Fläschchen mit COVID-19-Impfdosen

Corona-Impfung: Fragen und Antworten zur Impf­kampagne

Der 27.12.2020 war ein besonderes Datum im Kampf gegen das neuartige Coronavirus: Denn an diesem Tag starteten die EU-weiten Corona-Impfungen. Seitdem wurden in Deutschland bereits zahlreiche Menschen gegen COVID-19 geimpft. Wie geht es nun weiter?

Deutschland impft: Seit Ende Dezember 2020 ist der Impfprozess gegen das Coronavirus in vollem Gange. Einen genauen Überblick über die Anzahl der bisher verabreichten Impfungen gibt das sogenannte Impf-Dashboard der Bundesregierung. Dort wird über den Stand der laufenden Impfkampagne in Deutschland informiert, wie etwa die Anzahl verabreichter Impfdosen. Eine Impf-Uhr zeigt zudem an, wie schnell die Vakzine verabreicht werden. 

Auch wenn es zahlreiche Informationsangebote zur Corona-Impfung gibt, sind viele Menschen noch verunsichert – insbesondere, was mögliche Nebenwirkungen betrifft. Allerdings kann die Impfung gegen das Coronavirus als sicher bezeichnet werden. Im Folgenden klären wir, warum das so ist, dabei beziehen wir uns in erster Linie auf Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Zahlen und Fakten zur Corona-Impfung und Infektion

Zahlen zu Impfungen und Infektionen

Welche Impfstoffe gibt es derzeit und wie unterscheiden sie sich?

Derzeit (Stand: 22. Juli 2021) sind die folgenden Corona-Impfstoffe in Deutschland zugelassen:

Erstens das Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer. Dieses ist in Deutschland vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut geprüft und freigegeben worden.

Zweitens steht der COVID-19-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna zur Verfügung, dem die EU-Kommission am 6. Januar 2021 eine Zulassung erteilt hat. Beide zugelassenen Präparate sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Bedeutet: Sie vermehren in den menschlichen Zellen einzelne Proteine, die für das Virus typisch sind. Darauf reagiert der Körper mit dem Aufbau einer Immunabwehr.

Etwas anders funktionieren die Impfstoffe des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca (zugelassen seit dem 29. Januar 2021) und des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson (zugelassen am 11. März 2021). Es handelt sich um sogenannte Vektorimpfstoffe. Beide Vakzine basieren auf unschädlich gemachten Erkältungsviren. Sie enthalten genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Auch hier bilden die Zellen mit Hilfe der Bauanleitung das Protein und der Körper entwickelt eine Immunantwort dagegen.

Nachdem in Deutschland und Europa einige schwerwiegende Thrombose-Fälle aufgetreten sind, wurden die Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin vorübergehend ausgesetzt. Nach einer Analyse der Daten empfiehlt die STIKO seit dem 1. April 2021 im Regelfall nur noch Personen über 60 Jahren mit dem Vektorimpfstoff zu impfen. Jüngere Menschen können sich auf eigenen Wunsch und nach einer detaillierten Aufklärung trotzdem für das AstraZeneca-Vakzin entscheiden.  

Die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sieht die STIKO bezüglich Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit als äquivalent an. Sie unterscheiden sich also nicht wesentlich. Die beiden Vektor-Impfstoffe liegen nicht ganz so hoch bei der Wirksamkeit, dafür muss der neue Johnson & Johnson-Impfstoff lediglich einmal verabreicht werden.

Mann sitzt zuhause am Laptop.

Corona-Pandemie: Was gilt aktuell bei Leistungen und Services?

Um alle Beteiligten bestmöglich zu schützen und zu entlasten, gelten für das Gesundheitswesen weiterhin eine Reihe von Sonderregelungen. Eine Übersicht zu den wichtigsten Regelungen sowie zu den häufigsten Fragen rund um Ihre Versicherung und Corona.

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Warum konnten die Impfstoffe so schnell zugelassen werden?

Laut Informationen der Bundesregierung müssen die COVID-19-Impfstoffe die gleichen Kriterien erfüllen wie zuvor entwickelte Vakzine. Dass die Impfstoffe trotzdem schneller zugelassen werden konnten, liege an einer besseren Organisation und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Das sei besonders in vier Punkten der Fall:

  • Wissenschaftliche Beratung

    Die Impfstoffentwickler können auf eine wissenschaftliche Beratung der Arzneimittelbehörden zurückgreifen. So wissen die Unternehmen schon während der Entwicklung, welche Vorgaben und Regularien bei einem Antrag auf Zulassung zu beachten sind. Das spart Zeit.

