Ein Schub hat nicht immer einen erkennbaren Auslöser. Zu möglichen Triggern gehören Infekte, Stress, Verletzungen der Haut, Reibung, Sonnenbrand und bestimmte Medikamente. Auch hormonelle Veränderungen oder kalte, trockene Winterluft können das Hautbild beeinflussen.
„Bei einer Neuverordnung kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob ein Medikament möglicherweise einen ungünstigen Einfluss auf die Psoriasis haben kann“, sagt der Experte. Auch Betablocker würden seit Langem als mögliche Auslöser oder Verstärker diskutiert. Verordnete Medikamente sollten jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden. Besprechen Sie einen entsprechenden Verdacht mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Faktoren eine Rolle spielen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein Symptomtagebuch kann helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Notieren Sie beispielsweise Hautzustand, Infekte, Stressphasen, Ernährung, Alkoholkonsum, neue Medikamente und Veränderungen der Pflege. Vermeiden Sie jedoch nicht vorsorglich zahlreiche Lebensmittel oder alltägliche Aktivitäten, ohne einen Zusammenhang feststellen zu können. „Nicht jeder Schub hat einen klar erkennbaren Auslöser“, betont Professor Nast.
Auch Stress kann den Krankheitsverlauf beeinflussen. „Ein guter Umgang mit Stress ist eine sinnvolle Ergänzung der medizinischen Behandlung. Dabei geht es nicht darum, vollkommen stressfrei zu leben“, erklärt der Experte. Zur Stressreduktion seien beispielsweise Achtsamkeits- und Entspannungstechniken geeignet. „Sie können die psychische Belastung verringern und die Lebensqualität verbessern. In einigen Untersuchungen zeigte sich darüber hinaus auch ein günstiger Effekt auf die Psoriasis.“
Regelmäßige körperliche Aktivität und ausreichender Schlaf sind ebenfalls sinnvoll. Bei ausgeprägter Angst, depressiver Stimmung oder starkem sozialen Rückzug sollte psychotherapeutische oder ärztliche Unterstützung in Anspruch genommen werden. Professor Nast stellt klar: „Das bedeutet keineswegs, dass die Psoriasis eine psychisch verursachte Erkrankung ist. Sie ist eine entzündliche Erkrankung, deren Verlauf aber unter anderem durch Stress beeinflusst werden kann.“
Eine spezielle Psoriasis-Diät, die Schübe zuverlässig verhindert, gibt es nicht. Empfehlenswert ist eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbetonte Ernährung mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen. Hochverarbeitete Lebensmittel sollten möglichst selten auf dem Speiseplan stehen. Der Experte ergänzt: „Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die Vermeidung hochverarbeiteter Lebensmittel und die vermehrte Aufnahme von Nahrungsmitteln mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren können einen positiven Einfluss haben.“
Übergewicht kann die Schwere der Psoriasis und das Ansprechen auf die Behandlung beeinflussen. „Es konnte gezeigt werden, dass die gleichen Therapien, begleitet von einer Gewichtsreduktion, eine bessere Wirkung zeigten“, so Professor Nast. Eine Gewichtsabnahme kann bei starkem Übergewicht daher möglicherweise die Beschwerden lindern und zugleich die allgemeine Gesundheit verbessern.
Zusätzlich sind Rauchverzicht, regelmäßige Bewegung und ein guter Umgang mit Stress sinnvoll. „Diese Maßnahmen können nicht nur für die Psoriasis, sondern auch für die allgemeine Gesundheit von Vorteil sein“, fasst der Experte zusammen.