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Der perfekte Lebenslauf: Tipps und Tricks, auf die es ankommt

Nur wenn dein Lebenslauf überzeugt, kannst du deinen künftigen Chef überzeugen. Wir zeigen dir, wie du in 11 kleinen Schritten eine gelungene Vorstellung deiner Vita erstellst – und dabei alle No-Gos umgehst.

Schritt 1: Achte auf die Formalien

Plane für deinen Lebenslauf ein Dokument im DIN-A4-Format, bis zu zwei Seiten sind erlaubt. Am besten stellst du eine klassische Schriftart wie Arial, Times New Roman oder Calibri ein, diese sind sowohl am PC als auch in ausgedruckter Form sehr gut lesbar. Damit der Text nicht zu klein wird, wähle Schriftgröße 11 bis 12. Tipp: Falls du deinen Lebenslauf online abschicken musst, wandele das Dokument vorab in ein PDF um. Sonst verschiebt sich unter Umständen das Layout und deine ganze Mühe war umsonst.

No-Go #1

Eine zu verspielte und damit schwer lesbare Schriftart wie Comics Sans MS wirkt abschreckend. Bunte Schrift führt ebenfalls schnell dazu, dass der Chef deine Bewerbung als unprofessionell abstempelt und zur nächsten greift. Gleiches gilt für eine schlechte Druckqualität. Drucke deine Unterlagen entweder zu Hause oder – wenn du keinen Drucker hast – im Copy-Shop aus.

Schritt 2: Mache dir Gedanken zum Aufbau

Ein Lebenslauf ist in kleinere Textblöcke unterteilt, um einen guten Überblick über deinen Werdegang zu vermitteln. Du kannst diese Blöcke durch eine (gestrichelte) Linie voneinander abgrenzen und/oder die Überschriften durch eine Fettung oder den Kursiv-Stil hervorheben. Welche Themen wann auftauchen, erfährst du ab Schritt 3.

Jetzt kannst du dir schon mal überlegen, für welche Reihenfolge du dich bei der Auflistung deiner Stationen entscheiden möchtest. Zur Wahl stehen die chronologische und die umgekehrt chronologische Variante. Letztere bedeutet, dass du mit dem aktuellsten Punkt beginnst. Im Bereich Schulbildung ist das die Schule, die du gerade besuchst. Chronologisch wäre, zuerst die Grundschule zu nennen.

No-Go #2

Hast du dich für eine Reihenfolge entschieden, musst du sie bei allen Punkten beibehalten. Du kannst nicht beim schulischen Werdegang mit Heute beginnen und beim Punkt Praktika das am längsten zurückliegende zuerst erwähnen. Aber vielleicht ist genau dieses Praktikum wichtig für deinen neuen Ausbildungsplatz? Daher lohnt es sich, wenn du dir kurz vorab Gedanken machst, welche Variante zur aktuellen Bewerbung passt.

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Schritt 3: Fasse deine persönlichen Daten zusammen

In diesem Abschnitt listest du links folgende Schlagwörter auf, am besten mit einem Doppelpunkt:

Name: 
Anschrift:

Telefon:

E-Mail:
Geburtsdatum und -ort:

Die Infos schreibst du in der jeweiligen Zeile mit etwas Abstand dazu. Achte darauf, dass die Abstände von Zeile zu Zeile gleich groß sind.

Tipp: Du kannst deinen Lebenslauf auch ganz einfach online mit unserem Bewerbungsbaukasten erstellen und verändern – dann bleiben alle deine Daten gespeichert.

No-Go #3

Der Beruf deiner Eltern und Geschwister spielt in deinem Lebenslauf keine Rolle mehr (das war früher anders). Angaben zur Staats- und Religionsangehörigkeit sind ebenfalls nicht nötig – es sei denn, du bewirbst dich bei einer kirchlichen Einrichtung.

Deine E-Mailadresse sollte aus deinem Vor- und Nachnamen bestehen, wie zum Beispiel maja.mueller@mailadresse.de Hast du bislang nur eine Ulk-Adresse wie flotte.biene23@mailadresse.de, lege dir unbedingt eine neue zu, um einen seriösen Eindruck zu hinterlassen. Selbst Spitznamen wie Tina anstatt Bettina haben in beruflichen Kontaktdaten nichts verloren.

Schritt 4: Füge ein Portraitfoto ein

Mittlerweile bleibt es dir überlassen, ob du in deiner Bewerbung ein Foto von dir zeigen möchtest. Wenn du dich dafür entscheidest, solltest du das Bild rechts neben den persönlichen Angaben einfügen. Folgende Tipps helfen dir, mit deinem Foto zu punkten:

  • Nur ein Portraitfoto kommt in Frage. Das heißt, ausschließlich dein Gesicht und ein Stück von deiner Schulterpartie sind zu sehen.