  • Rolling-Review-Verfahren

    Die Impfstoffhersteller dürfen erste Antragsteile an die Zulassungsstellen übermitteln, auch wenn sie die Prüfphase noch nicht endgültig abgeschlossen haben. So können die ersten Dokumente schon geprüft werden. Das spart Zeit im bürokratischen Prozess.

  • Kombination klinischer Prüfphasen

    Die verschiedenen Phasen, die für die klinische Prüfung des Impfstoffes notwendig sind, können gebündelt werden. So können zum Beispiel Testpersonen für zwei unterschiedliche Phasen gleichzeitig rekrutiert werden.

  • Bestehendes Wissen

    Auch wenn SARS-CoV-2 ein völlig neues Virus ist – seine Gattung ist schon länger bekannt. Neuartige Coronaviren traten schon in der Vergangenheit auf und wurden entsprechend erforscht, zum Beispiel bei der SARS-Epidemie in den Jahren 2002 und 2003 sowie der MERS-Epidemie 2012. So können Forscherinnen und Forscher auf wissenschaftliche Vorarbeiten zur Impfstoffentwicklung zurückgreifen.

Zur Website "Zusammen gegen Corona"

Wie läuft der Impfprozess ab?

Für eine vollständige Immunisierung sind mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech und Moderna zwei Impfstoffdosen notwendig. Eine zweite Impfstoffdosis muss – je nach Hersteller – frühestens 21 oder 28 Tage zur Vervollständigung der Impfserie verabreicht werden, spätestens 42 Tage nach der ersten Dosis. Für die erste und zweite Impfung wird immer der gleiche Impfstoff verwendet. 

Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca wird ebenfalls zweimal verabreicht, die zweite Impfdosis soll 9 bis 12 Wochen nach der ersten gegeben werden. Die STIKO empfielt mittlerweile eine Impfstoff-Kombination für alle Geimpften mit AstraZeneca: Als Zweitimpfung soll unabhängig vom Alter Biontech das Mittel der Wahl sein. Grund dafür ist die bessere Effektivität der Kreuzimpfung ansteller einer doppelten Gabe des Vektorimpfstoffs. 

Das Präparat von Johnson & Johnson muss nur einmal verabreicht werden. Die vollständige Schutzwirkung tritt bei allen in Deutschland zugelassenen vollständigen Impfungen nach 14 Tagen ein. Personen, die sich schon mal mit dem Coronavirus infiziert haben, sollen laut Empfehlung des RKI eine Impfdosis nach der Infektion erhalten – mittlerweile ist dies auch schon vier Wochen nach der Infektion möglich. 

Wann kann ich mit einer Impfung rechnen?

Da zu Beginn die Impfstoffe nur in begrenzter Menge zur Verfügung standen, konnten nicht alle Menschen sofort geimpft werden. Die Impfpriorisierung der STIKO wurde jedoch am 7. Juni 2021 aufgehoben, sodass alle Menschen die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. 

Um die Impfung allen zu ermöglichen, lieferte der Bund bis zum 18. Juli 2021 über 102,2 Millionen Impfdosen BioNTech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna und Johnson & Johnson and die Bundesländer aus. Weitere Lieferungen sind geplant. 

Seit dem 7. Juni basiert die Impfkampagne auf drei Säulen:

  • Impfzentren

    Der vom Bund beschaffte Impfstoff wird fortlaufend über die Länder an alle Impfzentren vor Ort verteilt. Für die Terminvergabe in den Impfzentren gibt es ein spezielles Terminmanagement. Die Terminvereinbarung kann entweder telefonisch erfolgen über die bundesweite Service-Telefonnummer 116 117 oder über das Internetportal www.impfterminservice.de. Dort können Sie Ihr Bundesland und ein Impfzentrum in Ihrer Nähe für die Terminbuchung auswählen. Leider können unsere Experten von IKK Med nicht bei der Vergabe eines Impftermins unterstützen. Sie müssen sich bitte selbst – telefonisch oder online – um die Vereinbarung eines Impftermins bemühen.

