Coronavirus: Fakten-Check

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus beeinflusst weltweit das öffentliche Leben und die Wirtschaft. Doch worum geht es eigentlich genau?

(Stand: 17.09.2021)

Der offizielle Name des Virus lautet „SARS-CoV-2“, die Atemwegserkrankung, die es auslöst, wird als „COVID-19“ bezeichnet, kurz für Corona Virus Disease 2019. Man vermutet, dass die Erstübertragung von einem Tier auf einen Menschen erfolgte. Dieser sogenannte Wildtyp des Virus, der Ende 2019 das erste Mal in China von Mensch zu Mensch übertragen wurde, spielt inzwischen kaum noch eine Rolle. Dafür breiten sich immer neue Varianten des Virus aus.

Das liegt daran, dass bei jeder neuen Infektion die winzigen Viren millionen- bis milliardenfach kopiert werden. Bei solchen Kopiervorgängen kommt es immer wieder zu kleinen Fehlern. Manche dieser Fehler erweisen sich als Vorteil, durch die sich das Virus besser ausbreiten kann. So entwickelt sich der Krankheitserreger im Lauf der Pandemie immer weiter. DIe neuen Varianten werden nach den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt, um sie voneinander zu unterscheiden. Seit Frühjahr 2021 steht besonders die Delta-Variante im Fokus internationaler Aufmerksamkeit; sie gilt als deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante.

Hauptübertragungsweg von Mensch zu Mensch ist die Tröpfcheninfektion, beispielsweise über Niesen oder Anhusten. Das funktioniert auch indirekt, zum Beispiel wenn die Tröpfchen über die Hände an Mund- und Nasenschleimhaut oder die Augenbindehaut gelangen. Darüber hinaus sind Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, per Schmierinfektionen möglich. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Wie schwer der individuelle Krankheitsverlauf sein kann, hängt dabei stark vom zunehmenden Alter und bestehenden Vorerkrankungen ab. Die Gegenmaßnahmen aus Isolierung, Quarantäne und sozialer Distanzierung dienen zum einen dazu, genau diese Menschen möglichst gut vor einer Ansteckung zu schützen. Zum anderen soll das Gesundheitswesen vor allem in den Gebieten mit einer hohen Verbreitung der Infektion bestmöglich entlastet werden.

Modellrechnungen der OECD haben gezeigt, dass die soziale Distanzierung am Arbeitsplatz die wirksamste Methode ist, um die Infektionsrate zu mindern (23 bis 73 Prozent). Hinzu kommt die persönliche Distanzierung im privaten Bereich. Persönliche Hygiene kann die Infektionsrate um 27 Prozent reduzieren. Je besser sich also alle an die Schutzmaßnahmen halten, desto stärker sinkt die Ansteckungsrate. Das ist wichtig, solange in der Bevölkerung noch keine Herdenimmunität besteht oder es Medikamente zur Behandlung gibt.

Kundenservice

IKK Med

Unter unserer kostenlosen medizinischen Beratungs-Hotline IKK Med beraten unsere Experten gerne rund um Fragen zu Viren, Virenschutz und Impfung. Einfach 0800 455 1000 anrufen! Mehr erfahren

Wie lässt sich eine Ansteckung vermeiden?

  • Hände waschen

    Unsere Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern – wir benutzen mit ihnen Türgriffe, den Türöffner in der S-Bahn und vieles mehr. Durch regelmäßiges Händewaschen werden die Keime deutlich reduziert, wodurch man sich selbst und andere vor Infektionen schützen kann. Um möglichen Erregern den Garaus zu machen, die Hände zunächst unter fließendem Wasser nass machen und anschließend für 30 Sekunden einseifen. Und zwar komplett, das heißt: Nägel, die Stellen zwischen den Fingern und den Handrücken nicht vergessen. Zum Schluss alles gut unter fließendem Wasser abspülen und abtrocknen. Handtücher sollten nicht gemeinsam benutzt werden, um die Verteilung der Viren zu verhindern.

