn sie strategisch eingesetzt wird, zur Erschließung neuer Märkte dienen, die Mitarbeiterzufriedenheit steigern und zu Innovationen in der Produktentwicklung beitragen. Eine ausgeprägte interkulturelle Kompetenz im Bereich Führung ist in diesem Zusammenhang unerlässlich.

Wer seine Kompetenz im Bereich interkulturelle Führung weiter ausbauen will, tut gut daran, sich mit dem Angebot seiner Partner auseinanderzusetzen. Auch die IKK classic bietet in diesem Bereich Seminare an, in denen Trainer mit dem nötigen Know-how ihr Wissen vermitteln. Hier lernen Führungskräfte, wie man im Zeitalter der zunehmenden Internationalisierung und kulturellen Diversität ein modernes Unternehmen führt.

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