  • Arztpraxen

    Die Arztpraxen werden vom Bund über die Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel mit Impfdosen versorgt. Grundsätzlich erfolgen die Impfungen in Arztpraxen in eigener Verantwortung. Das heißt, jede Arztpraxis entscheidet selbst, in welcher Reihenfolge und an welche Patienten Impftermine auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Impfdosen vergeben werden. Es gibt kein zentrales Terminmanagement.

  • Betriebsärzte

    Betriebsärzte sind neu dabei. Sie werden ebenfalls vom Bund über die Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel mit Impfdosen beliefert. Betriebsärzte impfen ebenfalls in eigener Verantwortung und können für betriebliche Impfaktionen vielerorts auf Räumlichkeiten der Impfzentren zurückgreifen (der „normale“ Impfbetrieb wird dadurch nicht beeinträchtigt). Auf diese Weise soll auch kleineren Betrieben ermöglicht werden, ihrer Belegschaft ein Impfangebot zu unterbreiten.

Mehr zur Impfung im Betrieb

Die Corona-Schutzimpfung ist für alle Bürgerinnen und Bürger freiwillig und kostenlos.

Impfpass verloren: Kann ich mich trotzdem gegen COVID-19 impfen lassen?

Ja, Sie können sich auch ohne Impfpass gegen das neuartige Coronavirus impfen lassen. Sie erhalten dann eine Impfbescheinigung, Ihr Hausarzt kann die Impfung in Ihrem Impfpass nachtragen.

Generell gilt: Haben Sie Ihren Impfpass verloren, stellt Ihnen Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt einen neuen aus und trägt Ihre bisherigen Impfungen anhand ihrer oder seiner Aufzeichnungen ein. Haben Sie in der Zwischenzeit die Hausarztpraxis gewechselt, können Sie selbst die Informationen zusammentragen oder Ihre neue Ärztin oder Ihren neuen Arzt darum bitten.

Digitaler Impfnachweis – diese Möglichkeiten gibt es

Ab sofort steht auch der digitale Impfausweis zur Verfügung: Geimpfte können entweder in der CovPass-App oder in der Corona-Warn-App ihren Impfstatus digital verwalten. Beide Apps sind Angebote des RKI im Auftrag der Bundesregierung und sowohl für Android als auch iOS kostenlos erhältlich. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um, pünktlich zum Start der Urlaubssaison ein europaweit anerkanntes Zertifikat einzuführen.

Wer den digitalen Impfnachweis in der Corona-Warn-App oder der CovPass-App dokumentieren möchte, muss dafür den QR-Code scannen, den man nach der Corona-Impfung in der Arztpraxis oder im Impfzentrum erhält. Den Barcode können Sie auch als Papierausdruck mitnehmen und später in Ruhe zuhause einscannen. Die Corona-Warn-App oder die neue CovPass-App speichert diese Impfbescheinigung dann lokal auf Ihrem Smartphone. Personen, die bereits vollständig geimpft wurden und noch keinen QR-Code erhalten haben, bekommen diesen per E-Mail oder Post von demjenigen Bundesland, in dem sie geimpft wurden. Außerdem sollen auch Apotheken und Arztpraxen den Bürgern den digitalen Impfnachweis ausstellen können.

Wichtig: Die Nutzung der digitalen Angebote ist selbstverständlich freiwillig. Ein digitaler Impfnachweis soll das traditionelle gelbe Impfbuch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen und den Alltag erleichtern: So muss niemand seinen "analogen" Impfpass ständig mit sich führen, um seinen Impfstatus nachzuweisen – ob im Urlaub, bei Restaurantbesuchen oder Kulturveranstaltungen.

Wann sind genügend Menschen geimpft?

Wenn die sogenannte Herdenimmunität erreicht ist. Der Gedanke: Je mehr Menschen geimpft sind, desto schneller brechen Infektionsketten ab. Damit sollen auch Personen geschützt werden, die nicht geimpft sind. Anfangs wurde für COVID-19 von einer Impfrate von 60 bis 70 Prozent ausgegangen, um Herdenimmunität zu erreichen.

Da nun allerdings Mutationen des Virus aufgetaucht sind, die deutlich ansteckender sind, halten es manche Expertinnen und Experten für notwendig, bis zu 90 Prozent der Bevölkerung zu impfen, um die Herdenimmunität zu erreichen.

