Pubertät: Wenn aus Mädchen Frauen werden

Eben noch bester Laune, im nächsten Augenblick wütend und traurig: In der Übergangsphase vom Mädchen zur jungen Erwachsenen machen Körper und Psyche aufgrund der hormonellen Veränderungen so einiges mit. Und das stellt nicht nur das pubertierende Kind, sondern auch seine Eltern vor so einige Herausforderungen.

Wann beginnt die Pubertät?

Bei Mädchen setzt die Pubertät durchschnittlich bereits im Alter von 10 Jahren ein. Das ist rund zwei Jahre früher als bei Jungen. Aber: Manche Mädchen sind bereits früher in der Pubertät als andere. Das ist völlig normal, solange der Beginn der Geschlechtsreife nicht vor dem 8. und nach dem 14. Lebensjahr einsetzt: Ansonsten spricht man von einer verfrühten beziehungsweise verspäteten Pubertät. 

Der Beginn der Pubertät wird vom Gehirn eingeläutet. Nervenzentren in der Hirnanhangsdrüse geben den Befehl zur Produktion von Geschlechtshormonen wie Östrogen und Testosteron. Diese führen dazu, dass bei Mädchen das Scham- und Achselhaar- sowie das Brustwachstum angeregt werden. Die erste Regelblutung folgt etwas später, im Durchschnitt mit 12,8 Jahren.

Die Hochphase der Pubertät spielt sich bei Mädchen zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr ab und bringt Veränderungen von Körper und Psyche mit sich.

Vom Mädchen zur Frau

  • Die Brust fängt an zu wachsen. Dies hängt mit der Ausbildung der Milchdrüsen zusammen. Zunächst entdecken Mädchen so genannte "Knospen" unter ihren Brustwarzen, nach und nach entwickelt sich daraus ein richtiger Busen. Im Schnitt dauert es drei bis fünf Jahre bis die Brust ihre endgültige Größe erreicht hat. 

  • Die ersten Schamhaare im Intimbereich werden sichtbar. Gleichzeitig fängt das Haarwachstum unter den Achseln an. Zunächst sind die Haare glatt, dann beginnen sie sich zu kräuseln. Viele Mädchen möchten sich die Haare aus ästhetischen Gründen rasieren. Hier kann die Mutter Hilfestellung bieten. 

  • Weibliche Rundungen entstehen. Der Körperfettanteil steigt, das Becken wird größer, die Hüften breiter und die Taille schmaler. Auch eine Gewichtszunahme zählt häufig zu den Begleiterscheinungen in der Pubertät, weshalb junge Erwachsene anfangen sollten, auf ihre Ernährung zu achten und Sport zu treiben. 

  • Ölige Haut und fettiges Haar machen vielen Jugendlichen während der Pubertät zu schaffen. Die Poren der Haut produzieren in dieser Phase mehr Talg, so dass Pickel und Pusteln leichtes Spiel haben. Mit den richtigen Reinigungsmitteln lässt sich dieses Problem aber in der Regel schnell in den Griff bekommen. 

  • Die Geschlechtsorgane werden größer. Die äußere Geschlechtsregion, Schamlippen und Klitoris, nehmen an Größe zu. Auch die inneren Geschlechtsorgane, Eierstöcke und Gebärmutter, wachsen. 

  • Es kommt zu weißem Ausfluss. Häufig bemerken Mädchen weißliche Flecken im Slip. Dieser Ausfluss sorgt auf natürliche Weise dafür, die Vagina feucht und sauber zu halten und ist meist das erste Anzeichen dafür, dass bald die erste Regelblutung einsetzt. 

  • Die erste Periode setzt ein. Von nun an können Mädchen schwanger werden. In regelmäßigen Abständen wachsen jetzt mehrere Eizellen in einem der Eierstöcke heran. Es kommt zum Eisprung, wo eine Eizelle in den Eileiter wandert und dort vom männlichen Samen befruchtet werden kann. 

  • Das Verhalten von Jugendlichen verändert sich, denn die Hormone beeinflussen auch die Psyche. Durch die körperliche Entwicklung stellt sich ein Schamgefühl ein, was zu Selbstzweifeln und launischen Verstimmungen führen kann. Wut, Ablehnung und Streitlust sind in dieser Zeit typische Verhaltensmuster von jungen Erwachsenen, vor allem gegenüber ihren Eltern. 

Wann ist die Pubertät beendet?

Etwa ab dem 16. Lebensjahr setzt die Spätpubertät ein, die bis zum 18. Lebensjahr dauert. Dann ist die körperliche Entwicklung weitestgehend abgeschlossen, die psychische jedoch noch nicht.

In dieser Phase nabeln sich Jugendliche noch ein bisschen mehr von ihren Eltern ab und bauen ihre Eigenständigkeit und ihr Selbstwertgefühl weiter aus. Stimmungsschwankungen und Streitereien gehören nun aber zum größten Teil der Vergangenheit an. 

