„Lass dich nicht von den Bettwanzen beißen!“ Diesen Spruch hören amerikanische Kinder oft, wenn ihre Eltern ihnen eine gute Nacht wünschen. Vielleicht wird der Satz auch bald bei uns zum täglichen Abendritual gehören. Denn die blutsaugenden Insekten befinden sich in Europa auf dem Vormarsch. Laut dem Schädlingsreport von 2025 steigen die Anfragen zur Bettwanzenbekämpfung.
Bettwanzen erkennen und bekämpfen: Bisse, Anzeichen und Hilfe
Sie sind klein, bissig und nur schwer wieder loszuwerden: Bettwanzen. In Deutschland waren die Parasiten lange Zeit nahezu verschwunden, inzwischen treten sie jedoch wieder häufiger auf. Oft breiten sie sich unbemerkt in Wohnungen und Unterkünften aus. Doch wie lässt sich ein Befall erkennen und wirksam bekämpfen? Wir geben Tipps.
- Was sind Bettwanzen und wo verstecken sie sich?
- Bettwanzen erkennen: typische Anzeichen für einen Befall
- Bettwanzenbisse erkennen: Aussehen und Symptome
- Wie gefährlich sind Bettwanzenbisse?
- Bettwanzenbisse behandeln: Was hilft gegen Juckreiz?
- Bettwanzen vorbeugen: Schutz für Zuhause und auf Reisen
- Bettwanzenbisse und -Stiche erkennen: So können sie aussehen
- Bettwanzen im Hotel: erkennen, melden und richtig reagieren
- Checkliste zum Download
- Bettwanzen bekämpfen: So werden Sie einen Befall los
- FAQ
Was sind Bettwanzen und wo verstecken sie sich?
Bettwanzen, auch Hauswanzen genannt, sind kleine, rötlich-braune Insekten, die bis zu 8,5 Millimeter groß werden. Mit ihrem ovalen, flachen Körper und den sechs Beinen ähneln sie einem Käfer und gehören zur Familie der Plattwanzen. Sie ernähren sich von menschlichem Blut und wenn sie die Möglichkeit haben, beißen sie etwa alle drei bis fünf Tage. Sie können allerdings auch bis zu ein Jahr lang ohne Nahrung überleben. Sie kommen auf der ganzen Welt vor und wurden sogar schon in über 2.000 Metern gefunden.
Anders als der Name suggeriert, leben die lästigen Insekten nicht nur in Betten. Die Tiere haben es gern wohlig warm und können sich auch auf Möbelstücken, Lichtschaltern, Steckdosen, Fußleisten oder in der Kleidung verstecken. In Städten mit starkem Befall werden sie sogar auf U-Bahn- oder Kino-Sitzen gesichtet. Und: Im Hotelzimmer verstecken sich die Schädlinge gern im Koffer und werden so zum unschönen Reisemitbringsel. Trotzdem ist ihnen die Matratze am liebsten, da sie dort direkten Zugang zu ihrer Nahrungsquelle haben.
Bettwanzen erkennen: typische Anzeichen für einen Befall
Die Wanzen sind klein, aber durchaus sichtbar. Auf Reisen ist deshalb ein sofortiger Check der Matratze und des Lattenrostes sinnvoll, bevor man sich im Zimmer häuslich einrichtet. Selbst wenn dort nichts krabbelt, können Kotspuren (schwarze oder braune Punkte; erinnern an Kaffeekrümel) oder Häutungsreste zu erkennen sein. Bei einem starken Befall ist außerdem ein Geruch nach Bittermandel möglich, den Sie wahrnehmen können, wenn Sie beispielsweise auf die Matratze klopfen. Spätestens durch Bisse auf der Haut und kleine Blutspuren im Bett ist der Befall zu erkennen. Sollte das der Fall sein, wenden Sie sich sofort an das Hotelpersonal.
Bettwanzenbisse erkennen: Aussehen und Symptome
Die Bisse von Bettwanzen sind kleine, flache Beulen oder Erhebungen auf der Haut. Es kommt sehr häufig zu Rötungen, Schwellungen und starkem Juckreiz. Anders als bei Mückenstichen treten mehrere Bisse dicht nebeneinander auf. Typisch sind drei Bisse hintereinander. Dieses Bild bezeichnet man als Cimikose. Bettwanzen treffen selten beim ersten Biss ihr Ziel, und da sie längere Wanderungen auf dem Körper vermeiden, entstehen oft Reihenstiche (auch Wanzenstraße genannt). Bisse an mehreren Körperstellen deuten auf mehrere Bettwanzen hin. Aber: 20 Prozent aller Menschen zeigen gar keine Reaktion auf die Wanzenbisse, selbst wenn sie in einem Bettwanzennest liegen.
Wie gefährlich sind Bettwanzenbisse?
Wirklich gefährlich sind die Bisse von Bettwanzen nicht. Anders als zum Beispiel Kakerlaken sind sie – auch wissenschaftlich – nicht als große Krankheitsüberträger bekannt.
Jedoch gibt es mittlerweile die Vermutung, dass Bettwanzen zumindest den Erreger der Chagas-Krankheit (Trypanosoma cruzi) durch ihren Kot übertragen können, wenn dieser durch Kratzen in die Bisswunde gelangt. Die Chagas-Krankheit ist vor allem in Lateinamerika verbreitet und es handelt sich dabei um einen Parasit, der in Muskel- und Herzgefäße eindringt und diese schädigt.
Bettwanzenbisse behandeln: Was hilft gegen Juckreiz?