Wann das genau erreicht wird, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Impfstoffe oder von der Impfbereitschaft der Bevölkerung. Die Bundesregierung geht aktuell davon aus, dass im Laufe des Sommers allen Menschen ein Impfangebot gemacht werden kann.

Wie unterstützt mich die IKK classic bei der Corona-Schutzimpfung?

Wir sind selbstverständlich für Sie da: Sollten Sie als Kundin oder Kunde der IKK classic Fragen zur Corona-Schutzimpfung haben, können Sie sich rund um die Uhr kostenfrei Rat bei unseren Expertinnen und Experten von der medizinischen Beratung IKK Med einholen.

Darüber hinaus unterstützen wir Sie mit konkreten Maßnahmen: Versicherte der IKK classic, die sich gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen lassen, können sich nach Ihrer zweiten Impfung einen Bonus von 5 Euro auszahlen lassen. Sollten Sie den Bonus als Zuschuss für den Kauf eines Geräts zum Messen und Erfassen des persönlichen Fitness- und Gesundheitsstatus verwenden, verdoppelt die IKK classic den Wert sogar auf 10 Euro.

Für bestimmte Personengruppen übernimmt die IKK classic außerdem die Fahrtkosten zum nächstgelegenen Corona-Impfzentrum. Fahrten zum Impfzentrum mit dem Taxi oder einem höherwertigen Transportmittel werden dann übernommen oder erstattet, wenn Versicherte in ihrer Mobilität sehr stark eingeschränkt sind. Sie müssen einen Schwerbehindertenausweis vorweisen, auf dem eine außergewöhnliche Gehbehinderung, Blindheit oder Hilflosigkeit angegeben ist (Merkzeichen "aG", "BI" oder "H"). Anspruchsberechtigt sind weiterhin Menschen mit den Pflegegraden 3, 4 oder 5. Bei Personen mit Pflegegrad 3 muss zusätzlich eine dauerhafte Beeinträchtigung der Mobilität vorliegen.

Mutter mit Baby auf dem Arm telefoniert

Kundenservice

IKK Med – Ihre medizinische Beratung

Sie haben Fragen zu einer Krankheit, einer Behandlung, einem verschriebenen Arzneimittel oder zu Allergien? Dann sind Sie bei unseren Experten von IKK Med genau richtig. Mehr erfahren

Müssen Allergiker bei der Impfung etwas Besonderes beachten?

Generell wird auch Allergikern zu einer Impfung geraten. Dem PEI zufolge ist auf Basis der derzeit vorliegenden Daten für diese Gruppe kein generell erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen auszumachen. Wer zum Beispiel gegen Nahrungsmittel oder Insektengifte allergisch ist oder Unverträglichkeiten aufweist, muss sich also keine Sorgen machen.

In einem Aufklärungsgespräch vor der Impfung werden bekannte allergische Reaktionen gegen Inhaltsstoffe der Mittel abgefragt, gegebenenfalls wird nicht geimpft. Wer schon einmal allergische Reaktionen auf eine Impfung gezeigt hat, soll nach der Impfstoffgabe länger beobachtet werden: Denn allergische Reaktionen treten in der Hälfte der Fälle innerhalb von 15 Minuten, grundsätzlich aber bis zu 30 Minuten nach der Impfung auf. Daher lautet die Empfehlung, dass diese Risikogruppe 15 bis 30 Minuten nach der Impfung unter ärztlicher Beobachtung, sprich im Impfzentrum bleibt. Treten allergische Reaktionen auf einen Inhaltsstoff des Impfstoffs auf, liegt sowohl in den Impfzentren als auch bei den mobilen Diensten eine Notfallausrüstung für anaphylaktische Reaktionen bereit.

Können Kinder und Jugendliche geimpft werden?

Der Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ist bereits seit Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 für Personen ab 16 Jahre zugelassen.

Diese Zulassung hat die Europäische Kommission am 31. Mai 2021 auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA auf Personen ab 12 Jahre erweitert. Seit dem 7. Juni 2021 können Kinder- und Jugendärzte BioNTech-Impfdosen für Kinder- und Jugendliche ab 12 Jahren bestellen. Allerdings empfiehlt die STIKO, nur 12- bis 17-Jährige zu impfen, die entweder eine Vorerkrankung, im Umfeld gefährdete Personen oder ein erhöhtes Expositionsrisiko haben. Zu den Vorerkrankung gehören beispielsweise Adipositas, Immundefizienz, Tumorerkrankungen oder Insuffizienzen. 

