Impfpass verloren: Was tun?

Redaktion
Michelle Krah

Du brauchst plötzlich deinen Impfpass, etwa für einen Job, die Schule oder eine Reise, und merkst: Dein Impfpass ist weg. Ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Impfungen lassen sich oft über Arztunterlagen oder alte Dokumente nachweisen. Fehlen Nachweise, gibt es trotzdem Lösungen. Wir zeigen dir, wie du frühere Impfungen findest und einen neuen Impfpass bekommst.

Der Impfpass gehört wahrscheinlich zu den Dingen, an die du im Alltag kaum denkst. Bis du ihn plötzlich brauchst. Das Problem dabei: Einige Impfungen musst du nachweisen können. Zum Beispiel bestimmte Standardimpfungen oder Reiseimpfungen. Gerade in Berufen mit viel Kontakt zu Menschen kann das wichtig werden. 

Die gute Nachricht: Auch ohne Impfpass bist du nicht komplett aufgeschmissen.

 

Impfpass verloren: Was sollte ich jetzt machen?

  • Schritt 1:

    Überlege zuerst, wann und wo du zuletzt geimpft wurdest.

  • Schritt 2:

    Frage bei deiner Hausarztpraxis oder Kinderarztpraxis nach.

  • Schritt 3:

    Schau alte Unterlagen oder Impfbescheinigungen durch.

  • Schritt 4:

    Prüfe, ob deine Krankenkasse deine Impfungen gespeichert hat.

  • Schritt 5:

    Lass dir einen neuen Impfpass ausstellen, wenn der alte nicht mehr auftaucht.

So ist ein Impfpass aufgebaut

Der Impfpass (auch Impfausweis genannt) ist ein gelbes Heft, in dem alle wichtigen Impfungen dokumentiert werden. So können Ärztinnen und Ärzte schnell sehen, gegen welche Krankheiten du geschützt bist und wann eine Auffrischungsimpfung nötig ist.

Diese Informationen findest du im Impfpass:

  • Persönliche Daten auf den ersten Seiten
  • Standardimpfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (z. B. gegen Masern, Tetanus oder Keuchhusten)
  • Reise- und besondere Impfungen, die für bestimmte Länder, Berufe oder gesundheitliche Risiken wichtig sind
  • Einträge zu COVID-19-Impfungen (in neueren Impfpässen)
  • Gegebenenfalls Angaben zu Antikörpertests oder passiven Immunisierungen

Jeder Impfeintrag enthält meist:

  • das Datum der Impfung
  • den Namen des Impfstoffs
  • die Krankheit, gegen die geimpft wurde
  • Stempel und Unterschrift der impfenden Arztpraxis

Gut zu wissen: Der gelbe WHO-Ausweis ist ein internationales Dokument und wird auch bei Reisen ins Ausland anerkannt.

 

Impfungen nachweisen: Wo lassen sich frühere Einträge noch finden?

Auch wenn dein Impfpass weg ist, sind die Informationen oft nicht komplett verloren. Arztpraxen müssen Impfungen und Behandlungen in der Regel mindestens zehn Jahre dokumentieren. Diese Unterlagen oder Stellen können helfen:

  • Hausarztpraxis

  • Kinderarztpraxis

  • Fachärztinnen und -ärzte

  • Betriebsärztinnen und -ärzte

  • Impfzentren

  • Krankenhäuser

  • alte Impfbescheinigungen

  • Unterlagen von Reisen oder der Schule

Gerade wenn du als Kind regelmäßig bei derselben Praxis warst, stehen die Chancen gut, dass deine Daten dort noch gespeichert sind.

Manchmal findest du auch zuhause noch einzelne Nachweise wie Impfaufkleber, Reiseunterlagen oder alte Gesundheitshefte.

Wichtig: Trag Impfungen niemals selbst in das gelbe Heft ein. Impfungen dürfen nur von berechtigten Personen dokumentiert werden – zum Beispiel von Ärztinnen, Ärzten oder in bestimmten Fällen von Apotheken. Falls du also zuhause einen alten Impfaufkleber findest, geh damit in die Arztpraxis und lass ihn dort einkleben.

Alternativ kannst du im Gesundheitscockpit der IKK classic-App deine Impfungen zusätzlich digital im Modul „Impferinnerung“ dokumentieren und deinen aktuellen Impfschutz checken. Dabei werden unter anderem Alter, Geschlecht, Wohnort und die Empfehlungen der STIKO berücksichtigt. Der Vorteil: Du wirst automatisch an deine Auffrischungsimpfungen erinnert.

Das GesundheitsCockpit in der IKK classic-App

Im Modul "Impferinnerung" kannst du erfolgte Impfungen manuell anlegen und deinen Impfstatus individuell berechnen lassen.

Neuen Impfpass beantragen: So funktioniert es

Wenn dein alter Impfpass nicht mehr auftaucht, kannst du dir problemlos einen neuen ausstellen lassen. Das gelbe Heft heißt offiziell „Internationaler Impfausweis“.

Einen neuen Impfpass bekommst du meistens:

  • kostenfrei in Hausarztpraxen

  • bei Kinder- oder Jugendarztpraxen

  • teilweise in Apotheken gegen eine geringe Gebühr

  • in Gesundheitsämtern

Vorhandene Impfungen können dort nachgetragen werden – allerdings nur, wenn es dafür einen Nachweis gibt.

