Zähneknirschen: Ursachen, Folgen und Möglichkeiten der Behandlung

Vom Zähneknirschen bekommt man selbst meistens nichts mit. Es passiert unbewusst in der Nacht. Aber die Auswirkungen können tagsüber umso unangenehmer sein.

Was passiert beim Zähneknirschen?

Wer mit den Zähnen knirscht, übt mit der Kaumuskulatur bis zu zehn Mal mehr Druck aus, als beim Essen. Bruxismus nennen Fachleute es, wenn Menschen ihren Ober- und Unterkiefer unbewusst fest aneinander pressen oder reiben. Bis zu 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter Druck kann der Kiefer dabei aufbauen. Der Kaumuskel ist nämlich der stärkste Muskel im menschlichen Körper.

In der Regel passiert das Knirschen nachts im Schlaf. Es kann bis zu 45 Minuten andauern. Es gibt aber auch Patienten, die unbewusst tagsüber mit den Zähnen knirschen. Dabei handelt es sich um den sogenannten Wach-Bruxismus.

Welche Folgen können eintreten?

Zähneknirscher bemerken meist gar nicht, welchen Anstrengungen sie sich in der Nacht aussetzen. Vielleicht registrieren sie, dass der Kiefer nach dem Schlaf verspannt ist. Oft macht aber erst der Partner oder die Partnerin auf das Knirschen aufmerksam. Oder der Zahnarzt. Zahnärzte erkennen Zähneknirschen an abgeschliffenen Zähnen, Zahnfehlstellungen oder sogar Rissen und Frakturen. Im schlimmsten Fall ist sogar Zahnersatz nötig. Denn das Gebiss wird auf Dauer durch den großen Druck geschädigt.

Außerdem kann sich diese nächtliche Anspannung im Kiefer auch auf andere Körperteile auswirken: Knirschen kann Symptome wie Kopfschmerzen und Migräne, Verspannungen im Nacken, Schmerz in der Kaumuskulatur oder Tinnitus hervorrufen.

Was sind die Ursachen für Zähneknirschen?

Jeder zweite Deutsche knirscht laut Bundeszahnärztekammer im Laufe seines Lebens mit den Zähnen. Nur bei 20 Prozent wird Bruxismus aber zu einem dauerhaften Phänomen mit negativen Folgen für die Gesundheit. Dann findet das Zähneknirschen über einen längeren Zeitraum statt. Frauen sind übrigens häufiger betroffen als Männer. Vor allem in der sogenannten Rush Hour des Lebens, zwischen 30 und 45 Jahren, tritt Zähneknirschen auf. Kein Wunder, denn Stress ist eine Hauptursache.

Auch seelische Belastungen und emotionales Ungleichgewicht können sich in Zähneknirschen äußern. Die Ursachen für Bruxismus sind individuell sehr unterschiedlich. Neben Stress und psychologischen Ursachen gibt es auch Menschen, die auf Atmungsstörungen, Medikamente oder Genussmittel wie Alkohol mit Knirschen reagieren.

Relativ normal ist es, wenn Kinder mit den Zähnen knirschen. Gerade wenn das Gebiss noch im Entstehen ist, schleifen sich die Zähne dadurch ein. Bei Milchzähnen ist das noch nicht bedenklich, bei älteren Kindern sollten aber die Ursachen abgeklärt werden. Denn auch bei ihnen können Symptome wie Kopfschmerzen, Verspannungen, Zahnfehlstellungen und andere Beschwerden auftreten.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ist eine psychische Belastung der Grund für das Zähneknirschen, sollte man auf jeden Fall versuchen, die Stressoren zu beseitigen. Oder Methoden und Entspannungstechniken zu finden, um den Stress besser zu bewältigen. Um die Ursachen für das Zähneknirschen herauszufinden, kann daher auch eine psychologische Beratung oder Therapie hilfreich sein.

Gleichzeitig ist es wichtig, das Symptom des Zähneknirschens zu behandeln. Denn die nächtliche Schädigung der Zähne sollte schnellstmöglich gestoppt werden. Dazu ist eine zahnärztliche Behandlung nötig. Patienten erhalten beim Zahnarzt eine sogenannte Aufbissschiene. Sie ist aus weichem oder hartem Kunststoff und wird individuell angefertigt und angepasst. In der Regel lässt der Zahnarzt die durchsichtige Zahnschiene für den Unterkiefer anfertigen. Getragen wird sie in der Nacht, bei sehr starkem Knirschen auch tagsüber. Die Aufbissschiene sorgt dafür, dass die Zähne nicht mehr direkt aneinander reiben. So trägt das Gebiss keinen weiteren Schaden davon und Fehlstellungen werden vermieden. Auch das Kiefergelenk wird entlastet. 

Das müssen Sie zur Aufbissschiene wissen

Bei einer Schiene, die das Zähneknirschen verhindern soll, handelt es sich nicht um eine klassische Zahnspange, sondern um ein medizinisches Hilfsmittel zum Schutz des Gebisses. Auch wenn eine Zahnschiene das Symptom behandelt und nicht die Ursachen des Bruxismus beseitigt, hat sie den Vorteil, dass sie meist sehr schnell Erfolge bringt. Rasch merken die Patienten, dass Schmerzen im Kopf oder Kiefer und ähnliche Symptome deutlich nachlassen.

Die Zahnschiene ist transparent, aus hartem Kunststoff und stört im Normalfall nicht beim Schlafen. Sie verhindert das Zähneknirschen und sorgt häufig dafür, dass die Kaumuskeln in der Nacht nicht mehr so stark arbeiten. Der Zahnarzt erstellt eine individuell angepasste Schiene anhand eines Zahnabdrucks.

Die Kosten für diese Behandlung übernimmt die IKK classic. Daneben gibt es auch Schienen aus weichem Kunststoff, die bei einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) helfen. CMD kann als Folge von Bruxismus entstehen, wenn die Kaumuskulatur so stark verspannt ist, dass die Beweglichkeit des Kiefers eingeschränkt ist. Auch für diese Zahnschienen kommt die IKK classic auf.

Wenn der Patient eine adjustierte Schiene möchte, fallen zusätzliche Kosten an, die privat zu zahlen sind. Eine solche Knirschschiene verändert durch kleine Kerben und Rillen die Position des Kiefers. So wird die Muskulatur im Kiefer gelockert und entspannt.

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