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Leckeres Resteessen: Fünf Rezepte gegen Lebensmittel-Verschwendung

Resteessen hilft beim Umweltschutz und schont den Geldbeutel. Denn jedes Jahr landen in Deutschland Tonnen an Lebensmitteln im Müll – und zwei Fünftel davon müssten gar nicht weggeschmissen werden. Statt deinen Mülleimer zu füttern, kannst du die Bäuche deiner Gäste füllen: mit diesen leckeren Resteessen-Rezepten.

Wer Essensreste verwertet, schont die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Denn allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel als nicht gebrauchter Rest weggeworfen. So landet nicht nur bares Geld im Abfall: Zusätzlich werden Ressourcen verschwendet und die Müllproduktion in die Höhe getrieben.

Ist das Brot hart geworden oder eine Kartoffel übriggeblieben, muss das nicht unbedingt im Müll landen. Und braun gewordene Bananen eignen sich für manche Rezepte sogar noch besser als frisch gekaufte. Selbst Kartoffelschalen können ein leckerer Snack werden. Fünf Rezepte zur Resteverwertung – schnell zubereitet und umweltschonend.

Junge Frau beißt genüsslich in ein mit Avocado belegtes Brot © iStockphoto

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So viel Essen landet im Müll

Oft heißt es, wir leben in einer "Wegwerfgesellschaft". Nicht ohne Grund: Allein in Deutschland werden jährlich rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, die Hälfte davon stammt aus Privathaushalten. Das entspricht knapp 75 Kilogramm weggeworfener Lebensmittel pro Einwohner, wobei die Verbraucherzentrale 50 Kilogramm davon als "vermeidbar" bezeichnet. Der Verein schätzt, dass auf diesem Weg umgerechnet etwa 20 Milliarden Euro im Jahr im wahrsten Sinne des Wortes im Müll landen.

Doch nicht nur das: Um Lebensmittel herzustellen, braucht es Ressourcen wie Wasser, Ackerland oder Energie. Zudem kommen noch Verpackungsmaterial, Transportkosten und nicht zuletzt Arbeitsstunden dazu. Landen Produkte im Müll, die eigentlich konsumierbar sind, wird nicht nur der gesamte Einsatz von Ressourcen entlang der Wertschöpfungskette mit weggeworfen. Auch die Entsorgung ist heute ein Problem.

Eine Gruppe Frauen in Sportkleidung macht Fitnessübungen im Freien © IKK Classic

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Was in Deutschland am meisten weggeschmissen wird

Laut einer WWF-Studie (World Wide Fund For Nature) machen in Deutschland Obst und Gemüse den höchsten Anteil der weggeworfenen Produkte aus.

Zur WWF-Studie
  • Obst und Gemüse: 38 Prozent

  • Getreideerzeugnisse: 16 Prozent

  • Kartoffelerzeugnisse: 14 Prozent

  • Milchprodukte: 11 Prozent

  • Fisch und Fleisch: 12 Prozent

  • Restliche Lebensmittel: 9 Prozent

    Hierunter zählen Zuckererzeugnisse, Öle und Fette, Eier, Reis und Hülsenfrüchte.

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum: Was ist was?

Geht es um die Haltbarkeit von Lebensmitteln, wird oft das Mindesthaltbarkeitsdatum herangezogen und am selbigen Tag weggeworfen. Allerdings sind Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sind, meist noch genießbar.

Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum benennt lediglich den Zeitpunkt, bis zu welchem der Hersteller garantiert, dass das Produkt genau den versprochenen Geschmack, Geruch, Aussehen und Nährwert trägt – die Garantie besteht aber nur bei ungeöffnetem Produkt und sachgerechter Lagerung. Wird ein Produkt geöffnet und anschließend über mehrere Tage verbraucht, gilt das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr.

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, endet lediglich die Garantie des Herstellers, dass das Produkt seine Versprechen einhält – nicht zwingend aber die Haltbarkeit. Deswegen dürfen Produkte mit abgelaufenem MHD weiterhin im Laden verkauft werden. Produkte wie frisches Obst und Gemüse, Wein, Hochprozentiges, Zucker, Speisesalz, Kaugummi oder Essig kommen sogar ohne MHD aus.