Wann es einen eigenen Impfstoff für Kinder geben wird, ist ungewiss. Aber es laufen bereits Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren.

Was müssen Schwangere beachten?

Laut RKI liegen zur Anwendung der mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit aktuell keine Daten vor, daher rät die STIKO von einer Impfung während der Schwangerschaft ab. Sollte die schwangere Frau jedoch von Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung betroffen sein, kann ihr, so heißt es im Aufklärungsmerkblatt des RKI, nach "Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden."

Welche Virusvarianten gibt es und wie gefährlich sind sie?

Aktuell machen vier verschiedene Virus-Varianten von sich reden: Alpha, Beta, Gamma und Delta, wovon jedoch Alpha und Delta in Deutschland vorherrschen. Die Alpha-Variante (B.1.1.7.) trat erstmals im Dezember 2020 in Großbritannien auf. Sie wird als leichter übertragbar eingestuft und breitet sich demnach schneller aus. Einige Hinweise zeigen eine erhöhte Fallsterblichkeit. 

Bei der Beta-Variante (B.1.351) handelt es sich um eine in Südafrika nachgewiesene Virusvariante. Es wird eine höhere Übertragbarkeit und geringere Wirksamkeit der Impfstoffe vermutet. 

Die Gamma-Variante (P1) wurde in Brasilien das erste Mal entdeckt und ähnelt der südafrikanischen Variante in Übertragbarkeit und Reaktion auf den Impfstoff.

Die aus Indien stammende Delta-Variante (B.1.617.2) ist in Deutschland mittlerweile stark verbreitet. Eine reduzierte Wirksamkeit des Impfstoffs sowie eine höhere Übertragbarkeit zeichnet die Mutation aus.

Schützt eine Impfung vor allen Varianten des Virus?

Eine Corona-Impfung soll zweierlei Schutz bieten: Vor einem schweren Krankheitsverlauf und vor einer Infektion. Geimpfte haben grundsätzlich ein geringeres Risiko als Ungeimpfte, an einer COVID-19-Erkrankung schwer zu erkranken oder zu sterben. Eine britische Studie zeigt, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca eine hohe Wirksamkeit gegen die vorherrschende Delta-Variante zeigen. Nach zwei Dosen ist der Schutz etwas weniger wirksam als bei der Alpha-Variante: Der Biontech/Pfizer-Impfstoff verhindert zu 88 Prozent eine symptomatische Erkrankung bei der Delta-Variante, der AstraZeneca-Impfstoff zu 67 Prozent. 
Nach nur einer Gabe an Impfstoffen ist die Wirksamkeit deutlich eingeschränkter als bei der Alpha-Variante. 

Welche Nebenwirkungen können nach der Impfung auftreten?

Auch für die Corona-Impfung gilt wie bei anderen Impfstoffen: Nebenwirkungen sind selten, aber nie ganz auszuschließen. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die häufigste lokale Reaktion bei beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffen waren Schmerzen an der Einstichstelle. Darüber hinaus waren Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen die häufigsten Ereignisse. Fieber trat nach der ersten Impfdosis seltener als nach der zweiten Impfdosis auf. Zu schweren Nebenwirkungen ist es bisher, laut PEI, nur sehr selten gekommen.

Allergische Reaktionen sind sehr selten: Der Impfstoff enthält laut RKI keine Konservierungsstoffe, kein Hühnereiweis und kein Adjuvans. Auch der Stopfen der Durchstechflasche ist frei von Naturgummi-Latex. Die genauen Inhaltsstoffe der zugelassenen Impfstoffe veröffentlicht die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA auf ihrer Website: sowohl die des Moderna-Impfstoffes sowie des Biontech/Pfizer Impfstoffes namens Comirnatiy.

Die oben genannten Beschwerden gelten als übliche Impf-Nebenwirkungen. Die Reaktionen zeigen, dass der Körper die Information über den Krankheitserreger, gegen den die Impfung wirken soll, verarbeitet. Das Immunsystem reagiert insofern genau richtig: Es produziert Antikörper, die bei einer möglichen Infektion mit Sars-CoV-2 vor den Erregern schützen. Laut RKI konnten bisher weder schwere unerwünschte, noch lebensbedrohliche Ereignisse auf einen der mRNA-Impfstoffe zurückgeführt werden, das gleiche gilt für Todesfälle. 

