So gelingt die Wiedereingliederung nach längerer Krankheit

Betriebliches Eingliederungsmanagement hilft bei der Genesung. Darauf kommt es an.

Die Gesundheit ihrer Mitarbeiter ist eines der wichtigsten Personalthemen innerhalb eines Unternehmens. Nur ein fitter und gesunder Arbeitnehmer kann seiner Arbeit motiviert und erfolgreich nachgehen. 

Bei Krankheiten fallen Arbeitnehmer aus, teilweise sogar über mehrere Wochen. Auch, wenn es körperlich wieder bergauf geht, können Arbeitnehmer im Job unter Umständen nicht direkt wieder 100 Prozent geben. Gerade bei schweren körperlichen Tätigkeiten müssen Mitarbeiter zunächst kürzertreten oder künftig andere Arbeiten verrichten. Seit 2004 ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, nach längerem krankheitsbedingten Ausfall eines Mitarbeiters ein sogenanntes betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchzuführen. Dadurch können Arbeitnehmer stufenweise und vor allem gesund wieder in den betrieblichen Ablauf integriert werden. 

IKK-Expertin Daniela Kofferath erklärt, worauf es beim BEM ankommt.   

Deshalb ist eine betriebliche Eingliederungsmaßnahme eine gesunde Rückkehr in den Job

Daniela Kofferath weiß, wie eine stufenweise Wiedereingliederung abläuft. Als Leiterin des Referats Geldleistungen verantwortet sie bei der IKK classic unter anderem das AU-Fallmanagement – die Bearbeitung von Fällen betrieblicher Eingliederung nach langer Arbeitsunfähigkeit.

"Der Impuls zum Eingliederungs-management muss vom Betriebsinhaber ausgehen."

Kümmert sich mit ihrem Team um die Eingliederung von Mitarbeitern nach längerem Arbeitsausfall: IKK classic Expertin Daniela Kofferath.

Wann muss ein Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchführen?

Wenn ein Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten mehr als 42 Tage krank ist. Es spielt keine Rolle, ob in diesem Zeitraum eine Erkrankung Ursache für die Arbeitsunfähigkeit war oder mehrere Krankheiten in Folge auftauchten. Die gesetzliche Verpflichtung zu einem BEM gilt für alle Beschäftigten – also auch für Teilzeitkräfte. Der Impuls zum Eingliederungsmanagement muss vom Betriebsinhaber ausgehen.

Was passiert, wenn der Mitarbeiter das BEM ablehnt?

Diese Entscheidung hat keine unmittelbaren Konsequenzen; sie muss nicht einmal begründet werden. Kommt es zu einer krankheitsbedingten Kündigung, kann sich der Mitarbeiter allerdings auch nicht bei einem eventuellen Arbeitsgerichtsverfahren darauf berufen, dass es kein betriebliches Eingliederungsmanagement gab. Für den Arbeitgeber bleiben in diesem Fall unmittelbare Sanktionen aus, wenn er die Durchführung nicht einleitet.

Welche Vorteile hat ein BEM für den Betrieb?

Im besten Fall verringert ein erfolgreich durchgeführtes BEM die Fehlzeiten des Betroffenen. Vielleicht identifizieren Unternehmer im Laufe des Verfahrens außerdem generell krankmachende Faktoren, die sich ansonsten auf weitere Mitarbeiter ausgewirkt hätten. 

Wer ältere Mitarbeiter beschäftigt, erkennt mögliche Rehabilitationsmaßnahmen frühzeitig und kann entsprechende Maßnahmen einleiten. Ein verantwortungsvoller Chef, der auf eine gesundheitliche Nachhaltigkeit achtet, ist letztlich für das Image des Unternehmens entscheidend. Ein BEM kann somit auf den gesamten Betrieb positive Effekte haben.

Wie funktioniert diese stufenweise Wiedereingliederung am Arbeitsplatz?

Zunächst beurteilt der behandelnde Arzt, wie oft und wie lange der Patient nach dem Wiedereinstieg arbeiten kann. Auf dieser Basis erstellt der Mediziner eine Art Stunden- oder Tagesplan gemäß der Belastungsfähigkeit und dem Aufgabengebiet des Beschäftigten. Während der Wiedereingliederung erhält der Versicherte weiterhin Krankengeld. 

