Zahlen und Fakten: Statistiken zur Migration

Deutschland ist ein multikulturelles Einwanderungsland. Hierzulande leben aktuell rund 20,8 Millionen Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Das Handwerk leistet seit jeher einen großen Beitrag zur Integration dieser Menschen.

Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Rund 25,5 Prozent, also etwas mehr als ein Viertel der deutschen Bevölkerung hatten 2018 Migrationshintergrund. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Es heißt, dass sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht als deutscher Staatsbürger geboren wurden. Es bedeutet allerdings nicht, dass jeder vierte Migrant ist. In Zahlen ausgedrückt: Insgesamt lebten 2018 in Deutschland etwa 20,8 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln.

Migrationshintergrund und Handwerk

Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im Handwerk ist mit 8,5 Prozent höher als in anderen Branchen. Im Durchschnitt liegt ihr Anteil über alle anderen Gewerke nur bei knapp 7,0 Prozent. Obwohl sich diese Werte in den letzten Jahren weiter angenähert haben, bleiben handwerkliche Berufe für Migranten die häufigste Berufswahl.

Nichtsdestotrotz lässt diese Entwicklung einen positiven Trend über alle Branchen hinweg erkennen: Eine gleichmäßigere Verteilung von Migranten über Handwerk & Co. hinweg bedeutet eine gleichmäßigere Durchmischung und gerechtere Chancenverteilung für alle Arbeitnehmer auf dem deutschen Arbeitsmarkt. 

Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund nach Berufsgruppen

In Reinigungsberufen findet sich mit 31,3 Prozent in Bezug auf die Gesamtbeschäftigten der Branchen der größte Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Dicht gefolgt von der Hoch- und Tiefbaubranche, in der rund ein Viertel der Beschäftigten selbst Migration erlebt, oder ausländische Wurzeln haben. Danach folgen mit 17,1 Prozent Ausbauberufe, wie Schreiner, Dachdecker oder Bodenleger. Das zeigt: Die Handwerksbranche ist für viele Migranten durch ihren Praxisbezug eine beliebte berufliche Anlaufstelle und hat an ihrer Integration maßgeblichen Anteil - dass sich auch ihre Kinder oft in der Branche wohlfühlen, ist nicht verwunderlich. 

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Bevölkerungsanteil und Erwerbslosenquote unter Bürgern mit Migrationshintergrund

14,1 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund sind erwerbslos. Dieser Wert liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (rund 5 Prozent).

Aber: Diese Statistik zeigt auch, dass die Erwerbslosenquote unter Migranten mit zunehmender Zeit, die sie in Deutschland leben, sinkt. So liegt die Erwerbslosenquote unter Migranten, die 1991 nach Deutschland eingewandert sind, bei knapp unter 10 Prozent. Unter Migranten, die 2010 eingewandert sind, haben dagegen knapp 14 Prozent keinen festen Job. Die Aufenthaltsdauer hängt also direkt mit der Erwerbslosigkeit zusammen. Es braucht eben seine Zeit, sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Selbstständigkeit von Migranten im Handwerk

Migrantinnen und Migranten machen sich überdurchschnittlich oft selbstständig. Der Gesamtanteil von Migranten, die selbst Gründer geworden sind, liegt bei 21 Prozent. Anders formuliert: Jeder fünfte Gründer in Deutschland ist ein Migrant. Das liegt zum einen daran, dass der Wunsch nach Selbstständigkeit unter Migranten oft stark ausgeprägt ist. Ein eigenes Geschäft oder einen eigenen Laden zu haben, ist in den Heimatländern vieler ganz normal. Sie begreifen die Selbstständigkeit als Chance Fuß zu fassen. Zum anderen machen sich Migranten aber auch selbstständig, weil ihnen keine andere Wahl bleibt – etwa 20 Prozent der Migranten gründen einen Betrieb, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen.

Potenzial für junge Migranten

Wie man aber sehen kann, gleichen sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt von Migranten und Nicht-Migranten nach einer gewissen Zeit an. Generell kann man sagen, dass in Zuwanderung immer ein enormes Potenzial steckt, von dem nicht nur das Handwerk, sondern alle Branchen profitieren können. Migration bringt unbekannte Techniken, Denkweisen und Ideen mit sich, von denen man eigentlich nur profitieren kann – wenn man dem Thema ohne Vorbehalte und offen gegenübertritt. 

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