Azubi-Knigge: Benimmregeln für den ersten Job

"There's no second chance to make a first impression" – zu Deutsch: Es gibt keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Wir haben die wichtigsten Regeln und Umgangsformen am Arbeitsplatz in einem Azubi-Knigge zusammengefasst.

Regel Nummer 1: Neue Kollegen stellen sich vor

Am ersten Tag steht idealerweise eine Vorstellungsrunde im Betrieb auf der Tagesordnung. Dabei führt dich ein Kollege oder dein Vorgesetzter durch alle Abteilungen und stellt dich kurz vor. Sollte die Firma sehr groß sein, dann reicht es, erst mal auf der Etage oder im eigenen Team eine Vorstellungsrunde zu drehen. Da du der/die Neue bist, solltest du dich in der ersten Zeit proaktiv vorstellen. Gehe einfach auf Mitarbeiter zu, die du noch nicht gesehen hast, und sag kurz Hallo. Selbiges gilt für E-Mails. Ein Einleitungssatz à la: "Wir kennen uns noch nicht, mein Name ist Manuela/Max Muster, ich bin die/der neue Auszubildende im Einkauf und freue mich auf unsere zukünftige Zusammenarbeit", kommt immer gut an.

Regel Nummer 2: Höflichkeit gewinnt

Höflichkeit, freundliche Gesten und gutes Benehmen kommen immer gut an. Du musst natürlich nicht krampfhaft das Gespräch mit Kollegen suchen. Aber ein nettes Wort am Kaffeeautomaten, eine helfende Hand, wenn sich die Gelegenheit ergibt, oder ein freundliches Lächeln sorgen für gute Stimmung im Team. Übrigens: In den meisten Betrieben und Büros gibt es bestimmte Grußformeln. Ein "Guten Morgen" ist Pflicht, zur Mittagszeit sagt man in manchen Unternehmen "Mahlzeit", nachmittags passt ein "Guten Tag", ein lautes "Tschüss zusammen" am Ende des Tages sind Standard. Orientiere dich einfach an deinen Kollegen oder frage deinen Chef direkt, ob es Regeln gibt, die du kennen solltest.

Regel Nummer 3: Zu Tisch bitte

Wenn dich deine Kollegen fragen, ob du in der Mittagspause mit zum Thailänder ums Eck kommen möchtest, dann sage vor allem am Anfang Ja, auch wenn es dir eigentlich zu teuer ist oder du nicht gerne thailändisch isst. Denn besonders am Arbeitsplatz sind soziale Kompetenzen gefragt und dazu gehört beispielsweise ein gutes Gespräch in lockerer Atmosphäre mit Kollegen.

Beim nächsten Mal kannst du die Dönerbude oder den Italiener vorschlagen. In vielen Branchen gilt übrigens die Regel, dass man am Tisch nicht über die Arbeit spricht, sonst wäre die Entspannung in der Pause ja dahin. Von daher kannst du dich relaxen, Späße machen und allgemeine Gespräche führen, schließlich willst du deine Arbeitskollegen besser kennenlernen. Mit der Zeit wissen auch deine Kollegen, wie du tickst und man kann wie unter Freunden offen sagen: "Heute habe ich keine Lust auf das Thai-Restaurant". Oder: "Ich würde mir lieber etwas holen, wer kommt mit zum Supermarkt?"

Knigge, was ist das überhaupt?

Das Wort "Knigge" umschreibt ein Buch mit Verhaltensregeln. Das Wort stammt vom Namen des Schriftstellers Adolph Freiherr Knigge ab. Dieser veröffentlichte 1788 die Bibel der Benimmregeln: "Über den Umgang mit Menschen".

 

Tipp: Sein Nachfahre Moritz Freiherr Knigge hat 2004 mit "Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollen" eine moderne Version von allgemeinen Benimmregeln geschrieben. Aber auch ein Business-Knigge in Buchform ist sicherlich eine gute Vorbereitung für den neuen Job.

Regel Nummer 4: Hallo, Flurfunk?

Ein beliebter Zeitvertreib in der Arbeit ist Klatsch und Tratsch. Ist die Kollegin XY schwanger oder hat sie nur zugenommen? Der Kollege Z arbeitet ja überhaupt nicht und ist nur beim Kaffeetrinken! Unser Tipp: Flurfunk kann mitunter ganz unterhaltsam sein, deswegen darfst du die Antennen ruhig mal auf Empfang stellen. Aber bitte fang nicht an selber zu versenden. Du musst nicht jeden im neuen Team mögen, du solltest aber auch nicht lästern. Sei neutral und freundlich, aber auch mal für einen Spaß zu haben. Gutes Benehmen ist vor allem im Beruf ausschlaggebend für Erfolg – deswegen sollte dein persönlicher Azubi-Knigge auch die nötige Zurückhaltung und Respekt gegenüber allen Kollegen als unumstößliche Regeln beinhalten.

Regel Nummer 5: Du, Chef?

Bei aller Kollegialität – professionelle Distanz gehört auch zum Umgang mit Kollegen. Im Betrieb duzen sich alle? Dann kannst du das auch tun – aber: Vorgesetzte wie den Betriebsleiter oder deutlich ältere Personen sollte man zur Sicherheit erst mal siezen. Wer geduzt werden will, wird es dir mitteilen. Das "Du" bietet immer der ältere bzw. ranghöhere Mitarbeiter an. Bestimmte Rangordnungen gibt es auch beim Grüßen. Zuerst werden laut Knigge im Job die ranghöchsten Personen begrüßt, danach gilt Damen vor Herren und ältere vor jüngeren. Ganz so eng wie zu Zeiten von Knigge werden solche Benimmregeln nicht mehr gesehen, dennoch sind gute Umgangsformen nie fehl am Platz.

Regel Nummer 6: Das Smartphone hat Pause

Im Durchschnitt greifen die Deutschen zwischen 60 und 100 mal am Tag zum Smartphone. Die ständige Nutzung des kleinen Taschencomputers – sei es für WhatsApp oder um News zu checken – ist im Berufsalltag alles andere als erwünscht. Bei Tisch ist es sogar richtig unhöflich, ständig sein Telefon zu checken. Im Job lenkt das Smartphone im schlimmsten Fall so sehr ab, dass die Arbeit darunter leidet.

Tipp: Lass das Smartphone einfach in deiner Tasche oder in deinem Schrank und nutze es bewusst nur in Pausen. Du solltest dich bei deiner Ausbildung komplett auf deine Aufgaben konzentrieren. Ganz nebenbei tust du etwas für dein Wohlbefinden, denn Multitasking und der ständige Blick auf den kleinen Bildschirm sind für das Gehirn und die Haltung ungesund.

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Regel Nummer 7: Welpenschutz ja, aber nicht endlos

Als Auszubildender gehörst du zu den Jüngsten im Betrieb, du genießt also erst mal "Welpenschutz" und man sieht dir sicherlich einiges in Sachen Benehmen nach. Du kannst nach und nach das richtige Verhalten am Arbeitsplatz erlernen, am besten durch Beobachtung. So mancher Verhaltenskodex im Berufsleben kommt dir vielleicht seltsam und neu vor, die ganz normalen Knigge-Regeln des Alltags dürftest du aber schon kennen: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit sollte jeder Mensch in jeder Situation an den Tag legen.

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