7 Tipps für Eltern während der Pubertät

  • Bieten Sie Unterstützung

    Eltern sollten Mädchen in der Pubertät Schutz, Geborgenheit und Halt anbieten. Wenn junge Frauen Ablehnung und Eigenständigkeit demonstrieren, sehnen sie sich häufig nach einem offenen Ohr und Verständnis.

  • Sorgen Sie für Regeln

    Kinder, die erwachsen werden, brauchen einen feste Orientierung. Einmal aufgestellte Regeln sollten nicht wahllos aufgehoben oder eingeschränkt werden. Überzeugen Sie Ihre Tochter durch sachliche Argumente und Kompromissbereitschaft und drohen Sie – falls nötig – mit Sanktionen.

  • Zeigen Sie Verständnis

    Stimmungsschwankungen, Ablehnung und Rückzug sind für pubertierende Töchter völlig normal. Geben Sie daher Ihrem Kind genügend Freiraum.

  • Vermeiden Sie Predigten

    Das Bewusstsein der Pubertierenden für die eigenen Stärken und Schwächen ist noch nicht stark genug, um Kritik annehmen oder aushalten zu können. Bleiben Sie konstruktiv, vermeiden Sie Vorträge und verwenden Sie Ich-Botschaften, wie "Ich mache mir Sorgen, wenn Du zu spät nach Hause kommst".

  • Bleiben Sie aufmerksam

    Neugierde und Erfahrungen mit Pornographie und Drogen stellen ein heikles Thema für Eltern dar. Es ist daher wichtig, aufmerksam zu bleiben. Doch spionieren Sie Ihrer Tochter nicht hinterher! Kommunikation, Aufklärung und ein gutes Vorbildverhalten sind zielführender als Kontrolle.

  • Seien Sie sich Ihrer Rolle bewusst

    Viele Eltern machen den Fehler, Freundschaft mit Ihren Kindern schließen zu wollen. Doch in der Erziehung ist es wichtig, sich in liebevoller Weise voneinander abzugrenzen, schließlich stehen Eltern in der Erziehungspflicht.

  • Übertragen Sie Verantwortung

    Bevormundung ist tabu. Jugendliche müssen lernen, Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen. Dafür brauchen sie sehr viel Übung. Wenn Ihr Kind Sie braucht, wird es auch weiterhin auf Sie zukommen.

Mädchen und Jungen in der Pubertät

Ein Junge freut sich meistens über seine körperliche Entwicklung während der Pubertät: Er wird "männlich", bekommt mehr Muskeln und breitere Schultern. Ein Mädchen hingegen schämt sich häufig für ihren weiblichen Körper und versteckt ihre Rundungen unter weiter Kleidung. Besonders Mädchen, die vergleichsweise früh in die Pubertät kommen, leiden unter den körperlichen Veränderungen. Kommentare zu ihrer heranwachsenden Brust empfinden sie als sehr unangenehm.

Jungs hingegen werden eher gehänselt, wenn sie zu den "Spätzündern" gehören und ihnen im Gegensatz zu ihren Altersgenossen noch keine Barthaare wachsen oder ihre Stimme nach wie vor kindlich klingt.

Während der Pubertät gibt es aber auch Parallelen zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen. Beide Geschlechter verschließen sich zunehmend vor ihren Eltern und suchen hingegen Anerkennung und Anschluss bei Gleichaltrigen.

Wenn aus Jungen Männer werden

Wichtige Untersuchungen
zur Vorsorge

So bleibt Ihr Kind gesund! Diese Vorsorgeuntersuchungen sind während der Pubertät wichtig.

  • Die Jugendgesundheitsuntersuchung J1

    Kinder zwischen 12 und 15 Jahren haben Anspruch auf die J1. Dabei sollen vor allem Funktionsstörungen der Schilddrüse, Wachstumsstörungen und eine zu frühe oder verspätete Pubertät ausgeschlossen werden. Neben dem körperlichen Check überprüft der Arzt auch die psychische Verfassung und befragt Ihr Kind zu Rauchen, Drogen oder Essstörungen. Die Kosten übernimmt die IKK classic vollständig.

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  • Die Jugendgesundheitsuntersuchung J2

    Zwischen 16 und 18 Jahren erstattet die IKK classic im Rahmen des Gesundheitskontos bis zu 61 Euro für die J2. Hier ist auch ein Gesundheits-Check-up möglich. Häufig werden Haltungsstörungen identifiziert oder Fragen zur Sexualität beantwortet. Die Jugendlichen sollen alleine zum Arzt gehen, um eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Für die Erstattung einfach die Rechnung bei der IKK einreichen.

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  • Erster Besuch beim Frauenarzt

    Die IKK classic übernimmt die Kosten für die ärztliche Beratung und Untersuchung zur Empfängnisverhütung. Frauen müssen erst ab Vollendung des 18. Lebensjahres die Zuzahlung für das verordnete Arzneimittel leisten. Der erste Besuch beim Gynäkologen kann drekt auch für die Impfung gegen Humane Papillomvieren (HPV) genutzt werden. Auch hier übernimmt die IKK classic die Kosten.

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