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Coronavirus: Fakten-Check

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus beeinflusst weltweit das öffentliche Leben und die Wirtschaft. Doch worum geht es eigentlich genau?

(Stand: 01.06.2020)

Der offizielle Name des Virus lautet „SARS-CoV-2“, die Atemwegserkrankung, die es auslöst, wird als „COVID-19“ bezeichnet, kurz für Corona Virus Disease 2019. Man vermutet, dass die Erstübertragung von einem Tier auf einen Menschen erfolgte.

Hauptübertragungsweg von Mensch zu Mensch ist die Tröpfcheninfektion, beispielsweise über Niesen oder Anhusten. Das funktioniert auch indirekt, zum Beispiel wenn die Tröpfchen über die Hände an Mund- und Nasenschleimhaut oder die Augenbindehaut gelangen. Darüber hinaus sind Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, per Schmierinfektionen möglich. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Das Robert Koch-Institut erfasst und bewertet kontinuierlich die aktuelle Lage in Deutschland: Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung insgesamt wird in Deutschland weiterhin als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch. Die Fallzahlen steigen weiter an, jedoch langsamer als zuvor. Bis ein Impfstoff gefunden wird, gilt es, diese Zahlen weiterhin so niederig wie möglich zu halten.

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Wie schwer der individuelle Krankheitsverlauf sein kann, hängt dabei stark vom zunehmenden Alter und bestehenden Vorerkrankungen ab. Die eingeleiteten Gegenmaßnahmen aus Isolierung, Quarantäne und sozialer Distanzierung dienen zum einen dazu, genau diese Menschen möglichst gut vor einer Ansteckung zu schützen. Zum anderen soll das Gesundheitswesen vor allem in den Gebieten mit einer hohen Verbreitung der Infektion bestmöglich entlastet werden.

Aktuelle Modellrechnungen der OECD zeigen, dass die soziale Distanzierung am Arbeitsplatz die wirksamste Methode ist, um die Infektionsrate zu mindern (23 bis 73 Prozent). Schulschließungen können die Infektionsrate um vierzig Prozent reduzieren und persönliche Hygiene um 27 Prozent. Je besser sich also alle an die Schutzmaßnahmen halten, desto stärker sinkt die Ansteckungsrate. Das ist wichtig, solange in der Bevölkerung noch keine Herdenimmunität besteht und es weder Medikamente noch einen Impfstoff gibt. Bis es so weit ist, werden Monate oder sogar Jahre vergehen.

Wie lässt sich eine Ansteckung vermeiden?

  • Hände waschen

    Unsere Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern – wir benutzen mit ihnen Türgriffe, den Türöffner in der S-Bahn und vieles mehr. Durch regelmäßiges Händewaschen werden die Keime deutlich reduziert, wodurch man sich selbst und andere vor Infektionen schützen kann. Um möglichen Erregern den Garaus zu machen, die Hände zunächst unter fließendem Wasser nass machen und anschließend für 30 Sekunden einseifen. Und zwar komplett, das heißt: Nägel, die Stellen zwischen den Fingern und den Handrücken nicht vergessen. Zum Schluss alles gut unter fließendem Wasser abspülen und abtrocknen. Handtücher sollten nicht gemeinsam benutzt werden, um die Verteilung der Viren zu verhindern.

  • Handhygiene

    Aufs Händeschütteln verzichten und Hände aus dem Gesicht halten, denn die Viren gelangen über die Nasenschleimhaut und auch die Augen in den Körper.

  • Abstand halten

    Wer bei hustenden und niesenden Menschen in seiner Umgebung den nötigen Abstand von 1,5 m wahrt, schützt sich nicht nur vor dem Coronavirus, sondern auch vor Grippe und Erkältung.

  • Mund-Nasen-Schutz

    Seit dem 29.04.2020 ist ein Mundschutz in allen Bundesländern verpflichtend, wenn man den öffentlichen Nahverkehr nutzt und einkaufen geht.

    Sind Sie gesund, gibt es zwar keinen hinreichenden Nachweis dafür, dass Ihr Ansteckungsrisiko durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch wirklich sinkt. Sind Sie jedoch selbst an einer Infektion der Atemwege erkrankt und bewegen sich im öffentlichen Raum, ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll, um die Ansteckung anderer Personen zu vermeiden (Fremdschutz).

