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Ein Bücher­regal selbst bauen – so geht es

Endlich! Du hast deinen Ausbildungsvertrag in der Tasche, verdienst dein erstes eigenes Geld und kannst – vielleicht mit ein bisschen Unterstützung der Eltern – von zu Hause ausziehen. Das ist der perfekte Zeitpunkt, um das Biene-Maya-Bücherregal auszusortieren und durch eins zu ersetzen, das nicht nur praktisch ist und cooler aussieht, sondern das du auch selbst bauen kannst.

Kein Schreiner? Keine Panik! Wir erklären dir mithilfe eines erfahrenen Handwerkers Schritt für Schritt, wie du zu deinem Do-it-yourself-Bücherregal kommst.

In den WGs von Studenten und Auszubildenden Deutschlands herrschen teilweise chaotische Zustände. Das Geschirr türmt sich in der Spüle, Wäscheberge wandern vom Stuhl auf den Boden und zurück und das letzte, was du von deinem Lernmaterial gesehen hast, war der zerrissene Umschlag der wichtigsten Lektüre. Bei all diesen Problemen können wir leider nicht helfen – bei einem aber schon. Wir zeigen dir, wie du ein Bücherregal für dein Lernmaterial konstruierst.

Die persönliche Note für dein Zimmer

Dein bisher eher spartanisch eingerichtetes Zimmer bekommt mit diesem Möbelstück nicht nur eine persönliche Note, sondern wird auch um einiges ordentlicher. Alles, was du dafür brauchst, ist ein bisschen Zeit, Werkzeug und ein wenig Holz aus dem Baumarkt. Das beste dabei: Du kannst das Regal ganz individuell auf dein Zimmer und deinen Platz an der Wand anpassen.

Für die Nachvollziehbarkeit

Hier sind die Dimensionen des Bücherregals visuell abgebildet, damit du später nicht durcheinanderkommst. 

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Unser Profi: Ulf Diettrich

Ulf Diettrich ist 26 Jahre alt, arbeitet seit 2011 als Schreiner und hat von seiner Familie bis zu Fußballstars schon die verschiedensten Kunden beliefert. Er besitzt außerdem eine Zusatzausbildung zum "Gestalter im Handwerk" und geht seit 2018 auf die Meisterschule für Schreiner in München. Wenn er seinen Abschluss gemacht hat, möchte er seinen eigenen Betrieb eröffnen.

Das Werkzeug

  • Eine Bohrmaschine

  • Ein Akku-Schrauber

  • Eine Packung Holzschrauben (DIN 7997) 3,5x30mm

  • Eine Packung Holzschrauben 3,5x50 mm

Schritt 1: Raum für Neues?

Als erstes solltest du dir einen geeigneten Platz an der Wand aussuchen, an dem dein neues bestes Stück hängen soll. Dann nimmst du Maß. Je nach Raum und Verwendungszweck suchst du dir eine sinnvolle Breite, Höhe und Tiefe aus. Dabei lohnt es sich, präzise zu arbeiten. Fehler und Ungenauigkeiten beim Ausmessen, dem ersten Schritt, werden dich später einholen. Du kannst dich aber auch einfach an unsere Werte halten, dann bist du auf der sicheren Seite.

Für diese Anleitung haben wir eine Breite von 50 cm, eine Tiefe von 21,5 cm (Regalböden plus Rückenplatte) und eine Höhe von 58,8 cm angenommen. Du kannst es aber selbstverständlich auch breiter bauen – dann musst du diese Breite einfach auf alle anderen Bauteile übertragen, gleiches gilt für die Höhe. Sind die Maße notiert, geht es ab in den Baumarkt.

Die Maße

Hier kannst du alle Maße ablesen, die wir verwendet haben. Die Legende sollte dir außerdem beim Unterscheiden der Einzelteile helfen. 

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Schritt 2: Baumarkt

Als erstes suchst du dir eine Rückenplatte (Bauteil A) aus. Unser Profi empfiehlt eine Multiplexplatte oder eine Dreischichtplatte mit einer Dicke von mindestens 1,5 cm. Die Maße für die Länge und Breite der Platte bringst du von zu Hause mit – unsere Platte ist 58,8 cm lang und 50 cm breit und 2 cm dick.

Außerdem benötigst du für die Halterung der Regalböden und die Regalböden selbst Bretter. Unser Profi empfiehlt Fichtenholz. Das ist günstig und stabil. Buche ist vielleicht etwas schöner, aber auch teurer – für welches Holz du dich entscheidest, hängt letztendlich davon ab, wie viel Geld du ausgeben möchtest. 

Für die Halterungen der Regalböden in unserem Beispiel brauchst du vier 10 cm tiefe, 2 cm dicke und 50 cm breite (Bauteil C) und sechs 7 cm tiefe, 2 cm dicke und 50 cm breite Bretter (Bauteil B). Die Regalböden selbst baust du aus 20 cm tiefen, 2 cm dicken und 50 cm langen Holzbrettern (Bauteil D). Für unser Beispiel braucht man davon vier. 

