So finden Sie verlässliche Informationen rund um Ihre Gesundheit im Netz

Wenn ihre oder die Gesundheit ihrer Angehörigen beeinträchtigt ist, haben viele Menschen das Bedürfnis, sich genauer über Krankheiten und mögliche Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Oft recherchieren sie dafür im Internet, denn viele Gesundheitsinformationen sind inzwischen auch im World Wide Web zu finden. Wer dabei keinen Fehlinformationen aufliegen möchte, sollte einiges beachten.

Denn die Recherche im Internet kann schwierig sein, da dort sehr viele, teilweise schwer verständliche Inhalte vorliegen und die Einschätzung ihrer Seriosität unter Umständen für Laien alles andere als einfach ist. Die Folge: Als Nutzer fühlt man sich schnell überfordert und muss sich also auf eine langwierige Suche einstellen. Wir klären auf, wie man verlässliche Informationen findet – und wie die Recherche im Netz ihre abschreckende Wirkung verliert.

Warum die Menschen im Internet recherchieren

Die Motive, sich näher mit einer Krankheit und den möglichen Behandlungen zu beschäftigen, können sehr unterschiedlich sein. Das hat die Bertelsmann Stiftung in einer Bevölkerungsumfrage 2018 herausgefunden: Während der erste Patient eine Diagnose einfach besser verstehen möchte, zum Beispiel vor einer Operation, möchte ein zweiter wissen, wie er sein Verhalten umstellen kann, um seine Situation zu verbessern. Wiederum andere sind vielleicht auf der Suche nach Informationen, um sich besser mit ihren Angehörigen oder Freunden beraten und austauschen zu können.

Eine Recherche im Netz kann aber auch Orientierung vor einem anstehenden Arztbesuch bieten und dabei helfen, Fragen an den behandelnden Arzt vorzubreiten oder eventuelle Wünsche zu formulieren. Die im Internet recherchierten Informationen können dann beispielsweise als Grundlage für eine gemeinsame Entscheidung mit dem Arzt dienen oder auch nach dem Besuch, um das Besprochene nochmal zu reflektieren.

Im Internet gibt es verschiedene Quellen für sogenannte verlässliche Gesundheitsinformationen. Nur sind diese – laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen – den Patienten häufig nicht bekannt.

Was sind eigentlich verlässliche Gesundheitsinformationen?

Als verlässliche oder auch evidenzbasierte Gesundheitsinformationen werden Informationen bezeichnet, die auf Ergebnissen aus wissenschaftlichen Studien und systematisch zusammengetragene klinische Erfahrungen basieren (Quelle: Deutschem Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. Gesundheitsinformationen).

Der Begriff kommt übrigens aus dem Englischen, wo "evidence" für Aussage, Zeugnis, Beweis, Ergebnis, Unterlage und Beleg steht.

Wissenswertes zur Suche im Internet

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Selbst verlässliche Gesundheitsinformationen ersetzen nicht den direkten Kontakt zu einem Arzt oder einer Ärztin!

Darüberhinaus ist Folgendes bei der Recherche im Internet zu beachten:

  • In den ersten Treffern einer Suchmaschine sind häufig werbefinanzierte Online-Seiten zu finden

    Gesundheitsportale wie netdoktor.de, jameda.de oder ommeda.de werden finanziert durch Online-Werbung und Content-Lizensierung (kostenpflichtige Weitergabe urheberrechtlich geschützter medizinischer Beiträge an Dritte), wikipedia.de dagegen ist unabhängig und werbefrei.

    Diese Portale bieten eine erste Orientierung zu Art, Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen, mehr aber auch nicht.

  • Es gibt ein Prüfverfahren für Internetangebote

    Das Verfahren des Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem e.V. (afgis) beruht auf Zusatzinformationen der Anbieter, die sich freiwilig zertifizieren lassen können. Dafür müssen zehn Transparenzkriterien erfüllt sein. Bei erfolgreicher Prüfung gibt es ein Gütesiegel. Inzwischen haben dieses einige Krankenkassen, Pharmafirmen, Gesundheitsportale oder Einrichtungen wie die Bundesärztekammer.

  • Sogenannte Symptomchecker im Internet sind automatisierte Regelwerke

    Sie dienen der Zuordnung von Symptomen zu Krankheiten. Grundsätzlich gilt: Je mehr Daten zugrunde liegen und durch Algorithmen verarbeitet werden, umso genauer das Ergebnis.

    Ein komplexes Krankheitsgeschehen kann jedoch nicht in einigen Sekunden am Bildschirm identifiziert werden. Die Ergebnisse sind deshalb oft irreführend.

  • Internetforen bieten einen Austausch innerhalb der Community – mehr nicht

  • Werfen Sie einen Blick ins Impressum, um den Betreiber einer Seite zu identifizieren

    Skeptisch sollte man etwa bei Herstellern von Gesundheits- und Medizinprodukten sein, die durch Interessen geprägt sind und die auf eigene Produkte verweisen. Auch, wenn Inhalte durch Einzelpersonen erstellt sind, Sie persönliche Daten eingeben sollen oder wenn weder Veröffentlichungsdatum noch Hinweise zum Datenschutz genannt werden.

  • Alternativmedizinische Informationen sind generell nicht wissenschaftlich gesichert

Seiten mit dem Siegel des Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem e.V. (afgis) sind zertifiziert und gelten als vertrauenswürdig.

Auswahl vertrauenswürdiger Absender von Gesundheitsinformationen

Vertrauenswürdige Absender von Gesundheitsinformationen sind Einrichtungen und Gesellschaften des öffentlichen Gesundheitswesens wie das Robert Koch-Institut (RKI), das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Weiterhin zählen steuerfinanzierte wissenschaftliche Institute von Universitäten wie die Medizinische Hochschule Hannover oder allgemeinnützige Stiftungen, zum Beispiel die Deutsche Herzstiftung e.V. und Deutsche Diabetesgesellschaft e.V. dazu.

Eine übersichtlich aufbereitete Liste vertrauenswürdiger Quellen mit zusätzlichen Informationen haben wir für Sie zusammengestellt.

Liste mit Quellen zum Download

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