Das Verbrauchsdatum dagegen gibt die wichtigere Orientierung: Es benennt den letzten Tag, an dem ein Produkt verzehrt werden darf. Die Kennzeichnung "zu verbrauchen bis…" ist also der Endpunkt der Haltbarkeit und wird überwiegend bei leicht und schnell verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch oder frischem Fisch verwendet. Ist das Verbrauchsdatum abgelaufen, dürfen die Produkte nicht mehr verkauft werden.

Tipps zur Vermeidung von Lebensmittel-abfällen

  • Vor dem Einkaufen die eigenen Vorräte und den Kühlschrank checken: Was brauche ich wirklich?

  • Vor dem Wochen-Einkauf einen groben Speiseplan für die Woche erstellen und entsprechend einkaufen.

  • Mit Familie oder Wohngemeinschaft absprechen: Wer hat Lust worauf?

  • Vorräte regelmäßig verbrauchen und erst dann neu aufstocken.

  • Leicht verderbliche Lebensmittel in kleinen Mengen und dafür häufiger kaufen.

  • Lebensmittel kaufen, die in verschiedenen Kombinationen gut zueinander passen, um sie verbrauchen zu können.

  • Nicht hungrig einkaufen gehen, um Appetit-Käufe zu vermeiden.

Resteessen-Rezepte: 5 leckere Ideen zur Resteverwertung

Braune Bananen, altes Brot, Reis und auch Kartoffelschalen landen oft im Müll. Wir haben deswegen genau für diese vermeintlichen Essensreste leckere Rezepte zusammengestellt.

Bananen-Pancakes

In Schweden wird kein Lebensmittel häufiger weggeschmissen als Bananen – kein Wunder, immerhin essen viele Menschen das Obst schon dann nicht mehr, wenn nur die Schale etwas braun geworden ist. Dabei haben braune Bananen einen entscheidenden Vorteil: Durch den Reifeprozess entwickeln sie mehr reinen Zucker und bringen so eine feine, natürliche Süße in jedes Resteessen.

Ein leckeres Rezept sind Bananen-Pancakes. Die süßen Pfannkuchen sind schnell zubereitet und kommen ganz ohne zugesetzten Zucker aus.

Zutaten für 2 Portionen:

2 braune Bananen
1 Ei
100 ml Milch (auch Pflanzenmilch)
3 EL Mehl (auch Vollkorn)
eine Prise Salz
neutrales Speiseöl zum Backen
nach Geschmack: natürliche Vanille

Und so geht's

Sämtliche Zutaten im Mixer zu einem glatten Teig verrühren. Eine Pfanne mit etwas Öl ausstreichen und die Bananen-Pancakes von beiden Seiten goldbraun backen.

Ein Teller mit Bananen-Pancakes und Bananen im Hintergrund. © Gettyimages
Aus altem Vollkornbrot gebackenes Müsli mit Joghurt und Beeren im Glas. © Visnja Sesum

Müsli aus altem Brot

Natürlich kann man altbackenes Brot wunderbar in einen Brotsalat verwandeln. Der Klassiker unter den Resteessen schmeckt in den unterschiedlichsten Variationen. Woran man vielleicht nicht als erstes denkt: Aus altem Vollkornbrot lässt sich ein leckeres Knuspermüsli machen!

Zutaten:

500 g altes Vollkornbrot
80 – 100 g Zucker, alternativ Agavendicksaft oder Zuckerrübensirup
etwas Salz
nach Belieben: Trockenobst, Nüsse, Haferflocken, Chiasamen, Kürbiskerne, Kokosraspel

So geht's:

Das Brot würfeln und in eine Schüssel geben. Zucker, Salz und nach Geschmack weitere Gewürze hinzufügen, wie zum Beispiel Zimt oder Vanille. Das Ganze in ein Küchengerät geben und klein hacken. Jetzt den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Brotkrümel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen. Etwa 10 bis 15 Minuten backen und regelmäßig wenden. Achtung: Die Krümel sollten nicht verbrennen, also besonders in den letzten Minuten mal einen Blick in den Ofen werfen! Danach auskühlen lassen und nach Belieben mit weiteren Zutaten mischen. 