    Optimal wirksam ist der Mund-Nasen-Schutz nur, wenn er korrekt (d.h. eng anliegend) sitzt und bei Durchfeuchtung gewechselt wird. Da wir derzeit eine große Zahl unerkannt Erkrankter haben, kann das Tragen eines Mundschutzes eine weitere Ausbreitung der Infektion verringern. Um dem Gesundheitssystem die dringend benötigte medizinische Ausrüstung nicht vorzuenthalten, sollte jedoch auf selbstgemachte Masken zurück gegriffen werden. Wer auf selbstgenähte Stoffmasken zurückgreift und diese regelmäßig bei 60 Grad wäscht, trifft eine gute Wahl.

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Keine Spezial-Hygiene erforderlich

Vielfach hält sich der Glaube, dass eine Spezialseife erforderlich sei, um die nötige Handhygiene zu gewährleisten. Dabei ist Händewaschen mit handelsüblicher Seife völlig ausreichend. Hauptsache, Sie gehen gründlich vor und seifen die Hände für mindestens 20 Sekunden ein.

Handtrockner töten das Coronavirus nicht ab und auch UV-Licht wird nicht zur Desinfektion empfohlen. Die WHO warnt sogar aufgrund drohender Hautverletzungen vor dem Einsatz von UV-Lampen.

Welche Symptome werden durch das Virus ausgelöst?

Die Krankheitsverläufe sind sehr individuell und reichen von Symptomlosigkeit bis zu Lungenversagen. Einen „typischen“ Krankheitsverlauf gibt es nicht.
Die Thieme Compliance GmbH hat online einen Sympton-Check zur Verfügung gestellt.

Zum Symptom-Check
  • häufige Symptome nach wenigen Tagen

    Fieber
    trockener Husten
    Halskratzen
    Schnupfen
    Abgeschlagenheit
    Muskelschmerzen
    zeitweiser Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

    einige Betroffene leiden auch an Durchfall

  • bei schwererem Verlauf, eine Woche nach Ausbruch

    schwere Atemnot
    Lungenentzündung

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit - der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen - beträgt meist ein bis 14 Tage. Im Durchschnitt sind es fünf bis sechs Tage. Das ist auch der Grund dafür, dass Verdachtsfälle zwei Wochen isoliert werden. 

Sie haben Symptome bei sich entdeckt?

Jetzt heißt es Ruhe bewahren. Um Ihre Mitmenschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, immer in die Armbeuge husten und niesen. So vermeiden Sie es, die Erreger über Ihre Hände weiterzuverbreiten. Eine spezifische Therapie gibt es noch nicht, im Zentrum der Behandlung stehen derzeit die optimalen unterstützenden Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes.

Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Bei etwa 15 von 100 Infizierten kann es zu schwereren Symptomen wie Atemproblemen oder einer Lungenentzündung kommen. Vor allem die folgenden Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit Vorerkrankungen, z.B. koronare Herzerkrankung, Asthma, chronische Bronchitis, chronische Lebererkrankung, Diabetes mellitus, Krebs.
  • Patienten mit einem geschwächtem Immunsystem (ob durch eine Erkrankung oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente, wie z. B. Cortison)

Entwickeln Sie Fieber, Husten oder Atemnot, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann am besten einschätzen, welche Schritte nun erforderlich sind. Melden Sie sich auf jeden Fall vorab telefonisch an und schildern kurz, warum Sie eine Corona-Infektion vermuten.

Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Ihr zuständiges Gesundheitsamt können Sie hier ermitteln.

Wer zahlt den Test?

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht und der Arzt einen Test verordnet, übernimmt Ihre IKK classic die Kosten. Die Abrechnung erfolgt direkt über Ihre KV-Karte.

Standard ist der sogenannte PCR-Test. Dabei werden mit einem Stäbchen Abstriche aus dem Rachen genommen, die man im Labor mit Hilfe spezieller Geräte auf Viren-Erbgut untersucht. 

Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ein solcher Test nur an Menschen mit Krankheitssymptomen vorgenommen wird. Zum einen macht es aus medizinischer Sicht keinen Sinn, gesunde Bürger zu testen – auch, wenn das für den Einzelnen bestimmt von Interesse ist –, zum anderen sind die Kapazitäten für Tests begrenzt.

Kann ich mich impfen lassen?

Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung. Weltweit wird an der Entwicklung eines Impfstoffs geforscht, doch wann dieser zur Verfügung stehen könnte, ist derzeit nicht absehbar.

Wie erfolgt meine Krankschreibung, wenn ich Symptome habe?

01.06.2020

Bei leichten Atemwegsbeschwerden erfolgen Krankschreibungen durch persönliche Rücksprache mit dem Arzt in der Praxis.

Bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege nehmen Sie bitte vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis auf und besprechen das weitere Vorgehen. Ist nach Ansicht des Arztes ein Coronavirus-Test erforderlich, informiert er darüber, wo man sich testen lassen kann. In einigen Regionen brauchen Patienten für die Untersuchung eine Überweisung.

