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Erste-Hilfe-Apps: Leben retten mit dem Smart­phone

Erste Hilfe, also lebensrettende und gesundheitserhaltende Sofortmaßnahmen, sollte jeder von uns beherrschen. Doch die Realität sieht oft anders aus, denn der Erste-Hilfe-Kurs liegt bei vielen bereits Jahrzehnte zurück.

Nur gut, dass uns jederzeit Smartphones und Apps begleiten, die in Notsituationen zusätzliche Hilfestellungen bieten und den oft überforderten Ersthelfer vor Ort unterstützen können. Deshalb – nützlich und kompakt – eine kleine Auffrischung Ihrer Erste-Hilfe-Kenntnisse und die Vorstellung praktischer Notfall-Apps.

Fast jeder von uns hat ihn mal mitgemacht: den Erste-Hilfe-Kurs. Für den Führerschein ist er obligatorisch. Doch über die Jahre verblassen die Erinnerungen daran. Das kann fatale Folgen haben, denn schließlich kann jeder in eine Situation geraten, in der schnelle Hilfe nötig ist. Hinzu kommt: „Die Erste Hilfe ist im steten Wandel“, wie die Erste-Hilfe-Expertin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Daniela Schwenk, erklärt. Mit ihrer Unterstützung haben wir drei goldene Regeln für die Erste Hilfe aufgestellt.

Nicht handeln ist der größte Fehler

Aus Angst, etwas falsch zu machen, schrecken viele Bürger davor zurück, Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen. Fatal: „Es gibt nur einen Fehler in der Ersten Hilfe – und der lautet: nichts zu tun. Alles andere ist richtig“, erklärt Daniela Schwenk vom DRK.­ Sie sieht ein „gesellschaftliches Problem“ darin, dass sich Menschen vorher fragen, ob sie durch eine Hilfeleistung etwas falsch machen und in einem solchen Fall bestraft werden könnten.

Auch wenn die Ängste verständlich sein mögen – es gilt: Strafbar ist nur unterlassene Hilfeleistung, also wenn man nichts tut. Dagegen wird man für einen Schaden, der bei Erste-Hilfe-Maßnahmen passiert ist, nicht haftbar gemacht. Zum Beispiel dann, wenn man in einem Notfall ein Kleidungsstück zerschneidet, um eine Wunde zu versorgen.

Übrigens bedeutet Erste Hilfe nicht immer gleich Mund-zu-Mund-Beatmung. Schließlich liegt nicht immer eine lebensbedrohliche Situation vor. Gerade in Corona-Zeiten ist zunächst „Erste Hilfe aus Distanz“ geboten. Das bedeutet: Die Situation beurteilen, die betroffene Person ansprechen; versuchen, sie zu beruhigen und Rettungskräfte herbeizuholen.

Erste Hilfe bei Kindern

Erste Hilfe, vor allem am Baby, ist in vielerlei Hinsicht anders als bei Erwachsenen. Daher empfiehlt sich der Besuch eines Kurses "Erste Hilfe am Kind", der zum Beispiel vom Roten Kreuz angeboten wird. Dieser richtet sich speziell an Eltern, Großeltern, Erzieher und an alle, die mit Kindern zu tun haben. Die Teilnehmer lernen darin insbesondere, wie sie sich bei typischen Notfällen im Säuglings- und Kindesalter – bei Verschlucken, Vergiftungen und Verbrennungen – verhalten sollten.

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Welche Erste-Hilfe-App hilft beim Notruf absetzen?

Apropos Notruf: Eine sinnvolle Hilfestellung in solch einer Extremsituation kann beispielsweise auch die Notruf-App Echo112 bieten, denn unter Stress vergessen wir schnell die einfachsten Dinge: "Wähle ich die 110, oder doch die 112 – und wie läuft das im Ausland ab?"

Die Notfall-App Echo112 ist für iOS und Android-Geräte erhältlich, setzt auf Knopfdruck einen entsprechenden Notruf ab und erkennt zudem weltweit Ihren exakten Standort via GPS-Ortung. Bei schlechter Netzanbindung versendet die App Echo112 eine Notfall-SMS an Ihre Retter.

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Herzdruckmassage ist eine lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahme

Bei Personen, die nicht mehr normal atmen, gilt als wichtigste lebensrettende Sofortmaßnahme die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Was viele nicht wissen: Bis Ende der 1970er Jahre traute man eine Wiederbelebung des Herzens ausschließlich nur medizinischem Personal zu. Mittlerweile, so die DRK-Expertin Schwenk, herrsche jedoch Konsens darüber, dass die Ausbildung von Laien in der Herzdruckmassage extrem die Überlebenschancen von betroffenen Personen erhöhe.