Die Bisse klingen meist von selbst wieder ab. Das kann jedoch bis zu mehreren Wochen dauern. Der Juckreiz, der bei einigen sehr heftig ausfallen kann, ist am leichtesten mit einer Salbe, die Cortison oder Antihistaminika enthält, zu behandeln, genau wie bei Mückenstichen. Allerdings können die Stiche auch schwere Hautausschläge verursachen. Wenn die Haut nach einem Bettwanzenbiss Quaddeln ausbildet, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Dies könnte ein Zeichen für eine allergische Reaktion sein.
| Merkmal | Bettwanzenbisse | Mückenstiche | Flohbisse |
|---|---|---|---|
Häufige Stellen |
unbedeckte Körperstellen |
grundsätzlich überall |
häufig Beine und Knöchel |
Bettwanzen im Hotel: erkennen, melden und richtig reagieren
Die meisten von uns kommen mit Bettwanzen auf Reisen in Kontakt. Deshalb lohnt es sich, im Hotel-Zimmer ein paar Routine-Checks durchzuführen und in Ländern mit einer aktuellen Plage Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei.
Bettwanzen bekämpfen: So werden Sie einen Befall los
Sitzt der Schädling in der eigenen Wohnung, muss professionelle Hilfe her. Zwar gibt es Mittel wie zum Beispiel Bettwanzenspray für den Hausgebrauch, doch der Einsatz von solchen Insektiziden ist wenig sinnvoll.
Die hartnäckigen Parasiten lassen sich auch durch kein Hausmittel vertreiben und erfordern den Einsatz einer professionellen Schädlingsbekämpfung. Denn jedes noch so kleine Ei im letzten Winkel der Wohnung muss vernichtet werden, um die Tiere endgültig loszuwerden. Dafür werden die Räume stundenlang auf Temperaturen von über 50 Grad geheizt.
Rein rechtlich kommt – vom Amtsgericht Frankfurt erst im Juni 2021 bestätigt – der Vermieter für den Kammerjäger auf, da der Befall einen Mangel an der Mietsache darstellt.
FAQ
Können Bettwanzen von Mensch zu Mensch übertragen werden?
Eine direkte Übertragung durch Körperkontakt ist sehr unwahrscheinlich. Bettwanzen leben nicht dauerhaft auf Menschen, sondern verstecken sich meist in Betten, Möbeln, Ritzen oder hinter Fußleisten. Sie werden vor allem über befallene Gegenstände wie Koffer, Taschen, Kleidung oder Möbel verschleppt. In Ausnahmefällen kann sich jedoch eine Wanze auf der Kleidung befinden und so an einen anderen Ort gelangen.
Können Bettwanzen fliegen oder springen?
Nein. Bettwanzen haben keine funktionsfähigen Flügel und können weder fliegen noch springen. Sie bewegen sich krabbelnd fort und können dabei überraschend schnell sein.
Können Bettwanzen in Kleidung leben?
Bettwanzen können sich vorübergehend in Kleidung verstecken, insbesondere in Nähten, Falten oder Taschen. Kleidung ist jedoch nicht ihr bevorzugter Lebensraum. Meist halten sie sich in geschützten Ritzen und Spalten in der Nähe des Schlafplatzes auf. Befallene Kleidungsstücke sollten nur nach Rücksprache mit dem Schädlingsbekämpfer aus dem Raum gebracht und entsprechend behandelt werden.
Wie schnell vermehren sich Bettwanzen?
Unter günstigen Bedingungen können sich Bettwanzen innerhalb weniger Wochen deutlich vermehren. Die Weibchen legen fortlaufend Eier ab, aus denen sich über fünf Larvenstadien erwachsene Tiere entwickeln. Temperatur und Nahrungsangebot beeinflussen die Geschwindigkeit. Nach einigen Monaten kann die Population so groß sein, dass der Befall scheinbar explosionsartig zunimmt.
Kann man Bettwanzen mit bloßem Auge sehen?
Ja. Erwachsene Bettwanzen sind meist etwa vier bis sechs Millimeter lang und damit mit bloßem Auge erkennbar. Vollgesogen können sie noch größer werden. Die rötlich-braunen, flachen Tiere verstecken sich allerdings tagsüber gut. Eier und junge Larven sind mit ungefähr einem Millimeter wesentlich schwerer zu entdecken.
Muss man bei Bettwanzen die Matratze wegwerfen?
Nein, eine befallene Matratze muss normalerweise nicht entsorgt werden. Unkontrolliertes Wegwerfen kann Bettwanzen sogar im Gebäude verbreiten. Zudem befinden sich die Tiere häufig nicht nur in der Matratze, sondern auch im Bettgestell, hinter Fußleisten oder in anderen Verstecken. Ob eine Matratze behandelt oder tatsächlich entsorgt werden sollte, entscheidet am besten der Schädlingsbekämpfer.
Können Haustiere Bettwanzen übertragen?
Eine Übertragung durch Haustiere ist eher unwahrscheinlich. Bettwanzen können zwar auch Hunde, Katzen oder andere warmblütige Tiere stechen, leben jedoch nicht wie Flöhe dauerhaft in deren Fell. Verschleppt werden können sie allenfalls indirekt, beispielsweise über Tierdecken, Körbchen oder Transportboxen.
Wie lange dauert eine professionelle Bettwanzenbekämpfung?
Die Bekämpfung dauert häufig mehrere Wochen. Bei einer Behandlung mit Insektiziden sind meist mehrere Termine erforderlich, weil sich manche Tiere in schwer erreichbaren Verstecken befinden und die Eier vergleichsweise widerstandsfähig sind. Thermische Verfahren können unter Umständen schneller wirken. Wie lange die Bekämpfung insgesamt dauert, hängt unter anderem von der Stärke und Ausdehnung des Befalls sowie vom eingesetzten Verfahren ab. Auch danach sind sorgfältige Kontrollen notwendig.
Quellenangaben
- schaedlingshero.de: Schädlingsreport 2025