Selbstwirksamkeit lässt sich gezielt stärken. Eine einfache Übung ist das Setzen kleiner, realistischer Ziele. Statt „Ich muss gesünder leben“ hilft ein konkreter Satz: „Ich gehe diese Woche an drei Tagen zehn Minuten spazieren.“ Das Ziel sollte so niedrigschwellig sein, dass es auch an normalen, vollen Tagen machbar bleibt.
Dazu passt die Empfehlung von Prof. Schwarzer: „Der Kern liegt darin, Aufgaben so zu gestalten, dass Erfolg wahrscheinlich ist – und diesen Erfolg dann auch der eigenen Kompetenz zuzuschreiben, statt ihn auf Glück oder äußere Umstände zu schieben.“
Laut Prof. Schwarzer fällt der richtigen Dosierung des Schwierigkeitsgrads eine ebenso große Bedeutung zu: „Die Aufgabe sollte fordern, aber nicht überfordern – zu leichte Aufgaben erzeugen kein Gefühl von Kompetenzzuwachs, zu schwere führen zu Misserfolg und schwächen die Selbstwirksamkeit. Größere Vorhaben lassen sich in solche gut dosierten Teilschritte zerlegen, sodass jeder bewältigte Schritt ein kleines, aber echtes Erfolgserlebnis liefert.“
Eine zweite Übung ist das Dokumentieren von Fortschritten. Notieren Sie, was gelungen ist – auch wenn es klein erscheint. Zum Beispiel: „Heute Pause gemacht“, „Treppen genommen“, „Vorsorgetermin vereinbart“. Sichtbare Fortschritte machen Erfolge greifbarer.
Auch soziale Unterstützung hilft. Präventionskurse oder Gruppenangebote können den Einstieg erleichtern. Gemeinsam fällt es oft leichter dranzubleiben. Außerdem entstehen Erfolgserlebnisse nicht nur allein, sondern auch im Austausch mit anderen.
Eine weitere wichtige Übung ist der Umgang mit Rückschlägen. Fragen Sie nicht: „Warum habe ich versagt?“, sondern: „Was hilft mir beim Wiedereinstieg?“ Rückschläge sind normal. Entscheidend ist, den nächsten kleinen Schritt zu finden.
Hilfreich kann auch ein kurzer Tagesrückblick sein: Was habe ich heute beeinflusst? Was hat mir gutgetan? Was möchte ich morgen wiederholen? So wird der Blick auf Handlungsmöglichkeiten trainiert.
Prof. Schwarzer empfiehlt außerdem, Erfolge bewusst wahrzunehmen: „Entscheidend ist abschließend die bewusste Reflexion: Nach jedem erreichten Teilziel sollte sich die Person kurz vergegenwärtigen, dass sie es selbst geschafft hat – diese Selbstzuschreibung ist es, die aus einem isolierten Erfolg einen Baustein wachsender Selbstwirksamkeit macht.“