Kinder sitzen in Wohnung an der Heizung und schauen aus dem Fenster

Richtig heizen: So kommen Sie gesund und günstig durch die kalte Jahreszeit

Wenn draußen Wind und Regen wüten, gibt es kaum etwas Schöneres, als drinnen im Warmen zu sein. Doch steigende Energiepreise, ein erhöhtes Umweltbewusstsein und Meldungen über Gesundheitsschäden durch Heizungsluft können die kuschlige Winterstimmung vermiesen. Mit diesen smarten Tipps heizen Sie gesund, grün und günstig.

Heizen wird deutlich teurer in diesem Jahr: 13 Prozent mehr müssen Verbraucherinnen und Verbraucher gemäß Vergleichsspiegel für das Heizen mit Erdgas zahlen, bei Ölheizungen sind es sogar 44 Prozent mehr. Vor allem Bewohnerinnen und Bewohner in Altbauten stehen im Winter vor der Herausforderung, ihre Räume richtig zu temperieren. Denn falsches Heizen kann nicht nur ins Geld gehen, sondern ist auch ungesund: Zu hohe Temperaturen fördern Trägheit und Abgeschlagenheit. Ist es zu kalt, dann kondensiert die Feuchtigkeit an den Wänden und Schimmel droht – ein Problem für die Atemwege.

Ein gesundes Raumklima ist aber auch in Neubauten nicht immer einfach herzustellen. Durch die gute Isolation sammelt sich hier verbrauchte Atemluft oder Feuchtigkeit vom Kochen oder Duschen. Damit steigt die Gefahr von Schimmelbildung. Folglich sollte regelmäßig und möglichst energiesparend gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit zu verbessern und Schimmelpilzsporen zu vertreiben.

Richtig heizen und lüften

Richtiges Heizen und Lüften spart nicht nur Energie, sondern schafft auch ein gesundes Raumklima und verhindert die Bildung von Schimmel. Die optimale Raumtemperatur liegt etwa zwischen 18 und 22 Grad. Ein wenig kälter darf es auf Fluren sein, vorausgesetzt, die Türen zu den stärker beheizten Räumen bleiben geschlossen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte konstant zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Um das Raumklima im Blick zu behalten, können Sie sich im Baumarkt oder Online-Handel ein Thermo-Hygrometer zulegen, das die Temperatur und Feuchtigkeitswerte in Ihrer Wohnung anzeigt. Außerdem gibt es einige Smart-Home-Lösungen und programmierbare Thermostate, die automatisch ein angenehmes Raumklima schaffen (ebenfalls online oder im Baumarkt erhältlich).

Vor jedem Winter sollten Sie alle Heizkörper warten lassen und entlüften. Vor allem bei alten Fenstern und Türen kann es sich lohnen, diese zusätzlich zu isolieren. Hier können schon einfache Dichtungsbänder aus dem Baumarkt einen großen Unterschied machen. Wenn Sie zusätzlich nur um ein Grad kälter heizen, kann das Einsparungen von bis zu sechs Prozent für Ihre Heizkosten bedeuten.

Tipps für richtiges Heizen:

  • Nutzen Sie alle Heizkörper Ihrer Wohnung und versuchen Sie nicht mit vereinzelten Heizungen die komplette Wohnung aufzuwärmen.

  • Stellen Sie keine großen Möbel vor die Heizung, um deren Heizleistung optimal nutzen zu können und damit sich die Wärme gut im Raum verteilen kann.

  • Zwischen den Räumen sollte kein Temperaturunterschied von mehr als 5 Grad Celsius herrschen. So kann keine feuchte Luft eines wärmeren Raumes in einen kälteren Raum gelangen und dort Schimmel verursachen.

  • Halten Sie die Temperatur tagsüber konstant und drehen Sie die Heizung nur nachts gegebenenfalls herunter.

  • Bei kalten Außentemperaturen sollte die Heizung in keinem Raum komplett ausgeschaltet sein. Mindestens die Frostschutzeinstellung sollte an sein.

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Schneeflocke, Sonne und Halbmond – was bedeuten eigentlich die Zeichen auf dem Thermostat?