Heißt: Ersthelfer sollten nicht nur die 112 wählen und warten, bis das Rettungsteam eintrifft, sondern direkt mit der Herzdruckmassage beginnen. Als einfache Faustregel gilt hier: Mit einer Frequenz von 100 Mal pro Minute das Brustbein des Betroffenen etwa fünf Zentimeter tief nach unten drücken.

„Alle Veränderungen in der Ersten Hilfe verfolgen das Ziel, auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen die Erste-Hilfe-Maßnahmen für Laien so einfach wie möglich zu gestalten“, sagt Schwenk. Deshalb gelte es heutzutage auch als überholt, Laien nach dem Puls suchen zu lassen, da dies für die meisten Menschen zu kompliziert sei und zu viel Zeit beanspruche. Viel wichtiger hingegen: die Atmung beurteilen und dann unter Umständen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung einleiten.

Betriebliche Ersthelfer

Paragraf 10 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) schreibt vor, dass jedes Unternehmen ausreichend Ersthelfer haben muss. Die Mindestanzahl der Ersthelfer im Betrieb hängt vor allem von der Betriebsgröße und den vorhandenen betrieblichen Gefahren ab: Bei mehr als 20 Mitarbeitern reicht ein Ersthelfer im Unternehmen nicht mehr aus. Die Ausbildung zum betrieblichen Ersthelfer erfolgt

über den normalen, eintägigen Erste-Hilfe-Kurs. Um Ersthelfer zu bleiben, ist eine Fortbildung alle zwei Jahre beispielsweise durch das sogenannte Erste-Hilfe-Training erforderlich. Die Lehrgangsgebühren werden von den Unfallversicherungsträgern in Form von Pauschalgebühren getragen und direkt mit den Ausbildungsstellen abgerechnet.

Diese Apps können helfen – ersetzen aber nicht den Sanitäter

Wer sich unschlüssig ist, was es alles in einer heiklen Situation zu beachten gilt, dem kann die Smartphone-App "Mein DRK" des Deutschen Roten Kreuz ans Herz gelegt werden. Mit einfachen Anweisungen und einer intuitiv verständlichen Bebilderung können Sie schnell Ihr Erste Hilfe-Wissen auffrischen.

Eine Erweiterung der Notfall-App des DRK mit dem Namen "Erste Hilfe" (für knapp einen Euro im App-Store) beinhaltet zudem eine Anleitung in Form von Ja-Nein-Fragen, was in heiklen Situationen, wie Vergiftungen, drohendem Ersticken, einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, Verätzungen oder Unterkühlungen eine zusätzliche Stütze bieten kann – und das auch ohne Internetverbindung.

Die kostenlose App "Notfall-Hilfe" tut es der DRK-App gleich und gibt sogar den Rhythmus bei einem Herzstillstand vor. Unweigerlich sorgen Notruf-Apps für mehr Sicherheit und bieten zusätzliche Hilfestellungen im Notfall. Wer sich aber nur auf die "mobilen Lebensretter" verlässt, handelt in Notsituationen fahrlässig. Spielen Sie also nicht den Helden und alarmieren Sie bei einem medizinischen Notfall umgehend die Rettungskräfte. Notruf-Apps ersetzen keinesfalls einen Arzt oder gelernte Praxis in einem Erste-Hilfe-Kurs.

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Erste-Hilfe-Kenntnisse sollten regelmäßig aufgefrischt werden

Neben dem gängigen Umgang mit Notfall-Apps und Hilfestellungen ist daher die regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse unumgänglich, denn nur so können Sie in Notsituationen auch richtig handeln. Die Empfehlung der DRK-Expertin Schwenk lautet hier – analog der Richtlinie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für Ersthelfer in Betrieben – alle zwei Jahre eine Fortbildung in Form eines Erste-Hilfe-Trainings zu absolvieren.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten müssen Sie für Erste-Hilfe-Kurse heutzutage kein ganzes Wochenende mehr einplanen. Durch die Novellierung der Erste-Hilfe-Ausbildung im Jahr 2015 reicht ein Tag aus. „Der theoretische Ballast wurde über Bord geworfen – die Kurse sind seitdem praxisorientierter gestaltet“, so Schwenk. Der Hintergedanke: Erste-Hilfe-Kurse müssen eine Handlungskompetenz vermitteln, die in einem echten Notfall abrufbar ist. Bewährte Erste Hilfe-Apps können hierbei unterstützen und für das Thema zusätzlich sensibilisieren. Und darauf kommt es schließlich an.

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