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Wander-Geheimtipps für Familien: Fünf Top-Touren in Deutschland

Wann ist die schönste Zeit zum Wandern? Bekanntlich im Herbst. Dann ist es nicht mehr so heiß wie noch im Sommer und die Natur zeigt sich dank Laubverfärbung von ihrer schönsten Seite. Den Rucksack gepackt, die Wanderschuhe aus dem Keller geholt – fehlt nur noch die perfekte Wanderroute für die ganze Familie. Wir geben Tipps für Wanderziele in Deutschland, die nicht jeder kennt.

Wandern boomt – und das nicht erst seit Beginn der Corona-Krise. Früher als biederer Zeitvertreib für ältere Semester abgetan, entdecken seit einigen Jahren immer mehr Menschen das Wandern für sich. Davon profitieren auch Vereinigungen wie der Deutsche Alpenverein, der mittlerweile über 1,3 Millionen Mitglieder zählt und damit mehr als doppelt so viele Wander-Fans wie noch vor 20 Jahren.

Outdoor-Sport – oder generell draußen zu sein – trifft den Nerv der Zeit: Entschleunigung, Ruhe, Krafttanken in der Natur sind gefragter denn je. Als perfekten Einstieg bietet sich das Wandern an: Denn es erfordert keine besonderen Vorkenntnisse oder eine teure Ausrüstung. Fragt sich nur, wohin es gehen soll. Wir präsentieren Ihnen fünf Touren hierzulande, die sich für die gesamte Familie eignen.

1. Bergwald-Erlebnispfad/Frillensee

Echter Geheimtipp gefällig? Im malerischen Chiemgau gibt es eine wunderschöne, nicht zu stark frequentierte Wanderung für die ganze Familie. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz beim Forsthaus Adlgaß nahe Inzell. Im besagten Gasthaus lässt sich übrigens nach der Wanderung wunderbar einkehren – bayerische Spezialitäten und selbst gemachter Kuchen laden zum Verweilen ein.

Der Bergerlebnispfad vermittelt Kindern und Erwachsenen auf spielerische Art und Weise Wissen über die Natur – mit Fragen wie: Welcher Baum wird bis zu 600 Jahre alt? Wie viele Tiere leben in einem abgestorbenen Baum? Wie weit springt eigentlich eine Wildsau? Das Motto lautet: Den Wald fühlen, riechen, sehen, hören, schmecken. So kann man auf dem Erlebnispfad zum Beispiel mit Hasen und Rehen um die Wette springen, die Zehen in den eiskalten Frillenseebach stecken und dabei die Wassertemperatur schätzen oder auf einer Holzorgel spielen.

Wie lange? Circa 3 Stunden für den gesamten Rundweg, der eine Länge von etwa 6 Kilometern aufweist.

Highlights: Eigentlich der gesamte Bergerlebnispfad und die tollen Blicke auf den Hochstaufen, einer der höchsten Gipfel der Chiemgauer Alpen. Der Frillensee ist besonders idyllisch gelegen, er ist einer der kältesten Seen Deutschlands.

Bewertung: Einfache Wanderung auf guten Wegen, mittellang.

2. Leutascher Geisterklamm/Mittenwald

Die Leutaschklamm ist spektakulär und hat den Vorteil, dass es dort im Gegensatz zur nahegelegenen Höllentalklamm, die von zahlreichen Zugspitz-Aspiranten durchquert wird, wesentlich ruhiger zugeht. Insgesamt drei verschiedene Wege führen durch die Klamm. Für Kinder am spannendsten ist die Leutascher Geisterklamm, denn dort erfährt man auf Infotafeln einiges über den scheuen Geist, den nur wenige Menschen außerhalb der Schlucht je zu Gesicht bekommen haben.

Atemberaubend ist während der gesamten Wanderung der Blick in die Tiefe auf den tosenden Fluss. Optional können sich die Kids im Anschluss noch auf die Suche nach einem Schatz in der Nähe der Panoramabrücke machen oder sich auf dem Koboldpfad über die Entstehung der Leutaschklamm und deren Geheimnisse schlau machen.

Wie lange? Klammgeistweg (3.000 Meter) etwa 1,5 Stunden, Koboldpfad (1-900 Meter) circa eine Stunde.

Highlights: Der wilde Charakter der Leutaschklamm in Verbindung mit den mystischen Elementen – und natürlich die Suche nach dem Klammgeist.