Eine andere Situation ergibt sich aus der neuen Datenlage rund um den Vektoren-Impstoff von AstraZeneca. Er steht im Verdacht, vereinzelt schwere Sinusvenenthrombosen auszulösen, die im schlimmsten Fall auch zum Tod führen können. Bei Symptomen wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, bei neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen sollten Geimpfte darum umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen. 

Langzeitnebenfolgen, die erst Jahre nach einer Impfung auftreten, seien bei Impfstoffen generell nicht bekannt, stellte Susanne Stöcker, die Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts bei ZDFheute klar. Nebenwirkungen treten nach wenigen Stunden oder Tagen auf, in den seltensten Fällen nach Wochen. Mit Langzeitfolgen seien Stöcker zufolge Nebenwirkungen gemeint, die erst dann auftreten, wenn ein Impfstoff schon lange Zeit auf dem Markt ist. Statistisch sehr unwahrscheinliche Nebenwirkungen, die eine Person von 100.000 betreffen, seien erst nachzuweisen, wenn die Impfung mehreren hunderttausend Menschen verabreicht wurde.

Corona-Infektion Spätfolgen

Spätfolgen einer Corona-Infektion

Wer haftet bei Folgeschäden?

Bei unmittelbar auftretenden Nebenwirkungen, die ärztlich behandlet werden müssen, übernimmt die IKK classic selbstverständlich die Kosten. Ob in Folge der aufgetretenen Nebenwirkungen ein Impfschaden vorliegt, kann erst im Nachgang geklärt werden. Je nach Fallgestaltung gibt es hierzu verschiedene gesetzliche Grundlagen, die eine staatliche Versorgung beziehungsweise Entschädigung regeln: Haftungsregelungen können sich ergeben aus dem Arzneimittelrecht, dem Produkthaftungsgesetz sowie den allgemeinen Haftungsregelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

Im Infektionsschutzgesetz (§ 60 Abs. 1 S. 1 IfSG) ist auch genau geregelt, wann jemand einen Antrag auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz stellen kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand durch eine Impfung, die von einer zuständigen Landesbehörde (dies sind in der Regel die Gesundheitsministerien der Länder) öffentlich empfohlen wurde, gesundheitlichen Schaden erlitten hat.

Impf-Überwachung: Wie wird überprüft, ob es zu Nebenwirkungen kommt?

Zunächst gilt: Wer nach einer Impfung den Verdacht hat, dass andere Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies der Hausärztin oder dem Hausarzt melden. Diese geben die Informationen über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das PEI weiter. Dort werden sie dann systematisch in einer Datenbank erfasst und bewertet.
 
Eine zentrale Rolle bei der Impf-Überwachung nimmt die vom PEI entwickelte Smartphone-App SafeVac 2.0. ein. Mit ihrer Hilfe können Geimpfte einfach und schnell Auskunft darüber geben, wie sie die Impfung vertragen haben. Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Beobachtungsstudie tragen so aktiv dazu bei, weitere Erkenntnisse über COVID-19-Impfstoffe zu gewinnen. Die App ist sowohl für Android- als auch iOS-Nutzer verfügbar. Auch über ein Online-Portal der Bundesregierung können Sie Nebenwirkungen direkt melden.

Darf ich nach der Corona-Impfung Schmerzmittel einnehmen?

Hier gibt es noch keinen gesicherten Wissensstand. Fest steht: Fast alle Expertinnen und Experten raten von einer prophylaktischen Einnahme von fiebersenkenden oder schmerzlindernden Medikamenten ab. Für die mitunter verbreitete These, dass gängige Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen nach der Imfpung einen negativen Effekt erzielen können, gibt es jedoch laut RKI nach gegenwärtigem Kenntnisstand "keine Evidenz".

Sprich: Sollten Sie unerwünschte Nebenwirkungen nach der Impfung verspüren, können Sie – am besten in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – Schmerzmittel zu sich nehmen, ohne dass Sie Gefahr laufen, den Impferfolg damit signifikant zu beeinflussen. Laut RKI gibt es auch keine ausreichenden Belege dafür, dass – wie in einigen Veröffentlichungen zu lesen ist – bis 6 Stunden nach der Imfpung auf Schmerzmittel verzichtet werden sollte. Inwiefern sich eine frühere Einnahme von Schmerzmitteln auf die nachfolgende Immunität auswirken könnte, sei derzeit aufgrund fehlender Daten nicht seriös beurteilbar.

