Osteoporose: Ursache, Symptome und Behandlung

Die Osteoporose ist auch unter dem Namen Knochenschwund bekannt. Wir klären über die Ursachen und Symptome auf und wie man durch Ernährung und Bewegung vorbeugen kann, denn die beste Vorsorge ist ein gesunder Lebensstil.

"Liebe Deine Knochen" lautet das Motto des Welt-Osteoporose-Tags am 20. Oktober. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Knochenkrankheit, ihre Risikofaktoren, ihre Ursachen, mögliche Präventionsmaßnahmen und Therapieansätze zu fördern. Denn Osteoporose ist nicht nur eine Alterserscheinung, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung, bei der die Knochen ihre Festigkeit verlieren und in der Folge leichter brechen. Weltweit sind laut der Weltgesundheitsorganisation mehr als 200 Millionen Menschen betroffen, das Robert Koch-Institut gibt an, dass 15 Prozent aller Frauen und 6 Prozent aller Männer über 50 Jahren in Deutschland eine diagnostizierte Osteoporose haben.

Osteoporose – was ist das?

Der Knochen ist trotz seiner Festigkeit kein lebloses und hartes Gebilde. Durch ständige Umbauprozesse wird alte Knochensubstanz ab- und neue Knochensubstanz wieder aufgebaut. Bei jungen Menschen funktioniert dieser Knochenstoffwechsel problemlos: Die Knochenmasse nimmt kontinuierlich zu. Spätestens ab dem 40. Lebensjahr verschiebt sich das Knochengleichgewicht hin zum Knochenabbau. Wenn bei diesem natürlichen Prozess eine deutliche Schieflage vorliegt, entsteht Osteoporose. Der Abbau von Knochenmasse ist dann entweder krankhaft erhöht oder deren Aufbau krankhaft vermindert, die zunehmende Zerstörung der Feinstruktur des Knochens ist die Folge. Die Knochendichte wird geringer, der Knochen wird porös und brüchig.

Risikofaktoren für Knochenschwund

Es gibt die primäre und die sekundäre Osteoporose. Beide Varianten haben unterschiedliche Ursachen.

  • Östrogenmangel

    90 Prozent aller Erkrankungen sind laut dem Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V. (BfO) hormonell bedingt. Ein Mangel an knochenschützendem Östrogen führt dazu, dass keine neue Knochenmasse aufgebaut wird. Dies kann Männer und Frauen treffen. Da der Hormonspiegel im Alter bei Frauen schneller sinkt, sind diese jedoch stärker betroffen. Östrogenmangel ist Ursache für primäre Osteoporose.

  • Familiäre Erbanlagen und Erkrankungen

    Ursachen für den Verlust an Knochendichte können zudem familiäre Erbanlagen, bestimmte Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder chronische Darmerkrankungen und Magersucht sein.

  • Medikamente

    Chemotherapien und bestimmte Medikamente wie Kortisonpräparate oder Magensäureblocker können die Knochen schädigen.

  • Ungesunder Lebensstil

    Bewegungsmangel, Fehlernährung und (übermäßiger) Alkohol- und Nikotinkonsum sind weitere Risikofaktoren. Ist der Knochenabbau durch diese Faktoren bedingt, spricht man von einer sekundären Osteoporose.

Osteoporose vorbeugen

Knochen mögen Mineralien und Vitamine. Vor allem Kalzium, Magnesium und Vitamin D sind wichtig, um sie gesund zu halten und die Knochendichte zu fördern: Gemüse, Obst, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte und Mineralwasser mit hohem Kalzium- und Magnesiumanteil sind ideal. Milchprodukte liefern zudem Vitamin D. Vitamin D entsteht aber hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung, regelmäßige Aufenthalte im Freien sind im Herbst und Winter deshalb genauso wichtig wie im Sommer.