Ärztinnen und Ärzte dürfen Impfungen nicht einfach „aus dem Kopf“ eintragen. Nur Impfungen, die sicher dokumentiert sind, dürfen offiziell nachgetragen werden.

Deshalb lohnt es sich, vorher möglichst viele alte Unterlagen zusammenzusuchen. Je mehr Nachweise du hast, desto vollständiger wird dein neuer Impfpass.

Falls Impfungen nicht mehr nachvollziehbar sind, werden fehlende Impfungen meistens einfach nachgeholt. Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist das in der Regel unproblematisch.

Das bedeutet: Selbst, wenn du so eine Grundimmunisierung oder einzelne Impfungen versehentlich doppelt bekommst, ist das nach Angaben des Robert Koch-Instituts besser, als wenn du gar keinen Impfschutz hast. Deshalb wird bei unklarem Impfstatus oft lieber nachgeimpft, statt wichtige Impfungen wegzulassen.

 

Schutzimpfungen für Erwachsene

Impfungen helfen, gefährliche Infektionskrankheiten zu verhindern. Wir übernehmen die Kosten auch für einige zusätzliche Immunisierungen.

Impfpass verloren: Was tun ohne frühere Arztpraxis?

Besonders schwierig wird es manchmal, wenn eine Praxis inzwischen geschlossen hat oder die Ärztin beziehungsweise der Arzt aufgehört hat zu praktizieren.

Trotzdem lohnt sich die Suche. Denn häufig wurden Patientenakten an andere Praxen oder Archive übergeben.

Wenn du weißt, wie die Praxis früher hieß, kannst du:

  • online nach einem Nachfolger suchen

  • bei der Kassenärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes nachfragen

  • ehemalige Gemeinschaftspraxen kontaktieren

  • deine Krankenkasse um Hinweise bitten

Auch frühere Kinderarztpraxen können noch alte Unterlagen gespeichert haben. Gerade Impfungen aus der Kindheit lassen sich dadurch oft noch nachvollziehen.

Impfpass digital: So sicherst du deine Daten

Ein Impfpass ist klein und genau deshalb schnell verlegt. Damit du beim nächsten Umzug, Urlaub oder Ausbildungsstart nicht wieder danach suchen musst, lohnt es sich, die Daten zusätzlich digital zu sichern. Einen vollständigen digitalen Ersatz für den gedruckten Impfausweis gibt es noch nicht. Daher gelten digitale Nachweise derzeit nur ergänzend. Aber das wird sich in den kommenden Jahren bestimmt ändern.

  • Impfpass fotografieren und sicher speichern

    Ein Foto ersetzt zwar nicht offiziell das Original – hilft aber enorm, wenn der Impfpass nochmal verloren geht.

  • IKK classic-App nutzen

    In der IKK classic-App kannst du über das dort integrierte GesundheitsCockpit selbständig deine Impfhistorie erfassen und dokumentieren. Die Anwendung berechnet deinen individuellen Impfstatus und erinnert dich an Auffrischungsimpfungen.

    Mehr zur IKK classic-App
  • IKK classic-ePA-App nutzen

    Impfdaten können inzwischen problemlos in deiner elektronischen Patientenakte (ePA) dokumentiert werden. Der Vorteil: Ein elektronischer Impfpass geht nicht so schnell verloren wie ein Papierheft und über die ePA hast du deine Gesundheitsdaten kompakt organisiert. Zugriff auf die ePA hast du mit der IKK classic-ePA-App.

    Mehr zur IKK classic-ePA-App

Die elektronische Patientenakte (ePA)

Mit Hilfe der ePA sollen wichtige Daten im Notfall schneller zur Verfügung stehen und Doppeluntersuchungen vermieden werden.

Fazit

Ein verlorener Impfpass ist zwar nervig, aber kein Weltuntergang. Viele Impfungen lassen sich über Arztpraxen, alte Unterlagen oder digitale Nachweise wiederfinden. Und selbst wenn nicht mehr alles dokumentiert ist, können wichtige Impfungen nachgeholt werden.

Wichtig ist vor allem, dass du jetzt nicht den Kopf in den Sand steckst. Je früher du dich kümmerst, desto einfacher wird es, deinen Impfstatus wieder vollständig zusammenzustellen.

 

FAQ

Kann ich mich auch ohne Impfpass impfen lassen?

Ja. Wenn dein Impfstatus unklar ist, kann die Ärztin oder der Arzt trotzdem impfen. Fehlende Impfungen werden dann verabreicht oder aufgefrischt.

Wie lange bewahren Arztpraxen Impfunterlagen in der Regel auf?

Medizinische Unterlagen müssen in Deutschland meist mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden. Manche Praxen speichern Impfungen sogar deutlich länger.

Kann ich ohne Impfpass trotzdem eine Reiseimpfung bekommen?

Ja. Für Reiseimpfungen brauchst du nicht zwingend deinen alten Impfpass. Sinnvoll ist er trotzdem, damit Ärztinnen und Ärzte besser einschätzen können, welche Impfungen bereits vorhanden sind.

Was tun, wenn der Impfpass im Ausland verloren geht?

Melde dich möglichst bei deiner Krankenversicherung oder einer Arztpraxis vor Ort. Wenn du digitale Kopien gespeichert hast, hilft das jetzt besonders weiter. Nach deiner Rückkehr kannst du dir in Deutschland einen neuen Impfpass ausstellen lassen.

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Michelle Krah

Veröffentlicht am 17.06.2026

Quellenangaben

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