Erfolgreiches Team auf dem Siegertreppchen

Special Olympics Athletinnen und Athleten: So lief es bei den World Games

Die Special Olympics World Games in Berlin haben für die Inklusion in Deutschland Maßstäbe gesetzt. Das größte inklusive Sportevent, das es in Deutschland je gegeben hat, war auch für die acht Kanutinnen und Kanuten aus dem deutschen Team ein voller Erfolg. Wir haben sie während des Wettbewerbs begleitet.

Acht Tage lang haben die mehr als 7.000 Athletinnen und Athleten in 26 Sportarten bei den Special Olympics World Games in Berlin alles gegeben. Und mehr als 330.000 Menschen haben dabei zugeschaut. Mit so vielen Zuschauerinnen und Zuschauern hatten die Verantwortlichen im Vorfeld geliebäugelt. Wirklich damit gerechnet jedoch nicht: „Wir hatten das Ziel, 300.000 Zuschauende einzubinden. Da haben wir gedacht, das ist sehr ambitioniert“, sagt Sven Albrecht, der Geschäftsführer von Special Olympics Deutschland.

„Die wichtigste Botschaft lautet, dass wir den Athletinnen und Athleten eine Bühne geboten haben, die es bisher bei Special Olympics nicht gab“, so Sven Albrecht. Genau darum geht es bei Special Olympics. Die Erfolge lassen sich nicht nur in Gold, Silber und Bronze messen. Das Ziel der Organisation ist es, den Teilnehmenden den Weg zu mehr Inklusion freizumachen und Vorurteile zu bekämpfen.

Die Special Olympics

Bis zum Jahr 1968 gab es gar keine strukturellen Sportmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung. Eunice Kennedy-Shriver, die Schwester des US-Präsidenten John F. Kennedy, rief die Special Olympics damals für ihre ältere Schwester Rosemary ins Leben. Es ist die einzige Organisation, die vom IOC, dem Internationalen Olympischen Komitee, die Erlaubnis erhalten hat, den Ausdruck „Olympics“ im Namen zu tragen.

1991 wurde der deutsche Special-Olympics-Verband gegründet. 1998 fanden die ersten nationalen Wettbewerbe in Deutschland statt. Damals in Stuttgart gingen immerhin 1.000 Athletinnen und Athleten an den Start.

Es geht nicht ums Gewinnen oder Verlieren

Doch auch der sportliche Erfolg des deutschen Teams kann sich sehen lassen. Mit zahlreichen Bestleistungen und über 150 Medaillen haben sie zur Begeisterung und öffentlicher Aufmerksamkeit beigetragen.

"Es war eine intensive und auch sehr erfolgreiche Zeit“, sagt Sebastian Fabian, Bundestrainer der Kanutinnen und Kanuten. Dabei erinnert er sich an viele schöne Momente, die medial in die Welt getragen wurden und für Gänsehaut gesorgt haben.

Einmal Basketballspielen mit Dirk Nowitzki: Für die Basketballer von Special Olympics Deutschland geht ein Traum in Erfüllung.

Zum Beispiel, als Superstar Dirk Nowitzki mit dem deutschen Team Basketball gespielt hat. „Was mir so gut an diesem Event gefällt ist, dass es eigentlich nicht ums Gewinnen oder Verlieren geht, sondern darum, dass Menschen zusammenkommen und die Chance bekommen, Sport zu treiben“, erklärt der NBA-Meister von 2011.

Sebastian Fabian verdeutlicht: „Für die meisten unserer Sportlerinnen und Sportler war Berlin ein einmaliges Erlebnis. Viele waren auch das erste Mal bei einem so großen Wettbewerb dabei.“

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Als Team richtig zusammengewachsen

Auch die acht Sportlerinnen und Sportler aus dem Kanu-Team haben ihre Zeit in Berlin genossen. Ihr Wettbewerb stand erst am Ende der Special Olympics auf dem Programm. Das haben sie genutzt, um Berlin auch abseits des Sports zu erkunden.

„In dieser Zeit ist das Team noch einmal richtig eng zusammengewachsen“, sagt Fabian. Noch mehr als nach den beiden Trainingslagern, die sie gemeinsam im Vorfeld absolviert hatten. „Da ist ein richtig starker Teamgedanke entstanden.“

Kanutinnen und Kanuten holen elf Medaillen

Sobald der Wettbewerb näher rückte, galt die volle Konzentration der Athletinnen und Athleten jedoch dem Sport. „Sie wollten erfolgreich sein und auch Medaillen holen“, betont der Bundestrainer. Auf der ältesten deutschen Regattastrecke in Berlin-Grünau gelang das den acht Athletinnen und Athleten (unter anderem gemeinsam mit ihren vier Unified Partnerinnen und Partnern) elfmal.

„Es war spitze. Ich habe das Ding gerockt“, freut sich Nina Voll über ihre Goldmedaillen. Gleich bei ihrer ersten Teilnahme an den Special Olympics World Games kam sie in den beiden Einer-Rennen über 200 und 500 Meter als Erste ins Ziel. Ihr Erfolgsgeheimnis: „Ich bin gleich am Start gut weggekommen und hintenraus nicht eingebrochen.“

Gold gibt’s vom Olympiasieger: Nina Voll bekommt von Sebastian Brendel eine ihrer zwei Medaillen überreicht.

Als sie bei der Siegerehrung die beiden Goldmedaillen von Sebastian Brendel überreicht bekam, war sie sichtlich gerührt. „Es ist das Beste, was passieren konnte, dass man so ein Event hier in Deutschland hat“, sagt der dreifache Olympiasieger im Kanu. „Das zieht sehr viel Aufmerksamkeit auf sich.“

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Der Weg zur Inklusion ist noch lang

Die Aufmerksamkeit ist jedoch nur der erste Schritt. Die Weltspiele haben dem inklusiven Sport eine bisher einzigartige Plattform in Deutschland gegeben. „Diesen Schwung müssen wir mitnehmen“, betont Sebastian Fabian. Inklusion ist ein dauerhafter Prozess.

„Unser Ziel ist es, dass es in Deutschland mehr und bessere Sportangebote gibt, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport machen können.“ Im Moment ist das nur bei vereinzelten Vereinen möglich. Das sei eine Aufgabe, die uns alle betrifft.

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