  • Am besten lässt du die Aufnahme von einem professionellen Fotografen machen. Der hat den richtigen Hintergrund parat und achtet auf deinen Gesichtsausdruck. Zudem kannst du dir die Bilder digital mitgeben lassen, sodass du sie immer wieder verwenden kannst.

  • Du solltest freundlich rüberkommen. Trainiere ein leichtes Lächeln vorab zu Hause im Spiegel (auch wenn es sich affig anfühlt, es lohnt sich!).

  • Und jetzt zur Frage aller Fragen: Was ziehst du an? Das hängt von deinem Berufswunsch ab. Im kaufmännischen Bereich ist Anzug mit Krawatte beziehungsweise Kostüm mit Bluse Pflicht. Geht es weniger chic zu, tragen Männer ein Sakko mit Hemd und Frauen ein einfarbiges Oberteil mit einem nicht zu großen Ausschnitt.

  • Generell solltest du auf wilde oder bunte Muster verzichten, sie bringen Unruhe ins Bild und lenken nur ab. Und noch ein Tipp für alle weiblichen Bewerber: Nur wenn du dich in der Beauty-Branche vorstellst, sind starkes Make-up und aufwendig gestylte Frisuren sinnvoll. Für alle anderen Berufe gilt die Devise: Weniger ist mehr.

  • Entscheide selbst, ob du lieber ein Schwarz-Weiß-Foto oder ein farbiges Bild verwendest.

No-Go #4

Egal wie viele Likes du in sozialen Netzwerken für dein Urlaubsfoto bekommen hast – in deinen Lebenslauf gehört es nicht. Auch Grimassen oder Kussmünder sind absolut tabu, genauso wie ungekämmte Haare oder ein zu weit aufgeknöpftes Oberteil.

Schritt 5: Schreibe über deine Schulbildung

Unter dem Stichwort „Schulbildung“ oder „Bildungsweg“ listet du alle Abschlüsse auf, die du schon gemacht hast – und den, an dem du gerade arbeitest. Und zwar, indem du links den Monat und das Jahr des Abschlusses nennst und dann mit etwas Abstand nach rechts den Abschluss erwähnst. Wenn es zu deiner Ausbildung passt, kannst du den Schulnamen und deren Ausrichtung hinzufügen – wie beispielsweise „naturwissenschaftlich“, wenn du Landschaftsgärtner werden möchtest. Gute bis sehr gute Noten darfst du natürlich auch erwähnen.

No-Go #5

Deine Lieblingslehrer behältst du besser für dich. Solche Infos haben in einem Lebenslauf nichts zu suchen. Auch Fächer, in denen du große Schwierigkeiten hattest, solltest du an dieser Stelle nicht hervorheben.

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Ausbildung

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Mit dem Start der Ausbildung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Die IKK classic steht dir in dieser aufregenden Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Hier findest du alles Wissenswerte rund um das Thema Ausbildungsstart.

Schritt 6: Berichte von deiner praktischen Erfahrung

Beim Thema „Praxiserfahrung“ erwähnst du alle Praktika, Ferienjobs und Freiwilligendienste, die du bislang gemacht hast oder noch machst. Fasse diese thematisch zusammen, also erst alle Praktika und so weiter. Auch hier nennst du links Monat und Jahr (bei einer Beschäftigung über einen längeren Zeitraum erwähnst du Start und Ende, also von ... bis ...) und dann rechts die Tätigkeit. Idealerweise beschreibst du in ein, zwei Sätzen, was genau zu deinen Aufgaben gehört(e).

No-Go #6

Vermeide negative Bewertungen wie „das war eine langweilige Zeit“. Einen anderen Arbeitgeber in ein schlechtes Licht zu rücken, stellt dich ebenfalls schlecht dar.

Schritt 7: Erwähne deine Kenntnisse

Im Abschnitt "Kenntnisse und Fähigkeiten" listest du deine Computer-Kenntnisse mit einer Einschätzung auf, wie gut du das jeweilige Programm beherrschst. Diese setzt du in Klammern hinter den Namen, gängig ist die Einteilung in „sehr gute Kenntnisse“, „gute Kenntnisse“ und „Grundkenntnisse“. Hier kannst du ebenfalls gute Sprachkenntnisse hervorheben.

No-Go #7

Ist Deutsch deine Muttersprache, muss sie unter dem Punkt "Kenntnisse" nicht auftauchen. Je nach Ausbildung kann es jedoch von Vorteil sein, wenn du eine Fremdsprache, zum Beispiel Englisch, beherrschst.

Schritt 8: Überlege, ob du den Punkt „Sonstiges“ ergänzen möchtest

Für manche Berufe ist es vorteilhaft, wenn du einen Führerschein hast. Unter dem Schlagwort „Sonstiges“ kannst du diesen erwähnen. Auch andere Weiterbildungen, die nichts mit Sprachen oder Computer-Kenntnissen zu tun haben, finden hier ihren Platz.