Den Regler hochdrehen und schon wird es wärmer – das weiß wahrscheinlich jedes Kind. Aber wussten Sie, dass jedes Thermostat die Zimmertemperatur selbst regelt und die Zahlen für eine bestimmte Raumtemperatur stehen? Das bedeuten die Zahlen und Zeichen:

  • Ziffer 1: 12 Grad Celsius

  • Ziffer 2: 16 Grad Celsius

  • Ziffer 3: 20 Grad Celsius

  • Ziffer 4: 24 Grad Celsius

  • Ziffer 5: 28 Grad Celsius

  • Schneeflocke/Stern: Frostschutzstellung

  • Sonne: Grundeinstellung bei 20 Grad Celsius

  • Halbmond: Nachtabsenkung bei 14 Grad Celsius

Tipps für richtiges Lüften:

Um ein gutes Raumklima zu schaffen, ist neben richtigem Heizen auch korrektes Lüften ausschlaggebend. Der Frischluft-Kick sorgt gleichzeitig auch für einen klaren Kopf und verringert die Viruslast in geschlossenen Räumen. Das freut die Atemwege: Das Risiko von entsprechenden Infektionen oder Asthmaanfällen wird reduziert. 

Ein Vier-Personen-Haushalt gibt nicht nur Kohlenstoffdioxid, sondern täglich auch sechs bis zwölf Liter Wasser an die Luft ab. Kombiniert mit Dampf vom Kochen oder aus dem Badezimmer sowie Schadstoffen und Geruchsstoffen von Putzmitteln oder aus Möbeln, bleibt wortwörtlich nur noch wenig Luft zum Atmen.

Ungelüftet führt solche Luft neben Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten auch zu Schimmelbildung an den Wänden. In Kombination mit stickiger Heizungsluft ist deshalb besonders im Winter richtiges Lüften gefragt.

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Wann sollten Sie lüften?

Je nach Luftqualität sollten Sie mehrmals täglich lüften; insbesondere nachdem zusätzliche Luftfeuchtigkeit entstanden ist, etwa nach dem Duschen, Kochen oder Wäsche trocknen. Außerdem sollten Sie beim Heizen mit Holz oder Kohle sowie beim Kochen mit Gas frische Luft herein lassen. Öffnen Sie auch bei Reinigungs-, Reparatur- und Baustellenarbeiten die Fenster.

Wie sollten Sie lüften?

Besonders effizient ist das sogenannte Stoßlüften. Im Winter sollten die Fenster dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten ganz geöffnet werden. Dabei sollten wärmere Wohnbereiche nicht durch angrenzende, kältere Zimmer wie beispielsweise Flure „hindurchgelüftet” werden (Türe schließen!), um einen Feuchtigkeitsaustausch zu vermeiden. Schalten Sie die Heizungen außerdem während des Lüftungsvorgangs aus.

Tipps für ein gesundes Raumklima:

  • Im Winter wird das Immunsystem nicht nur durch die äußeren Bedingungen geschwächt, auch trockene Heizungsluft begünstigt Erkältungen, da sie die Schleimhäute austrocknet und ihre Abwehrfunktion hemmt. Achten Sie deshalb auf eine zusätzliche Befeuchtung der Raumluft, zum Beispiel mit einem feuchten Handtuch oder einer Schüssel mit Wasser auf der Heizung.

  • Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig (unter 40 Prozent), ist außerdem ein Luftbefeuchter sinnvoll (zum Beispiel im Baumarkt erhältlich): Der Keramikbehälter wird einfach an den Heizkörper gehängt und mit Wasser gefüllt. Für einen durchschnittlichen Raum von 25 Quadratmetern genügt ein Behälter, bei dem Sie ein- bis zweimal pro Woche das Wasser wechseln sollten – das Gefäß dabei gründlich reinigen.

  • Wenn Sie an gereizter oder trockener Nasenschleimhaut leiden, können regelmäßige Nasenduschen mit Meersalz helfen. Nasensprays sollten Sie nur bei Erkältungen und maximal nur eine Woche verwenden, da ein längerer Gebrauch das Gleichgewicht der Schleimhäute stört.

  • Auch Inhalieren von Wasserdampf, dem Sie etwas Salz oder ätherische Öle beimischen können, hilft, trockene Nasenschleimhäute auf natürliche Weise zu befeuchten.

  • Pflanzen können ebenfalls die Luftfeuchtigkeit erhöhen – besonders gut geeignet sind großblättrige Arten wie Zimmerlinde, Ficus oder Zyperngras.

    Mehr gesunde Zimmerpflanzen

Wenn Sie diese einfachen Tipps zum richtigen Lüften und Heizen im Winter befolgen, steht einer kuschelig-gemütlichen und vor allem gesunden Jahreszeit nichts mehr im Wege.

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