Laufen abseits konventioneller Wege, über Geröll, Bäche oder umgefallene Baumstämme: Trailrunning ist die wilde Variante des Joggens. Geübte Laufende sprinten auch mal abenteuerliche Gebirgspfade entlang oder erklimmen alpine Berggipfel. Doch davon sollten sich Laufanfänger nicht abschrecken lassen.
Trailrunning muss nicht als Extremsportart begriffen werden, es braucht auch nicht zwingend ein hohes Fitnesslevel oder High-Tech-Bekleidung mit Stirnlampe und ergonomischem Rucksack – viel wichtiger sind der Spaß und die Schönheit der unentdeckten Wege.
Trailrunning-Tipps für Einsteiger: Spaß am Laufen abseits der Wege
Keine Lust mehr auf die ewig gleiche Laufrunde auf grauem Asphalt? Trailrunning ist nicht nur abwechslungsreicher als klassisches Joggen – das Laufen in freier Natur fordert den Körper heraus, stärkt die Psyche und entspannt den Geist. Mit unseren Tipps gelingt der Einstieg.
- Trailrunning bedeutet: Bekannte Pfade verlassen
- Vier Varianten des Trailrunnings
- Nicht ohne Vorbereitung in die Berge fahren
- Drei Fragen an den Experten
- Richtig aufwärmen vor dem Trailrunning
- Vier Trailrunning-Strecken für Anfänger und Fortgeschrittene
- Die richtige Trailrunning-Ausrüstung: Weniger ist mehr
- FAQ: Häufig gestellte Fragen
Trailrunning bedeutet: Bekannte Pfade verlassen
Der englische Begriff "Trail" bedeutet Spur oder Pfad. Als Trail gilt, was kein befestigter oder gekennzeichneter Asphaltweg ist. Egal ob durch Wälder oder über Wiesen, auf Feld- und Schotterwegen oder bei einer Runde um den See – Trailrunning bedeutet einfach Laufen in freier Natur.
Und das macht den Sport so attraktiv: Trailrunning ist überall möglich. Auch das eigene Fitnesslevel spielt keine Rolle, die Trailrunde lässt sich dem individuellen Trainingsstand anpassen. Im Vordergrund steht nicht das Erreichen einer neuen Bestzeit, sondern der Genuss des Trails. Mittlerweile gibt es eine regelrechte Gemeinde von Trailrunnern, die ihre Strecken mit anderen Laufenden teilen. Auch finden regelmäßig Wettbewerbe auf fest definierten Routen statt.
Oft beinhalten ausgeschriebene Trailrunning-Strecken einige Steigungen und Gefälle – Berge sind kein Muss, aber nach etwas Training eine willkommene Herausforderung. Das Bergauf und Bergab ebenso wie die unterschiedlichen Untergründe sorgen für jede Menge Abwechslung: Mal muss man das Tempo drosseln, mal die Schritte vergrößern oder verkleinern. Deswegen empfinden Trailrunner diese Variante des Laufens als wesentlich motivierender und abwechslungsreicher als klassisches Joggen.
Nicht ohne Vorbereitung in die Berge fahren
Einsteiger sollten aber nicht gleich in die Berge fahren, sondern zunächst auf kurzen Strecken in ihrer Umgebung trainieren, bevor sie sich auf eine der festen Trailrunning-Routen wagen. Unbekannte und vor allem alpine Wege bergen das Risiko, ungeübte Läuferinnen und Läufer zu überfordern – und die Gefahr ist höher, sich dabei zu verletzen. Auch ein sportmedizinischer Check hilft Neulingen, das richtige Maß zu finden.
Geeignete Strecken für Neulinge ohne Lauferfahrung finden sich in jedem Park, Wald oder am Seeufer, wo das Terrain zwar natürlich, aber nicht zu uneben ist. Der Einstieg ins Training und die Ausrüstung sind die gleichen wie beim klassischen Joggen. Diese Tipps helfen beim Start.
Erfahrene Joggende mit guter Kondition und dem Drang nach mehr Action können sich an mittelschwere Trails heranwagen. Das Terrain auf diesen Routen ist teilweise anspruchsvoll, aber nicht durchgehend schwierig: Be- und Entlastungsphasen wechseln sich ab. In der Regel sind mittelschwere Routen zwischen 10 und 20 Kilometern lang. Auf diesen Trails gilt es im Schnitt 600 Höhenmeter zu überwinden.
Den größten Reiz versprechen natürlich selbst gefundene Wege. Wer sich also sicher fühlt und die entsprechende Fitness und Kondition sowie einen guten Orientierungssinn mitbringt, startet einfach auf fremden Terrain.
Drei Fragen an den Experten
Unbefestigte Wege und wechselnde Abschnitte von Auf- und Abstiegen stellen besondere Anforderungen an Bänder, Gelenke und diverse Muskelgruppen. Deswegen haben wir Dr. med. Thomas Schneider der Orthopädischen Gelenk-Klinik in Gundelfingen gefragt, was man beachten sollte. Seine Behandlungsschwerpunkte sind Sportmedizin, Fuß- und Sprunggelenkchirurgie.
Trailrunner genießen ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit.
Richtig aufwärmen vor dem Trailrunning
Weil das Laufen im Gelände Bänder, Sehnen und Gelenke stärker fordert als auf Asphalt, ist ein gründliches Aufwärmen besonders wichtig. Ideal sind fünf bis zehn Minuten lockeres Eingehen oder leichtes Traben, gefolgt von dynamischen Übungen wie Hüftkreisen, Ausfallschritten und Fußgelenkmobilisation. Das bringt den Kreislauf in Schwung, erhöht die Durchblutung der Muskeln und verbessert die Beweglichkeit der Sprunggelenke – das senkt das Risiko fürs Umknicken auf unebenem Untergrund. Statisches Dehnen sparen Sie sich besser für nach dem Lauf auf, da es vor der Belastung die Spannkraft der Muskeln kurzfristig herabsetzen kann.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Joggen und Trailrunning?
Während klassisches Joggen meist auf asphaltierten, ebenen Strecken stattfindet, läuft man beim Trailrunning auf natürlichem, unebenem Gelände wie Wald-, Feld- oder Bergwegen. Das fordert zusätzlich Balance, Koordination und die stabilisierende Muskulatur.
Ist Trailrunning gesünder für die Gelenke als Joggen auf Asphalt?
Weiche Naturböden federn Stöße besser ab und sind dadurch tendenziell gelenkschonender als Asphalt. Gleichzeitig erhöht der unebene Untergrund aber das Risiko, umzuknicken, weshalb ein vorsichtiger Einstieg wichtig ist.
Wie oft sollte man als Anfänger Trailrunning trainieren?
Zwei bis drei Einheiten pro Woche mit ausreichend Erholung sind für Einsteiger ein guter Richtwert. Wichtiger als die Häufigkeit ist, Strecke und Schwierigkeit langsam zu steigern, damit sich Muskeln, Bänder und Gelenke anpassen können.