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Auch mal halbe Sachen machen

Tipp: Wenn du Regalböden in der Breite halbierst, kannst du sie später freier anordnen und so Platz für höhere Objekte schaffen, die auf einem tieferen Brett stehen. Deine Regalböden werden später nämlich seitlich in die Halterungen geschoben und können flexibel angeordnet werden. 

Schritt 3: Die Montage der Rückenplatte

Wenn du alle nötigen Bauteile beisammen hast, geht es an die Montage. Zu allererst legst du die Rückenplatte flach auf den Boden. Dann nimmst du dir zwei der Bauteile B, schraubst sie mit zwei Schrauben (3,5x30 mm) zusammen – "im Verbund", nennt man das, wie uns der Fachmann erklärt.

Achte darauf, die Schrauben nicht zu weit außen und nicht zu weit in der Mitte anzubringen, wie in der Grafik beschrieben. Nun legst du das Stück am unteren Ende der Rückenplatte bündig auf, drehst beides gemeinsam um und bohrst von hinten mit den 3,5x50 mm-Schrauben durch die Rückenplatte in den Verbund. Damit ist die Grundlage für dein Regal geschaffen. 

Die Montage der Schrauben und Bauteile auf einen Blick

Hier siehst du, wie alle Schrauben angebracht werden sollten, damit sie nicht kollidieren. Du kannst sie auch leicht versetzt anbringen, so minimierst du die Gefahr eines Zusammenstoßes. 

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Schritt 4: Die Montage der Halterungen

Die Halterungen der Regalböden werden auf ganz ähnliche Weise montiert. Dazu nimmst du ein Bauteil B und ein Bauteil C und schraubst sie von hinten mit einem Akku-Schrauber und 3,5x30 mm-Schrauben bündig zusammen – so weit, so bekannt. Von der Oberkante deines ersten Verbundes, den du bereits auf der Rückenplatte montiert hast, misst du nun 5 cm nach oben ab und zeichnest eine horizontale Linie. Das ist die Unterkante der ersten Halterung.

Jetzt legst du deine erste Halterung (Bauteil B und Bauteil C) wie im Bild beschrieben an der angezeichneten Linie an und bohrst von hinten durch die Rückenplatte in die Halterung. Wie schon zuvor ist dabei wichtig, zu beachten, wo du die Schrauben anbringst – sie sollen schließlich nicht mit den zuvor eingedrehten Schrauben kollidieren, die Bauteil B mit Bauteil C verbinden. 

Diesen Schritt wiederholst du beliebig oft, bis deine gesamte Rückenplatte voll mit Halterungen und Aussparungen dazwischen ist. Unser Regal hat vier Halterungen. 

Schritt 5: Die Regalböden und Endmontage

Nun geht es an die eigentlichen Regalböden. Dafür setzt du ein Bauteil E hochkant auf Bauteil D auf und bohrst mit 3,5x30 mm-Schrauben durch den Boden der Regalbretter in die Aufkantungen. Du wiederholst diesen Schritt so oft, bis du genug Regalböden zusammengestellt hast. In unserem Beispiel sind das vier Stück für die vier Halterungen.

Das Regal an der Wand

So könnte dein Regal später an der Wand hängen. In unserem Beispiel sind wir von vier Regalböden ausgegangen:

Schritt 6: Die Befestigung

Nun bohrst du durch den obersten und untersten Verbund mittig je ein Loch. Du hältst das Regal waagrecht an die Wand und tarierst es mit einer Wasserwage aus. Danach nimmst du dir einen schmalen Bleistift und zeichnest durch die Löcher zwei Punkte an die Wand. Hier setzt du mit der Bohrmaschine an und bohrst zwei Löcher. Danach befestigst du das Regal mit zwei Schrauben an der Wand.

Jetzt kannst du anfangen, deine Regalböden in die Halterungen zu schieben. Voilà, das Regal ist fertig.

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Schritt 7: Das Feintuning

Wenn du es gerne farbenfroh magst und deinem Do-it-yourself-Regal noch den besonderen Touch verpassen willst, kannst du natürlich noch den Pinsel schwingen und dem ganzen Stück einen frischen Anstrich verpassen – oder aus nostalgischen Gründen ein paar Biene-Maya-Sticker anbringen.

Du magst es lieber ganz naturbelassen? Dann solltest du darüber nachdenken, dem Regal samt Böden noch eine Lasur zu verpassen. So schützt du das Holz und gibst dem Möbel einen Glanz. 

 

Alles trocknen lassen und fertig ist dein neues Wohnzimmer-Accessoire. Nun noch schnell deine Bücher, Ordner, Blöcke oder Krimskrams einordnen und das gute Stück bewundern. 

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