No-Go #8

Überlege dir gut, ob eine Angabe sinnvoll ist. Schützenkönig 2018 ist es definitiv nicht, auch wenn du vielleicht stolz darauf bist.

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Ausbildung

Mediennutzung

Wusstest du, dass 14- bis 24-Jährige ganze 99 Minuten pro Wochentag und 113 Minuten am Wochenende für soziale Medien verwenden? Mehr spannende Statistiken zum Thema Mediennutzung findest du hier.

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Schritt 9: Nenne deine Hobbys und Interessen

Die Überschrift kann hier entweder „Interessen“, „Hobbys“ oder „Hobbys und Interessen“ lauten. Versuche dich kurz zu halten, zwei bis drei Aktivitäten genügen. Idealerweise passen deine Angaben gut zu deinem Wunschberuf. Ein Beispiel: Als zukünftiger Tischler punktest du mit deiner Vorliebe zur kreativen Arbeit mit Holz enorm, als Mechatroniker mit deinem Faible für Autos.

No-Go #9

Das Stichwort „Party“ hat hier nichts verloren. Selbst wenn du damit beweisen möchtest, ein kommunikativer und geselliger Mensch zu sein, musst du deinen Arbeitgeber anderweitig von deiner sozialen Kompetenz überzeugen.

Schritt 10: Schließe den Lebenslauf korrekt ab

Füge zum Schluss noch den Ort und das aktuelle Datum ein. Daneben lässt du etwas Platz, damit du das Dokument nach dem Ausdrucken im Original mit blauem oder schwarzem Kugelschreiber unterschreiben kannst. Für Onlinebewerbungen scannst du deine Original-Unterschrift und fügst sie ins Dokument ein.

Bevor du den Lebenslauf abschickst, mache erstmal etwas anderes. Lies dir den Text später noch einmal in Ruhe durch, dann fallen dir Rechtschreib- oder Flüchtigkeitsfehler besser auf. Zudem solltest du abgleichen, ob alle Abstände stimmen und du für alle Zeitangaben das gleiche Format genutzt hast. Einmal 3.2016, dann 3/2016 und März 2016 zu schreiben, ist unprofessionell. Am besten bittest du einen Freund oder deine Eltern, deinen Lebenslauf ebenfalls zu lesen. Außenstehenden fallen kleine Fehler schneller auf als dir, weil sie sich zum ersten Mal mit dem Text beschäftigen.

No-Go #10

Flecken auf dem Ausdruck. In dem Fall: weg damit und nochmal ausdrucken. Dasselbe gilt auch für Eselsohren. Eine ordentliche Bewerbungsmappe ist die erste Möglichkeit, deinem neuen Chef zu zeigen, dass du sorgfältig arbeitest.

Extra: So erklärst du eine Lücke im Lebenslauf souverän

Jeder Zeitraum über drei Monate, der nicht im Lebenslauf erwähnt wird, gilt als Lücke. Und die macht jeden potentiellen neuen Chef stutzig. Lasse am besten nichts unter den Tisch fallen. Wenn du nach der Schule sechs Monate ein „Work & Travel“ in Australien gemacht hast, kannst du diese Erfahrung locker beim Punkt „Praxiserfahrung“ unterbringen. Auch wenn die Reise nicht direkt etwas mit deinem künftigen Beruf zu tun hat, zeigt sie, dass du weltoffen bist und sehr gute Englischkenntnisse hast.

Warst du über einen längeren Zeitraum krank, erwähnst du einen Satz wie „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft“.

Auch, wenn du bereits eine Ausbildung begonnen hattest und diese abgebrochen hast, gehört diese Information in den Lebenslauf. In den meisten Fällen ist es außerdem ratsam, das Thema offen im Vorstellungsgespräch anzusprechen und die (guten) Gründe zu nennen, warum es mit dem vorherigen Arbeitgeber nicht gepasst hat. Wichtig ist nur: Vermeide es, deinen früheren Chef schlecht zu machen.

Solltest du bereits längere Zeit nach einem neuen Job suchen, verwendest du auf keinen Fall das Wort „arbeitslos“. Stattdessen deutet der Begriff „arbeitssuchend“ darauf hin, dass du dich wirklich bemühst, Arbeit zu bekommen. Idealerweise füllst du die Bewerbungsphase mit einer Weiterbildung, die mit deinem Berufswunsch zu tun hat. Oder du baust ein Praktikum ein – beziehungsweise engagierst dich ehrenamtlich. All diese smarten „Lückenfüller“ sollten in deinem Lebenslauf auftauchen, da sie beweisen: Du tust was!

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