  • Handhygiene

    Aufs Händeschütteln verzichten und Hände aus dem Gesicht halten, denn die Viren gelangen über die Nasenschleimhaut und auch die Augen in den Körper.

  • Abstand halten

    Wer bei hustenden und niesenden Menschen in seiner Umgebung den nötigen Abstand von 1,5 m wahrt, schützt sich nicht nur vor dem Coronavirus, sondern auch vor Grippe und Erkältung.

  • Mund-Nasen-Schutz

    Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in allen Bundesländern verpflichtend, wenn man Bus oder Bahn nutzt und einkaufen geht. Darüber hinaus gilt in einigen Bundesländern eine Maskenpflicht für Schulkinder sowie in vielen Risikogebieten eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen.

    Sind Sie gesund, gibt es zwar keinen hinreichenden Nachweis dafür, dass Ihr Ansteckungsrisiko durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch wirklich sinkt. Sind Sie jedoch selbst an einer Infektion der Atemwege erkrankt und bewegen sich im öffentlichen Raum, ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll, um die Ansteckung anderer Personen zu vermeiden (Fremdschutz). Da es immer noch eine große Zahl unerkannt Erkrankter gibt, kann das Tragen eines Mundschutzes eine weitere Ausbreitung der Infektion verringern.

    Optimal wirksam ist der Mund-Nasen-Schutz nur, wenn er korrekt (d.h. eng anliegend) sitzt und bei Durchfeuchtung gewechselt wird. Da noch unklar ist, wie lange das Coronavirus auf Oberflächen überlebt, ist es nicht hygienisch, eine benutzte Maske einfach am nächsten Tag erneut anzuziehen. Mit jeder Verwendung wird die Maske stärker kontaminiert, bis sie schließlich mehr Risiko birgt als Nutzen bringt.

Für Sie zum Download

Welche Symptome werden durch das Virus ausgelöst?

Die Krankheitsverläufe sind sehr individuell und reichen von Symptomlosigkeit bis zu Lungenversagen. Einen „typischen“ Krankheitsverlauf gibt es nicht.
Die Thieme Compliance GmbH hat online einen Sympton-Check zur Verfügung gestellt.

Zum Symptom-Check
  • häufige Symptome nach wenigen Tagen

    Fieber
    trockener Husten
    Halskratzen
    Schnupfen
    Abgeschlagenheit
    Muskelschmerzen
    zeitweiser Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

    einige Betroffene leiden auch an Durchfall

  • bei schwererem Verlauf, eine Woche nach Ausbruch

    schwere Atemnot
    Lungenentzündung

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt meist ein bis 14 Tage. Im Durchschnitt sind es fünf bis sechs Tage. Das ist auch der Grund dafür, dass Verdachtsfälle zwei Wochen isoliert werden. 

Sie haben Symptome bei sich entdeckt?

Jetzt heißt es Ruhe bewahren. Um Ihre Mitmenschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, immer in die Armbeuge husten und niesen. So vermeiden Sie es, die Erreger über Ihre Hände weiterzuverbreiten. Eine spezifische Therapie gibt es noch nicht, im Zentrum der Behandlung stehen derzeit die optimalen unterstützenden Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes.

Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Bei etwa 15 von 100 Infizierten kann es zu schwereren Symptomen wie Atemproblemen oder einer Lungenentzündung kommen. Vor allem die folgenden Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit Vorerkrankungen, z.B. koronare Herzerkrankung, Asthma, chronische Bronchitis, chronische Lebererkrankung, Diabetes mellitus, Krebs.
  • Patienten mit einem geschwächtem Immunsystem (ob durch eine Erkrankung oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente, wie z. B. Cortison)

Entwickeln Sie Fieber, Husten oder Atemnot, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann am besten einschätzen, welche Schritte nun erforderlich sind. Melden Sie sich auf jeden Fall vorab telefonisch an und schildern kurz, warum Sie eine Corona-Infektion vermuten.

Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Ihr zuständiges Gesundheitsamt können Sie hier ermitteln.

Wer zahlt den Test?

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht und der Arzt einen Test verordnet, übernimmt Ihre IKK classic die Kosten. Die Abrechnung erfolgt direkt über Ihre KV-Karte.

Standard ist in diesem Fall der sogenannte PCR-Test. Dabei werden mit einem Stäbchen Abstriche aus dem Rachen genommen, die man im Labor mit Hilfe spezieller Geräte auf Viren-Erbgut untersucht. 

Wer für den Besuch eines Restaurants oder des Sportkurses einen kostenfreien Schnelltest benötigt, kann diesen täglich in Apotheken oder speziellen Testzentren vor Ort durchführen lassen.

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen einen PCR-Test selbst bezahlen.

Kann ich mich impfen lassen?

Bereits vier Impfstoffe unterschiedlicher Anbieter konnten zugelassen werden. Da nach der Zulassung der Impfstoffe zunächst nur eine sehr begrenzte Menge davon verfügbar war, wurden zuerst Personengruppen geimpft, die berufsbedingt ein höheres Erkrankungsrisiko haben. Ebenso Personen mit einem besonders hohen Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe. Inzwischen wurde diese Impfpriorisierung aufgehoben.

Bundesweit gibt es etwa 400 Impfzentren, bei denen SIe über ein einheitliches Terminmanagement einen Termin buchen können. Aktuelle Informationen zu den Impfzentren und deren Organisation erhalten Sie im Internet auf den Informationsseiten Ihrer jeweiligen Landesregierung.

Auch in Ihrer hausärztlichen Praxis oder beim Betriebsarzt ist inzwischen eine Impfung möglich. Dabei entscheidet jede Ärztin und jeder Arzt selbst, in welcher Reihenfolge und an welche Patienten Impftermine auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Impfdosen vergeben werden. 

Im Laufe des Jahres werden wahrscheinlich weitere Impfstoffe zugelassen. Dementsprechend stehen dann auch mehr Impfdosen zur Verfügung.

Die Impfung ist für Sie kostenlos. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen gemeinsam mit der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Mehr zur Corona-Impfung

Wie erfolgt meine Krankschreibung, wenn ich Symptome habe?

Angesichts der COVID-​19-Infektionszahlen müssen Patientinnen und Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, derzeit nicht persönlich in ihrer Arztpraxis vorstellig werden. Bis zum 31. Dezember 2021 ist eine telefonische Krankschreibung für bis zu 7 Kalendertage möglich.

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss sich dabei persönlich von Ihrem Zustand durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere 7 Kalendertage ausgestellt werden. Die Regelung gilt auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes.

Nehmen Sie deshalb bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege am besten vor Ihrem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis auf und besprechen das weitere Vorgehen.

Ist nach Ansicht des Arztes ein Coronavirus-Test erforderlich, informiert er darüber, wo man sich testen lassen kann. In einigen Regionen brauchen Patienten für die Untersuchung eine Überweisung.

Tipp: Halten Sie bei Ihrem Anruf Ihre Gesundheitskarte bereit, damit das Praxisteam Ihre persönlichen Daten abgleichen kann.

Haben Sie Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten, können Sie das Exemplar für die IKK classic einfach über die IKK Onlinefiliale oder die IKK App hochladen und bei uns einreichen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss der IKK classic innerhalb einer Woche nach Beginn bzw. nach dem Ende der bisher bescheinigten Arbeitsunfähigkeit vorliegen.

Die Vorlage beim Arbeitgeber erfolgt, sofern im Arbeitsvertrag nicht anders geregelt, bei einer länger als drei Tage andauernden Erkrankung spätestens am darauffolgenden Tag. Ob Ihr Arbeitgeber die Bescheinigung im Original per Post erhalten möchte oder ob eine gescannte Fassung ausreicht, müssen Sie individuell klären.

