Hilfe,
mein Kind
isst
kein Fleisch

Gegessen wird was auf den Tisch kommt – von wegen! Denn Kinder haben ihren eigenen Kopf und der sagt den Eltern oft auch in puncto Essen, wo es lang geht. Immer wieder kommt es vor, dass sich Jungen und Mädchen plötzlich gegen Fleischkonsum entscheiden. Worauf man achten sollte und was die Experten zu fleischloser Ernährung bei Kindern sagen, lesen Sie hier.

Die wichtigsten Tipps, wenn Kinder fleischlos leben möchten

  • Diplom-Oecotrophologin Dr. rer. med. Annette Weber, Qualifizierte Ernährungsberaterin VFED und Ernährungsfachkraft Allergologie DAAB, und Mareike Hausmann, Qualifizierte Ernährungsberaterin VFED vom ESG-Institut für Ernährung, Sport und Gesundheitsmanagement GmbH, lassen uns an ihrem Fachwissen teilhaben.

  • Frau Weber, Frau Hausmann, wie sollte man als Eltern reagieren, wenn der Sprössling kein Fleisch essen möchte?

    Mareike Hausmann: Vor allem geduldig bleiben und ein abgelehntes Stück Fleisch nicht komplett von der Liste streichen. Oft ist es die Konsistenz, die Kinder abschreckt, wenn es beispielsweise zäh oder faserig ist. Daher ist es sinnvoll, unterschiedliche Fleischsorten und Zubereitungsarten auszuprobieren. Wenn ein Kind dennoch kein Fleisch essen möchte, sollte man dies respektieren und gemeinsam nach alternativen Lebensmitteln suchen und diese ausprobieren. Die Kindheit ist immer wieder von Veränderungen geprägt und nach einer Fleischablehnung kann auch wieder eine Phase der „Fleischlust“ aufkommen.

  • Welche Lebensmittel müssen bei fleischloser Ernährung unbedingt auf dem Speiseplan eines Kindes stehen?

    M.H.: Wird auf Fleisch verzichtet, gilt es die fehlenden Nährstoffe über andere Quellen zu liefern. Besonderen Wert sollte dann auf Eier, Milch und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen, Kichererbsen, Erbsen oder Linsen gelegt werden. Außerdem muss etwas mehr Getreide und auch frisches Obst und Gemüse verzehrt werden.

    Oftmals ergibt sich dadurch auch die Chance, neue Lebensmittel auszuprobieren. Ersatzprodukte wie pflanzliche Milch oder Tofu gehören erst ab circa einem Jahr auf den Speiseplan. Grundsätzlich ist es möglich, ein Kind auch mit vegetarischer Kost optimal mit allen Nährstoffen zu versorgen. 

  • Haben Sie einen Tipp, wie man Kindern ungeliebte, aber wichtige Lebensmittel schmackhaft macht?

    Annette Weber: Eine Regel sollte sein, das Essen immer erst zu probieren. Das Geschmacksempfinden entwickelt sich in den ersten ein bis zwei Lebensjahren und die Kinder müssen ein neues Lebensmittel mehrmals probieren, damit sie den Geschmack mögen.

    Man kann sie beim Einkaufen und Kochen mitentscheiden lassen. Durch das Mithelfen und Probieren in der Küche wird ihre Neugier zusätzlich geweckt.

    M.H.: Ein häufig abgelehntes Lebensmittel ist zum Beispiel Fisch. Mit stark schmeckenden Beilagen wie Paprika und einer guten Würzung aus Kräutern oder fettarmen Saucen auf Basis von Tomaten kann man den typischen Fischgeschmack wunderbar abmildern. Besonders beliebt bei Kindern sind auch Burger. Hier kann man die Burgerbratlinge einfach mal aus Fisch oder auch Kichererbsen herstellen. Wie wäre es außerdem mal mit einem herzhaften Muffin mit Zucchini und Möhre? (Rezepte unten)

  • Warum und wieviel Fisch oder Fleisch sollte ein Kind essen?

