Mann trainiert Karate

Kampfkünste: Wie uns Tai Chi, Kung Fu und Co. gesund halten

Kämpfen – das hat auf den ersten Blick so gar nichts mit Gesundheit zu tun. Doch das Gegenteil ist der Fall, wenn man es richtig angeht. Warum asiatische Kampfkünste als Gesundheitstrend gelten und die Verletzungsgefahr sogar geringer ist als beim Fußballspielen, erklärt ein Experte.

In Zeitlupe bewegt sich der Mann über das Gras. Seine Bewegungen sind so geschmeidig wie die eines Geparden, fließend hebt er die Arme und Beine, dreht sich, geht in die Knie.

Wer eine solche Szene in einem Park beobachtet, denkt meist eher an einen Tanz als an Kampfkunst. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich: Diese Bewegungen haben es in sich. Sie haben nicht nur die Eleganz einer Wildkatze, sie können auch genauso gefährlich werden.

Wie funktioniert Kampfkunst?

Kampfkunst, das bedeutet erstmal nicht, dass die Bewegungen in Zeitlupe ausgeführt werden müssen. „Egal von welchem Stil, von welchem Tempo wir sprechen – wir trainieren so, dass die Bewegungen Kraft haben könnten, als hätten sie ein Ziel“, erklärt Heiko Klisch, Leiter einer Hamburger Kampfkunst-Schule. Er ist „Shifu“, Meister der Kampfkunst Kung Fu, in der er in China ausgebildet wurde.

Der ganze Geist wird auf die Bewegung ausgerichtet, so dass die Abläufe zu einer Meditation in Bewegung, zu höchster Konzentration oder sogar zur Trance führen können. Darum gilt Kampfkunst in Asien auch als geistige Übung. „Es geht dabei um inneres Wachstum. Wir wollen keinen Gegner besiegen, sondern die eigenen Schwächen“, so Klisch. Wettbewerb und Vergleich mit anderen spielen keine Rolle. Und darin unterscheidet sich Kampfkunst auch von Kampfsport.

Junger Jogger läuft auf eine jubelnde Gruppe zu

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Wer sich nach Jahren Abstinenz wieder sportlich betätigen will, ist oft unsicher, wie es um seine körperlichen Voraussetzungen bestellt ist. Wer Risiken vermeiden will, ist mit der sportärztlichen Vorsorgeuntersuchung gut beraten. Mehr zur Vorsorgeuntersuchung

Die verschiedenen Stile der Kampfkunst

Grafik Tai Chi Ausführung

Tai Chi

Alte chinesische Kampfkunst, die auch als Schattenboxen bezeichnet wird. Die langsamen Übungsformen werden fließend aneinandergefügt. Tai Chi wird nicht mit Partnerin oder Partner, sondern alleine ausgeführt. Es schult die Körperspannung und die tiefe Bauchatmung und kann bis ins hohe Alter für Schmerzfreiheit sorgen.

Grafik Qi Gong Ausführung

Qi Gong

Ähnlich wie Tai Chi, aber noch stärker als Meditations- und Gesundheitsübung im Sinne der traditionellen chinesischen Medizin gedacht. Soll als solche den Energieaushalt des Körpers stabilisieren und Krankheiten kurieren. Geeignet für alle, die sich für ganzheitliche Gesundheit interessieren.

Grafik Kung Fu Ausführung

Kung Fu

Unter dem Begriff Kung Fu fasst man verschiedene chinesische Kampfkunststile zusammen. Es ist körperlich herausfordernd und verlangt dem Körper ein hohes Maß an Ausdauer, Beweglichkeit und Konzentration ab. Einige Formen werden mit Waffen, wie etwa einem Schwert, ausgeführt. Geeignet für alle, die körperliche Herausforderung und geistige Klarheit suchen.

Grafik Aikido Ausführung

Aikido

Ganz auf die Selbstverteidigung ausgerichtet ist die japanische Kampfkunst Aikido. Durch Wurf und Haltetechniken soll ein Gegner von seinem Angriff angehalten werden. Die Kampfkunst ist von einer friedlichen geistigen und philosophischen Grundhaltung geprägt. Geeignet für alle, die gerne Selbstverteidigung mit mentalem Training verbinden wollen.