Bewertung: Einfache Wanderung, allerdings sollte man schwindelfrei sein.

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3. Luchsweg/Sächsische Schweiz

Eine tierische Wanderung, die sich wunderbar für die ganze Familie eignet, gibt es in der Sächsischen Schweiz. Der sogenannte Luchsweg informiert über die "größte Katze Europas". Luchse gehörten vor Jahrhunderten zum ganz normalen Wildbestand im Gebiet der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Heute sind die scheuen Raubkatzen extrem selten geworden und streng geschützt.

Der Wanderweg führt vom Nationalparkzentrum in Bad Schandau entlang bis zu einem Luchsgehege in unmittelbarer Nähe der oberen Station des historischen Personenaufzugs. Im Stadtgebiet von Bad Schandau symbolisieren Luchstatzen auf Pflastersteinen den Routenverlauf. An verschiedenen Stationen erfährt der Wanderer spielerisch Wissenswertes zum Luchs und seinen Eigenheiten.

Wie lange? Circa 45 Minuten braucht man für den Luchsweg (2,3 Kilometer).

Highlights: Natürlich das Luchsgehege. Denn dort kann man die Raubtiere aus geringer Nähe bestaunen.

Bewertung: Einfache Wanderung von kurzer Dauer.

4. Märchenwanderweg "Der Trickser"/Lüneburger Heide

Im Klecker Wald führt ein Märchenwanderweg mit 15 interaktiven Märchen-Stationen und 5 abwechslungsreichen Kletter- und Balancestationen bergauf und bergab. Auf der Strecke warten alte, verwunschene Fischteiche, in denen es einiges zu entdecken gibt. Das Besondere an der Route: Der Weg erzählt ein komplettes Märchen. So trifft man unter anderem auf ein Eichhörnchen, Wassernymphen und eine weise Schlange. Somit kommt definitiv keine Langeweile beim Nachwuchs auf.

Wie lange? Rund 1,5 Stunden (3,2 Kilometer).

Highlights: Ein "Märchen to go" – das perfekte Familienabenteuer.

Bewertung: Einfach, für die Kletterstationen benötigt man etwas Geschick.

5. Entdeckerpfad Graal-Müritz/Ostsee

Auch am Meer lässt es sich gut wandern: Das beweist der Entdeckerpfad Graal-Müritz. Im idyllisch gelegenen Ostseeheilbad in der Nähe von Rostock geht es eher ruhig zu. Die Wanderung durch den Küstenwald in Richtung Ostsee wartet hingegen mit einigen Höhepunkten für Groß und Klein auf.

Auswahl gefällig? Vor der Düne befindet sich beispielsweise die Erlebniswelt Küstenschutz. Dort erfährt man, wie sich die Bewohner vor Ort gegen die zerstörerische Kraft des Meeres schützen oder wie eine Sturmflut entsteht. Wie Holz klingt, hören kleine und große Musiker an den Gongwänden im Klangwald. Und im "Grünen Klassenzimmer“ begegnen einem hölzerne Füchse und Wildschweine. Entlang der befestigten Promenade können die Wanderer schließlich überlebensgroße Modelle von Blasentang, Miesmuschel, Strandhafer, Seepocke, Flunder, Silbermöwe und Co. bestaunen. Bildreiche Schautafeln erläutern aufschlussreich die Lebensweisen und Besonderheiten.

Wie lange? Gut 3 Stunden sollte man auf jeden Fall für die 7 Kilometer lange Tour einplanen.

Highlights: Die Kombination aus Wald und Meer macht richtig Spaß.

Bewertung: Einfach, aber mit 7 Kilometern nicht gerade kurz.

Checkliste für Wanderungen mit Kindern

Die vorgestellten Touren eignen sich perfekt für die ganze Familie. Auch kleinere Kinder können sie aufgrund der überschaubaren Länge bewältigen und werden aufgrund der spielerischen Elemente ihre Freude haben. Weitere Tipps für einen perfekten Wandertag:

  • Gipfel – nicht so wichtig

    Erwachsene Gipfelstürmer sollten zuerst verstehen, dass es für Kinder nicht entscheidend ist, auf einem Gipfel zu stehen.

  • Abwechslungsreiche Touren wählen

    Kinder sind kleine Abenteurer und Entdecker. Daher ist es wichtig, möglichst viele unterschiedliche Elemente wie Wasserfälle, Erlebnispfade oder auch leichte Klettersteige zu integrieren, damit keine Langeweile aufkommt.