Unser Körper und unser Skelett brauchen Bewegung! Besonders wichtig für gesunde Knochen ist stetige und sanfte Bewegung – am besten jeden Tag. Ausdauersportarten wie Tanzen, Walken, Wandern, Joggen und Radfahren machen Knochen stark. Zudem sind Krafttraining und Dehnübungen sinnvoll, denn gut entwickelte Muskeln sind eine weitere Voraussetzung für stabile Knochen. Sport und Bewegung sind auch wichtig, um Übergewicht zu vermeiden, denn sowohl Unter- als auch Übergewicht begünstigen den Knochenschwund. Ein Body-Mass-Index von 20 bis 25 ist ideal.

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BMI Waage BMI Waage

Diagnose: Liegt Knochenabbau vor?

Die Schwierigkeit an Osteoporose ist, dass über eine lange Zeit Knochenmasse und -qualität leiden, ohne dass Symptome erkennbar sind. Der Knochenschwund verläuft zunächst schmerzlos – bis ein Knochen ohne größere Einwirkung von außen, z.B. beim Heben einer Wasserkiste oder durch Husten, bricht. Ab 50 Jahren empfiehlt es sich, beim Arztbesuch auch das Osteoporose-Risiko zu prüfen. Im ersten Schritt checken Mediziner im Gespräch Risikofaktoren, kontrollieren das Gewicht und die Beweglichkeit und machen sich ein Gesamtbild. Sollte ein Verdacht auf Osteoporose bestehen, kann eine Knochendichtemessung mit Röntgen- oder Ultraschall-Techniken weitere Hinweise geben. Auch eine Messung von Blutwerten kann helfen, eine Osteoporose zu erkennen. Die IKK classic übernimmt dafür die Kosten, wenn das Risiko erhöht ist. 

Therapie: Knochenbruch verhindern

Eine Therapie ist in jedem Stadium der Osteoporose unerlässlich, um Schäden (weitere Frakturen oder chronische Schmerzen) und das Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden. Eine rechtzeitige Behandlung kann den Knochenschwund aufhalten; Medikamente helfen dabei, Knochen zu festigen und Knochenbrüche zu vermeiden. In fortgeschrittenen Stadien – vor allem nach Knochenbrüchen – sind oft Schmerzmittel notwendig, um Verspannungen und dadurch resultierenden Bewegungsmangel zu verhindern. Physiotherapie und viel Bewegung sind weitere Therapieansätze, denn Bewegung ist eines der besten Mittel, um den Knochenschwund zu stoppen.

Versorgungsprogramm der IKK classic

IKK classic-Versicherte mit der Diagnose Osteoporose in der Region Nordrhein profitieren nun bereits seit zehn Jahren von einer besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung, mit dem Ziel, vermeidbare osteoporose-bedingte Knochenbrüche zu reduzieren. Neben den Vertragspartnern Dr. med. Christoph Eichhorn und Prof. Dr. med. Christopher Niedhart nehmen mehr als 135 niedergelassene Osteologen des Kompetenznetzwerkes Osteoporose Nordrhein e.V. an diesem Modell zur Förderung der Osteoporose-Versorgung teil.

Das Angebot ergänzt die Leistungen der Regelversorgung, um Patienten mit Osteoporose-Risiko frühzeitig zu identifizieren. Sollte eine Osteoporose vorliegen, beginnt eine den DVO-Leitlinien folgende Behandlung und Therapie mit Medikamenten. Für die Behandlung ist die aktive Mitwirkung der Patienten von großer Bedeutung.

Deswegen führen die teilnehmenden Osteologen einen besonderen Erinnerungsservice für eingeschriebene Patienten durch, z.B. bei ausbleibender Medikamenteneinnahme oder Fernbleiben von Kontrollterminen. Patienten können zudem einmal im Jahr einen Test zur Feststellung des Sturzrisikos („Aufstehtest“) durchführen, um das Risiko für Stürze und Immobilität festzustellen.

Der Erfolg gibt der besonderen Versorgung durch die Vertragspartner Recht: So konnten etwa die osteoporosebedingte Frakturrate und die Behandlungskosten für an diesem Vertrag teilnehmende Patienten im Vergleich zur Regelversorgung deutlich reduziert werden.

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