Reis-Bowl mit Spinat und Ei

Gekochte Nudeln am nächsten Tag lecker verwerten? Kein Problem. Aber was ist mit altem Reis? Der schmeckt hervorragend in einer leckeren, gesunden Bowl – und zwar auch kalt. Bei den weiteren Zutaten kann man der Kreativität freien Lauf lassen. Ob Frühlingszwiebel, Paprika, Essiggürkchen, Karotten oder auch gekochte Kartoffeln sowie Fleisch vom Vorabend – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In diesem einfachen Rezept finden sich Blattspinat, Eier und Pinienkerne.

Tipp: Reis- oder auch Nudel-Bowls eigenen sich perfekt zum Vorbereiten für den nächsten Tag. Einfach am Vorabend zubereiten, über Nacht in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag genießen.

Zutaten:

80 g Reis
2 Eier
60 g Blattspinat
2 EL Pinienkerne
2 EL Olivenöl
1 EL Himbeeressig
etwas Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Wer möchte, kann den Reis in einer Pfanne mit etwas neutralem Öl knusprig braten. Er passt allerdings auch kalt in die Bowl. Blattspinat verlesen, waschen und trocken tupfen. Eier kochen, pellen und entweder vierteln oder in kleine Würfel schneiden. Pinienkerne in einer Pfanne rösten. Für das Dressing Olivenöl mit Himbeeressig, Salz und Pfeffer mischen – wer möchte, gibt einen Teelöffel Honig für mehr Süße hinzu. Alles in einer Schüssel verrühren und schmecken lassen!

Reis-Bowl mit Spinat und Ei in einer schwarzen Schüssel. © Visnja Sesum
Chips aus Kartoffenschalen auf einem Teller. © StockFood

Kartoffelschalen-Chips

Bei diesem Resteessen-Rezept kommt streng genommen ein Abfallprodukt auf den Tisch, das oft beim Kochen entsteht: Kartoffelschalen. Allerdings eignen sich nur Schalen von Bio-Kartoffeln. Schalen von Kartoffeln aus konventionellem Anbau sind nicht bekömmlich.

Zutaten:

Schale von 6 Bio-Kartoffeln 
Öl 
Salz
Pfeffer
Chiliflocken

Zubereitung:

Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen und die Kartoffelschalen mit der hellen Seite nach oben darauf verteilen. Mit etwas Öl, Salz, Pfeffer und Chili bestreuen. Weniger ist dabei mehr, vor allem beim Öl: Durch zu viel Flüssigkeit werden die Chips nicht knusprig. Circa 20 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis die Kartoffelschalen-Chips knusprig sind.

Person steht barfuß auf einer Waage. © stockvisual

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Omelette mit Weißei und Gemüseresten

Wie oft landet das Weiße vom Ei in der Tonne, obwohl es vielseitig einsetzbar ist – zum Beispiel für ein Omelette mit Gemüseresten vom letzten Mittagessen. Auch wenn das leckere Eigelb fehlt, bindet das Weißei die Gemüsereste. Mit passenden Gewürzen wird das Reste-Omelette zum echten Gaumenschmaus! Natürlich ist es möglich, anstelle des Weißeis das Omelette auch mit ganzen Eiern zuzubereiten.

Zutaten:

4 Weißei
nach Belieben Gemüsereste: zum Beispiel Zucchini, Pilze, Paprika
1 Zwiebel oder Frühlingszwiebel
1 TL Schnittlauch (falls vorhanden)
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Das Gemüse kleinschneiden. Etwas Öl in eine Pfanne geben und das Gemüse zusammen mit der Zwiebel, sofern vorhanden, anbraten. Dann das Weißei mit Schnittlauch verquirlen und zusammen mit der Frühlingszwiebel dazu geben, mit Salz und Pfeffer würzen. Die Pfanne mit einem Deckel abdecken und stocken lassen. Ist es fest, einmal wenden und wenige Minuten von der anderen Seite anbraten. Wer auch noch Salat übrig hat, kann das Omelette damit servieren.

Omelette aus Weißei mit Gemüseresten. © Stockfood
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