Kundenservice

Krankmeldung online einreichen

Über die IKK classic-App und die IKK Onlinefiliale können Sie Ihre Krankmeldung abfotografieren und einfach online einreichen. Mehr erfahren

Häufige Fragen

Was sollten Mütter beim Stillen beachten?

Stillen wird von der Nationalen Stillkommission weiterhin empfohlen: In der Muttermilch von infizierten Frauen wurden bislang keine COVID-19-Erreger nachgewiesen, weshalb es aktuell keine wissenschaftlichen Belege gibt, dass COVID-19 über die Muttermilch übertragen werden kann. Hauptrisikofaktor für eine Übertragung beim Stillen ist der enge Hautkontakt. Doch die Vorteile des Stillens überwiegen, so dass das Stillen unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen empfohlen wird.

Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

Eine gute Übersicht rund um alle wichtigen Fragen gibt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Gibt es eine Behandlungsmöglichkeit?

Bislang gibt es noch keine genau auf das Virus abgestimmte Therapie.

Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt, z. B. mit fiebersenkenden Mitteln, mechanischer Beatmung oder der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen. In Einzelfällen werden auch antivirale Medikamente getestet.

Wann muss man in Quarantäne?

Immer dann, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat, wird von den Behörden eine Quarantäne angeordnet. Enger Kontakt zu einem COVID-19-Erkrankten innerhalb der vergangenen zwei Wochen ist so ein Risikofall. Das bedeutet konkret: Man hat mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen, wurde von ihm angehustet oder angeniest.

War man lediglich im gleichen Raum und hatte keinen engen Kontakt, ist keine Quarantäne erforderlich.

Mythen und Falschmeldungen

In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Falschmeldungen und Fehlinformationen über das Coronavirus. Manche basieren auf Missverständnissen, andere werden gezielt verbreitet. Vertrauen Sie nicht einfach jeder Meldung, die Sie lesen, sondern hinterfragen Sie kritisch, wer der Absender ist und welche Interessen er haben könnte. Am verlässlichsten sind die Informationen, die Sie über die offiziellen Regierungseinrichtungen und die bekannten Nachrichtenmedien (ob Print, Hörfunk, TV oder online) erhalten.

Innerhalb kürzester Zeit sind nach Verbreitung des Coronavirus diverse Bücher erschienen, die als Ratgeber dienen oder vermeintliche Geheimnisse über die Epidemie aufdecken sollen.

Ebenso machen Tipps zu angeblichen Heilmitteln wie Wundersuppen, Knoblauch, Cannabis, Sesamöl, Alkohol, homöopathische und/oder Naturheilmittel oder besondere Atemtechniken die Runde.

Mit dem Wahrheits- bzw. Wirksamkeitsgehalt solcher Produkte ist es nicht weit her. Aber selbstverständlich können SIe mit einer ausgewogenen Ernährung Ihr Immunsystem bei seiner wichtigen Arbeit unterstützen.

Wissen

Superinfektion

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Superinfektion? Mehr als eine bloße Sekundärinfektion? Wir klären auf. Artikel lesen

Aktuelle und verlässliche Informationen finden Sie hier

  • Familie

    Action statt Corona-Lagerkoller

    Wenn die ganze Familie während der Corona-Quarantäne daheim bleibt, kommt schnell Langeweile auf – aber nicht mit diesen Tipps für Groß und Klein! Artikel lesen

  • Leben

    Grippe oder Erkältung?

    Schnupfen, Husten, Heiserkeit? Dabei kann es sich um eine harmlose Erkältung oder um eine echte Grippe handeln. So können Sie die beiden unterscheiden. Artikel lesen

  • Leben

    So stärken Sie Ihr Immunsystem

    Wie Sie mit den richtigen Lebensmitteln ein gutes Immunsystem aufbauen und gesund durch den Winter kommen. Artikel lesen