Steht allerdings fest, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann und eine Wiedereingliederung demnach nicht möglich ist, können Ansprüche entweder beim Rentenversicherer erhoben oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Auch dabei unterstützt die IKK classic die Betroffenen. Wir sind im Übrigen auch jederzeit Ansprechpartner rund um die Krankheit und entsprechende Therapiemöglichkeiten.

Welche Möglichkeiten haben Selbstständige, nach einer Krankheit im Job wieder durchzustarten?

Selbstständige können zum Beispiel beruflich orientierte Reha-Maßnahmen seitens der Rentenversicherung in Anspruch nehmen. Hat der Betroffene keine Beitragszahlung an die Rentenversicherung geleistet, kann er ihr gegenüber allerdings keine Ansprüche stellen. In diesem Fall springt die IKK classic mit medizinisch erforderlichen Rehabilitationsmaßnahmen ein. Sie bietet sowohl direkte Leistungen an als auch die Vermittlung zu Leistungen Dritter. 

Wir unterstützen die Betroffenen zum Beispiel bei ihrer Suche nach einem passenden Psychotherapeuten oder bei der Antragstellung für bestimmte Leistungen wie Reha, begleiten Patienten als Ansprechpartner durch stationäre Behandlungen oder erklären, wie es unter anderem nach einer Reha weitergehen kann. Ganz oft findet eine Wiedereingliederung stufenweise statt. Am Ende der Maßnahme sind die Betroffenen wieder rundum im Berufsleben angekommen.

Schritt für Schritt nach einer Krankheit zurück in den Job

So gelingt Arbeitgebern das Eingliederungsmanagement im Betrieb:

1. Mit dem betroffenen Mitarbeiter reden

Der Betroffene muss sich damit einverstanden erklären, dass der Arbeitgeber tätig wird. Daher ist es wichtig, ihn vor einer Maßnahme anzusprechen. Eine mündliche Vereinbarung reicht aber nicht aus. Die Erklärung muss schriftlich festgehalten werden. Das gesamte BEM sollte zudem lückenlos dokumentiert werden. 

2.  Die Arbeitsunfähigkeit analysieren

Vor konkreten Maßnahmen steht die Analyse der Situation. Hängt die Arbeitsunfähigkeit direkt mit dem Arbeitsplatz zusammen oder liegen die Ursachen eher im privaten Bereich? Ein Betriebsarzt oder die Kreishandwerkerschaft kann dabei unterstützen. Die IKK classic hilft bei der Auswahl des richtigen Ansprechpartners. 

3. Den künftigen Arbeitsumfang besprechen

Welche Arbeiten kann der Mitarbeiter in Zukunft ausführen und in welchem Umfang? Diese Fragen sind gemeinsam mit dem Beschäftigten zu beantworten. Am besten ist daran auch ein Experte beteiligt. Auch der behandelnde Arzt kann helfen, um die Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen und so eine Überforderung zu vermeiden.

4. Maßnahmen entwickeln 

Maßnahmen wirken am besten, wenn der Mitarbeiter bei ihrer Entwicklung einbezogen wird. Die Liste der Möglichkeiten ist lang: Sie reicht von der Umgestaltung des Arbeitsplatzes über die Anschaffung von Hebehilfen und Schutzkleidung, veränderten Arbeitszeiten, ein Hebe- und Tragetraining bis hin zum Wiedereinstieg über die stufenweise Wiedereingliederung. Die IKK classic hilft, die beste Lösung zu finden. 

5. Ein Fazit ziehen

Die Planung kann noch so gut sein – in der Praxis stellen sich manchmal andere Maßnahmen als noch sinnvoller heraus. Deshalb ist es wichtig, als Arbeitgeber während des betrieblichen Eingliederungsmanagements mit dem Mitarbeiter in Kontakt zu bleiben. Nach Ende des BEMs sollte das Verfahren gemeinsam besprochen und bewertet werden. Das hilft Betrieben auch bei der nächsten Eingliederung.

Ihre Gesundheit ist uns wichtig. Die IKK classic unterstützt und berät Sie deshalb über alle Angebote und Maßnahmen. Und findet so gemeinsam mit Ihnen eine gesunde Lösung. Schreiben Sie uns gern eine Mail: bgm@ikk-classic.de – oder kontaktieren Sie direkt Ihren persönlichen Gesundheitsmanager.

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