Tipp: Halten Sie bei Ihrem Anruf Ihre Gesundheitskarte bereit, damit das Praxisteam Ihre persönlichen Daten abgleichen kann.

Haben Sie Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten, können Sie das Exemplar für die IKK classic einfach über die IKK Onlinefiliale oder die IKK classic-App hochladen und bei uns einreichen.

Die Vorlage beim Arbeitgeber erfolgt, sofern im Arbeitsvertrag nicht anders geregelt, bei einer länger als drei Tage andauernden Erkrankung spätestens am darauffolgenden Tag. Ob Ihr Arbeitgeber die Bescheinigung im Original per Post erhalten möchte oder ob eine gescannte Fassung ausreicht, müssen Sie individuell klären.

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Krankmeldung online einreichen

Über die IKK classic-App und die IKK Onlinefiliale können Sie Ihre Krankmeldung abfotografieren und einfach online einreichen.

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Häufige Fragen

Was sollten Mütter beim Stillen beachten?

Stillen wird von der Nationalen Stillkommission weiterhin empfohlen: In der Muttermilch von infizierten Frauen wurden bislang keine COVID-19-Erreger nachgewiesen, weshalb es aktuell keine wissenschaftlichen Belege gibt, dass COVID-19 über die Muttermilch übertragen werden kann. Hauptrisikofaktor für eine Übertragung beim Stillen ist der enge Hautkontakt. Doch die Vorteile des Stillens überwiegen, so dass das Stillen unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen empfohlen wird.

Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

Eine gute Übersicht rund um alle wichtigen Fragen gibt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Gibt es eine Behandlungsmöglichkeit?

Bislang gibt es noch keine genau auf das Virus abgestimmte Therapie.

Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt, z. B. mit fiebersenkenden Mitteln, mechanischer Beatmung oder der Therapie etwaiger bakterieller Zusatzinfektionen. In Einzelfällen werden auch antivirale Medikamente getestet.

Wann muss man in Quarantäne?

Immer dann, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat, wird von den Behörden eine Quarantäne angeordnet. Enger Kontakt zu einem COVID-19-Erkrankten innerhalb der vergangenen zwei Wochen ist so ein Risikofall. Das bedeutet konkret: Man hat mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen, wurde von ihm angehustet oder angeniest.

War man lediglich im gleichen Raum und hatte keinen engen Kontakt, ist keine Quarantäne erforderlich.

Mythen und Falschmeldungen

In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Falschmeldungen und Fehlinformationen über das Coronavirus. Manche basieren auf Missverständnissen, andere werden gezielt verbreitet. Vertrauen Sie nicht einfach jeder Meldung, die Sie lesen, sondern hinterfragen Sie kritisch, wer der Absender ist und welche Interessen er haben könnte. Am verlässlichsten sind die Informationen, die Sie über die offiziellen Regierungseinrichtungen und die bekannten Nachrichtenmedien (ob Print, Hörfunk, TV oder online) erhalten.

Supermarktschließungen und Versorgungsengpässe

Immer wieder kursieren Gerüchte von Supermarktschließungen. Die Folge: Hamsterkäufe allerorten. Ob Nudeln, Tomatensoße oder Toilettenpapier: Schon vormittags gähnen einem im Supermarktregal leere Regale entgegen, was dann tatsächlich bei vielen wiederum Panik vor Versorgungsengpässen auslöst.

Fakt ist: Selbst in Italien, wo das öffentliche Leben fast komplett eingeschränkt wurde, sind Supermärkte und Apotheken weiterhin geöffnet. Lediglich die Menge der Menschen, die gleichzeitig einkaufen können, wurde den Infektionsschutzmaßnahmen (ausreichender Abstand zueinander) angepasst.

Wundermittel

So fleißig Forscher weltweit auch an der Entwicklung eines Impfstoffes arbeiten, bis zur Markteinführung dauert es noch unbestimmte Zeit. Das gebietet auch die Sorgfaltspflicht.

Dafür sind innerhalb kürzester Zeit diverse Bücher erschienen, die als Ratgeber dienen oder vermeintliche Geheimnisse über die Epidemie aufdecken sollen.

Ebenso machen Tipps zu angeblichen Heilmitteln wie Wundersuppen, Knoblauch, Cannabis, Sesamöl, Alkohol, homöopathische und/oder Naturheilmittel oder besondere Atemtechniken die Runde.

Mit dem Wahrheits- bzw. Wirksamkeitsgehalt solcher Produkte ist es nicht weit her. Aber selbstverständlich können SIe mit einer ausgewogenen Ernährung Ihr Immunsystem bei seiner wichtigen Arbeit unterstützen.

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