Grafik Karate Ausführung

Karate

Die japanische Kampfkunst Karate beinhaltet vor allem Schlag-, Stoß-, und Tritttechniken. Es trainiert körperliche Kondition, Beweglichkeit und Schnelligkeit und ist heute sehr häufig sportlich orientiert. Geeignet für alle, die es sportlich mögen und dennoch den ganzheitlichen Zugang suchen.

Grafik Taekwondo Ausführung

Taekwondo

Ist eine koreanische Kampfkunst, die wie Karate auf Schnelligkeit ausgerichtet und häufig als sportlicher Wettkampf ausgeführt wird. Geeignet für alle, die die körperliche Herausforderung suchen.

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr bei Kampfkunst?

Auch wenn gerade das schnelle Kung Fu und das meditative Tai Chi  auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken – eines haben sie gemeinsam: die Selbstbeherrschung.

Darin sieht Kung Fu Meister Klisch den Hauptgrund für die niedrige Verletzungsrate im Kampfsport, die er besonders im Vergleich mit dem benachbarten Fußballverein feststellt. „Das Erste, was ich meinen Schülern beibringe, ist der behutsame Umgang miteinander – gerade, weil wir die Mittel hätten, einander wirklich sehr weh zu tun.“ Selbstkontrolle und das Schützen von Trainingspartnerin oder -partner haben daher oberste Priorität.

Wird Kampfkunst für Kinder empfohlen?

Kinder profitieren sehr davon, dass es in den Kampfkünsten wie Kung Fu nicht darum geht, sich auszupowern. Es geht neben Fitness genauso um Impulskontrolle, Konzentration und Wahrnehmung – also um eine ganzheitliche Entwicklung.

Auf diese Weise fördert das Training bei Kindern auch Selbstvertrauen, innere Ruhe und die Fähigkeit, sich zu fokussieren. „Wir sind mit den Eltern viel im Austausch und merken deutlich, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler durch das Training bei uns persönlich weiterentwickeln – und manchmal sogar die Schulnoten besser werden.“

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Tai Chi – Kampfkunst für jedes Alter

Doch auch, wer schon aus dem Alter raus ist, in dem Auspowern höchste Priorität hat, kann mit einer Kampfkunst beginnen. Im Kung Fu kann jeder seine ganz persönlichen Grenzen erweitern.

Tai Chi (auch: Taijiquan) kann sogar bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Denn der Stil entwickelte sich vor allem aus politischen Gründen unter der kommunistischen Regierung in China immer weiter von einem Kampfstil hin zu einer Gesundheitspraxis für die Gesamtbevölkerung. Und das aus gutem Grund.

In Asien erforschen mittlerweile diverse Universitäten die positive Wirkung der sanften Bewegungsübungen, die laut Ärzteblatt von europäischen Sportmedizinern gerne mal belächelt werden. Wie die Sporthochschule in Shanghai herausfand, wirken die sogar heilsam auf das Herz-Kreislauf-System, ganz ohne ins Schwitzen zu bringen.

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Das bringt Tai Chi für die Gesundheit

  • Tiefe Atmung

    Vertiefte, entspannte Atmung wirkt positiv auf das Nervensystem und kann bei Asthma unterstützen.

  • Beweglichkeit

    Geschmeidige, fließende Bewegungen lösen Verspannungen und beugen Muskelverhärtungen und Schmerzen vor, die Rückenprobleme oder Migräne verursachen können.

  • Balance und Koordination

    Bewegungselemente wie Drehungen und Gewichtsverlagerungen schulen den Gleichgewichtssinn und die Koordination. Gerade im Alter beugt das Verletzungen durch Stürze vor.

  • Haltung

    Wer zu viel sitzt, kann durch Tai Chi zu einer aufrechteren, bewussteren Körperhaltung finden.

  • Herz-Kreislauf-Regulation

    Tai Chi wirkt positiv auf Bluthochdruck und langfristig praktiziert sinkt das Risiko für Schlaganfälle und eine koronare Herzerkrankung.

  • Entspannung

    Die fließenden Bewegungsfolgen beruhigen den Geist und helfen dabei, sich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren.

  • Stimmung

    Als „Meditation in Bewegung" wirkt Tai Chi ausgleichend auf die Psyche und kann laut Ärzteblatt Menschen mit Depressionen unterstützen.

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