  • Begegnungen mit der Tierwelt schaffen

    Wählen Sie bewusst Touren, bei denen Kontakte mit Tieren möglich sind. Tipp: Bei vielen Hütten findet man im Sommer Kühe, Ziegen, Hasen und andere Tiere.

  • Realistische Geh- und Pausenzeiten einplanen

    Planen Sie für Touren mit Kindern genügend Puffer ein. Als Faustformel für das Gehen mit Kindern empfiehlt der Deutsche Alpenverein: 1,5 x Normalgehzeit für Erwachsene = ungefähre Gehzeit mit Kindern.

  • Die richtige Ausrüstung wählen

    Auch Kinder brauchen selbstverständlich Wanderschuhe mit gutem Profil. Leichte, atmungsaktive Kleidung ist ebenfalls empfehlenswert. In höheren Lagen kann es auch im Sommer kühl werden, deshalb immer eine dünne Jacke für die Kinder einpacken.

  • Ausreichende Verpflegung mitnehmen

    Was für Erwachsene gilt, trifft erst recht auf Kinder zu. Sie sollten immer genügend Getränke und eine schmackhafte Brotzeit dabeihaben. Tipp: Gesunde Müsliriegel oder Vollkornkekse immer als Reserve mitführen – sie liefern schnell und zuverlässig Energie.

  • Auf das Wetter achten

    Gerade im Hochsommer ist die Gewitterneigung in den Bergen oft sehr hoch. Deshalb am besten einen Tag vor der Wanderung die Wetterlage checken. Ein früher Aufbruch ist ratsam, dann sind die Temperaturen am angenehmsten und die Gewitterneigung ist in der Regel geringer.

Junge Familie sitzt auf dem Sofa und spielt. © IKK Classic

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Digitale Helfer: Die besten Wander-Apps

Praktisch für unterwegs sind zudem Outdoor- und Wander-Apps fürs Smartphone. Sie geben nicht nur Tipps für interessante Touren, sondern können unterwegs auch als Navigationshilfe eingesetzt werden. Drei Empfehlungen:

  • Komoot: Die wohl beste Allround-App. Sie ist als Routenplaner und Navigationshilfe sowohl für Wanderungen als auch Fahrradtouren gut geeignet. Die App liefert zahlreiche Inspirationen für neue Abenteuer auf der ganzen Welt, inklusive Bewertungen von anderen Usern.

    Sprachnavigation und Offline-Karten sorgen für Orientierung, wenn die Wegfindung mal nicht so klar ist. Die App ist sowohl für Android als auch iOS erhältlich. Die App und auch die Karte für die erste Einzelregion sind kostenlos, alle weiteren Karten für verschiedene Regionen sind ab 3,99 Euro erhältlich.

  • Bergfex: Die App "bergfex Touren & GPS Tracking Wandern Bike Laufen" ist ebenfalls eine gute Wahl für verschiedenste Outdoor-Aktivitäten. Sie bietet mehr als 70.000 Routen in ganz Europa, mit Schwerpunkt auf die Alpen. Für Rad- oder Skitouren ist die App ebenfalls geeignet.

    Zudem hilfreich: Mit eingeschaltetem GPS werden Tourenmöglichkeiten direkt in der Nähe angezeigt, in der Übersicht werden dann der Schweregrad der Route und weitere nützliche Informationen zur Strecke sowie Kommentare anderer Wanderer angezeigt. Die Bergfex-App ist in einer kostenlosen Testversion erhältlich und für iOS- wie Android-Nutzer verfügbar.

  • PeakFinder AR: Keine klassische Wander-App, aber ziemlich praktisch. Denn Hand aufs Herz – wer kennt nicht folgende Situation? Man sitzt auf einem Berggipfel und bestaunt das atemberaubende Panorama. Doch irgendwann fragt man sich: Wie heißen eigentlich die Berge, die sich da nah und fern so gewaltig auftürmen? Hier schafft PeakFinder Abhilfe. 

    Die App zeigt von jedem beliebigen Ort ein 360-Grad-Panorama mit den Namen aller Berge. Und all das funktioniert komplett offline – sofern man sich vorher die entsprechenden Karten heruntergeladen hat. Ebenfalls praktisch: Die App zeigt auch die genaue Höhe an, auf der man sich befindet. PeakFinder gibt es sowohl für Android (4,69 €) als auch iOS (5,49 €).

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