Darf ich nach der Impfung Sport treiben?

Das RKI gibt hierzu nur vage Auskunft: "Sportliche Aktivitäten nach Impfungen stellen generell kein Problem dar, besondere Belastungen unmittelbar nach der Impfung sind jedoch nicht unbedingt zu empfehlen." Speziell zum Thema COVID-19-Impfung und sportliche Betätigung im Anschluss gibt es noch keine gesicherte Datenlage.

Sie sollten aber auf jeden Fall darauf achten, wie es Ihnen nach der Impfung geht. Verspüren Sie keine oder nur ganz schwache Nebenwirkungen, sprichts nichts dagegen, Ihren Lieblingssport nach der Impfung wieder auszuüben. Nach dem Motto "weniger ist mehr" ist es jedoch empfehlenswert, nicht gleich einen Marathon zu laufen, sondern besser mit einer kleinen Runde zu beginnen. Insbesondere bei stärkeren Nebenwirkungen der Corona-Impfung wie Kopf- und Gliederschmerzen oder gar Fieber sollten Sie ihrem Körper ein paar Tage Ruhe gönnen und die Intensität der sportlichen Belastung nur langsam und Schritt für Schritt steigern.

Arzt hält eine mit einer Impfdosis gefüllte Spritze in der Hand

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Ist eine Impfung auch für COVID-19-Genesene empfehlenswert?

Auch für die an COVID-19 erkrankten und mittlerweile genesenen Personen gilt: Eine Impfung ist ratsam. Denn laut der STIKO entwickeln Genesene nur vorübergehend, also für einen begrenzten Zeitraum einen Schutz gegen eine erneute Ansteckung. Deshalb empfehlen die Expertinnen und Experten des RKI auch diesen Personen eine einmalige Impfung, allerdings frühestens 6 Monate nach Genesung. Aufgrund der bestehenden Immunität nach durchgemachter Infektion ist danach keine zweite Impfung erforderlich, die einmalige Erinnerungsreaktion, die durch die Impfung ausgelöst wird, führt bereits zu einer sehr guten Immunantwort. Für die Impfung von Genesenen können alle zugelassenen COVID-19-Impfstoffe verwendet werden.

Kann eine geimpfte Person das Virus weitertragen?

Diese Frage kann derzeit noch nicht zuverlässig beantwortet werden. Experten gehen davon aus, dass sich die Übertragung von SARS-CoV-2 durch die Impfung zumindest reduzieren lässt. Bis feststeht, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend sind, sollten die gängigen Hygiene- und Abstandsregeln deshalb auch nach der Impfung unbedingt eingehalten werden.
 

Nach der Impfung: Kann ich mich trotzdem noch anstecken?

Der Körper benötigt nach der Impfung eine gewisse Zeit, um den Impfschutz aufzubauen. Wie die Zulassungsstudie von Pfizer/Biontech gezeigt hat, gab es ab dem 11. Tag nach der Impfung kaum noch neue Erkrankungen. Nach der zweiten Impfung konnte eine Wirksamkeit von 95 Prozent festgestellt werden.

Der US-Pharmakonzern Moderna hat für sein ähnliches Präparat eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent errechnet. Somit kann festgehalten werden, dass das Risiko einer Ansteckung deutlich verringert wird. Eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass man noch an COVID-19 erkrankt, besteht allerdings nach wie vor.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist bisher noch nicht geklärt: Deshalb wird derzeit erforscht, ob Booster-Impfungen zur Auffrischung nötig sind. Erkenntnisse dazu sind im Spätsommer zu erwarten.

Corona-Impfung bietet zuverlässigsten Schutz

Auch wenn nicht immer alles rund läuft: Mit einer Impfung schützen Sie sich selbst – und andere. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger kann sich das Virus verbreiten. Und so kommen wir gemeinsam Schritt für Schritt wieder zurück in ein normales Leben. Auch die Forschung steht nicht still – viele Impfstoffe sind noch in der Entwicklung und können nach einer Zulassung den Prozess beschleunigen.

In Bezug auf die zugelassenen Impfstoffe steht fest: Die Vorteile einer Impfung überwiegen die möglichen Risiken. Eine Immunisierung mithilfe der Impfung ist der zuverlässigste Schutz vor der Krankheit – das gilt auch für andere Infektionen.

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