    M.H.: Die Empfehlung lautet zwei bis vier Fleischmahlzeiten pro Woche sowie zwei bis drei Portionen Wurst pro Woche. Für Fisch gilt eine Portion pro Woche.

    Diese Mengen dienen einer ausreichenden Versorgung an hochwertigem Eiweiß und der Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Jod, Zink, Vitamin B12 und Eisen.

    Dabei liefert jede Fleischsorte unterschiedliche Nährstoffe und daher sollten alle Berücksichtigung finden. Es kann also abwechslungsreich Geflügel, Schwein, Rind, Lamm oder auch mal Wild eingesetzt werden.

    A. W.: Der Eisenbedarf kann auch über pflanzliche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse oder Nüsse abgedeckt werden. Vitamin B12 ist auch in Milch und Milchprodukten enthalten.

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Rezept für einen herzhaften Muffin

Muffin mit Zucchini und Möhre

Mit dieser leckeren und herzhaften Variante eines Muffins können Kinder schnell vergessen, dass hier gesundes Gemüse im Spiel ist. Und diejenigen, die vegetarische Kost bevorzugen, werden den Muffin mit Zucchini und Möhre ohnehin lieben.

Zutaten für sechs Muffins:

100 g Möhren (kernig oder zart), 80 g Zucchini, 50 g Käse, 1 Ei, 150 ml Buttermilch, 5 EL Olivenöl, 170 g Mehl, 1 TL Backpulver, 1/2 TL Salz, 1/2 TL Paprikapulver, nach Belieben: Nüsse

Zubereitung:

Die Möhren schälen und mit der Zucchini fein raspeln. Käse fein würfeln und dazu geben. Ei, Buttermilch und 3 El Olivenöl verrühren. Mehl, Backpulver, Salz und Paprikapulver mit einem Handrührgerät verquirlen und nach und nach unter die Ei-Mischung heben. Dann das geraspelte Gemüse sowie den Käse hinzugeben. Ein Muffinblech oder Papierbackförmchen mit etwas Olivenöl einfetten und die Masse darin verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad Umluft auf mittlerer Schiene ca. 25 Minuten backen.

Die Backzeit kann je nach Ofen variieren. Deshalb mit einem Zahnstocher oder einer Gabel testen. Wenn der Teig kleben bleibt, brauchen die Muffins noch etwas Zeit.

Rezept für einen Kichererbsenburger

Burgerbratling aus Kichererbsen

Ein Burger muss nicht immer aus Fleisch bestehen. Kichererbsen sind eine pflanzliche Eiweiß-Quelle. Außerdem liefern sie viel Kalzium, Eisen und Vitamine, was hervorragend für Kinder im Wachstum ist. Mit dieser leckeren und gesunden Fleischalternative lässt sich ein toller Burger kreieren.

Zutaten für vier Burgerbratlinge:

400 g Kichererbsen (abgetropft, gewaschen), 1 fein gehackte Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1-2 TL Oregano und Thymian, 2 EL frische Petersilie, 1/2 TL Salz,  etwas Zitronensaft, Olivenöl zum Anbraten

Zubereitung:

Die Zwiebel in Öl andünsten, den Knoblauch pressen oder mit dem Messerrücken zu einer Paste zerkleinern. Die gut abgetropften Kichererbsen zusammen mit der Zwiebel und dem Knoblauch sowie Salz, Kräutern und Zitronensaft in einer Rührschüssel oder einer Küchenmaschine zu einem Teig vermischen. Aus dem Teig vier Bratlinge formen, leicht platt drücken und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad (Umluft) ca. 10 Minuten knusprig backen.

Dazu können Sie Kindern Tomatenscheiben, Salatblätter oder Grillgemüse zum Belegen anbieten.

Vorsorge macht stark

Ob Ernährung, Entwicklung oder Impfschutz – mit den U-Untersuchungen behalten Sie die Entwicklung Ihres Kindes im Auge.

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