Fitness-Tracker: Mehr als nur Schrittzähler

Wer fit ist, fühlt sich besser. Genauer gesagt: wer sich ausreichend bewegt, gesund ernährt und genügend schläft. Was Apps und Fitness-Tracker schon heute erfassen können und worauf man lieber verzichten sollte.

Dass man täglich 10.000 Schritte laufen und acht Stunden schlafen sollte, wissen viele. Doch wer weiß schon genau, ob er das jeden Tag auch schafft? Apps und Fitness-Tracker können dabei helfen, die eigene Gesundheit im Blick zu halten – als Schrittzähler, Pulsmesser, zum Erfassen der Herzfrequenz, Optimierung des Fitnesstrainings und beim Einhalten des Schlafrhythmus. Und zwar ohne großen Zeitaufwand.

Der Markt für E-Health wächst

Apps und andere digitale Geräte aus dem Bereich E-Health liegen voll im Trend. Egal ob Fitness-Apps, Health-Apps, Fitness-Tracker oder eine Smartwatch mit integrierter Fitnessfunktion – jeder kann seine Gesundheitsdaten jederzeit erfassen und von überall auf der Welt darauf zugreifen.

Laut dem Global Consumer Survey von 2017 liegt die Begeisterung für die digitalen Helfer in Deutschland zwar etwas unter dem weltweiten Durchschnitt. Doch mit knapp 40 Prozent nutzen bereits vier von zehn Befragten das digitale Angebot. Am beliebtesten bei ihnen sind Fitness-Apps, die beispielsweise die Herzfrequenz oder den Blutdruck messen. Diese werden von rund 20,9 Prozent der Deutschen verwendet, dicht gefolgt von Fitness-Trackern (15,2 Prozent) wie mit Sensoren ausgestatteten Fitness-Armbändern. Zum Vergleich: Weltweit nutzen 30,3 Prozent respektive 16,6 Prozent der Befragten Fitness-Apps und Fitness-Tracker. An der Spitze liegen nicht etwa westliche Industrienationen, sondern Brasilien, China, Indien, Kolumbien, Südafrika und die Türkei. Am skeptischsten stehen der Nutzung neben den deutschen Befragten Japaner, Franzosen und Niederländer gegenüber.

Welche digitalen Fitness-Angebote gibt es?

Wer im App Store von Apple oder im Play Store von Google nach dem Stichwort "Fitness" sucht, hat die Qual der Wahl: Vom individuell ausgearbeiteten Trainingsplan für ambitionierte Läufer über High-Intensity-Workouts für zu Hause bis zu Kombinationen aus Ernährung, Bewegung und Schlaf ist quasi alles dabei. Für viele dieser oftmals kostenlosen Apps braucht man weder ein Fitness-Studio noch einen Personal Trainer. Alles, was zum Start nötig ist, ist ein Smartphone.

Spazieren, Laufen, Joggen

Für Einsteiger, die einfach mehr Bewegung in ihren Alltag integrieren wollen, eignen sich sogenannte Schrittzähler. Auf vielen Smartphones wie dem iPhone oder den aktuellen Modellen von Samsung sind sie bereits vorinstalliert. Es gibt aber auch ein breites Angebot an kostenlosen Apps, zum Beispiel den Noom Walk Schrittzähler. Auch die meisten Fitness-Armbänder, darunter Fitbit, und die gängigen Smartwatches zeichnen die Schritte ebenfalls auf.

Auch für Fortgeschrittene, die beispielsweise für einen 10-km-Lauf trainieren, gibt es eine gute Auswahl. Am bekanntesten ist wohl die App Runtastic, die es sowohl in einer Gratis- als auch einer Pro-Version gibt. Neben der Tracking-Funktion bietet sie ihren Nutzern die Möglichkeit, einen Trainingsplan aufzustellen. Wer will, kann sich zudem mit anderen Mitgliedern der Community vernetzen, Lieblingsstrecken teilen oder sich gegenseitig motivieren.

Wer Fitness-Apps als Ersatz für eine Mitgliedschaft im Fitness-Studio nutzen möchte, kann sich mit ihrer Hilfe einen individuellen Trainingsplan aufstellen lassen, zum Beispiel mit dem Loox Fitness Planer. Auch hier gibt es diverse kostenlose Optionen. Aber auch das ist wahr: Je mehr Funktionen die App haben soll, umso wahrscheinlich ist es, dass sie kostenpflichtig ist.

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Apps für eine gesündere Ernährung

Beliebt sind aber auch Apps, die dem Nutzer helfen, sein Gewicht zu halten, es zu reduzieren oder mithilfe einer gezielten Ernährung Muskeln aufzubauen. Diese Apps zählen Kalorien oder liefern Informationen, wie viel Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett ein bestimmtes Lebensmittel enthält. Häufig gehört zum Angebot auch eine Rezeptdatenbank. Wer abnehmen möchte, kann beispielsweise MyFitnessPal nutzen, um Kalorien zu zählen. Erfasst wird alles, was man gegessen hat – entweder scannt man den Barcode oder gibt die Informationen manuell ein. In der Datenbank der kostenlosen App sind mehr als 6 Millionen Nahrungsmittel hinterlegt.

Mit der Freeletics Nutrition App kommen diejenigen auf ihre Kosten, die bereits ein, zwei oder fünf Schritte weiter sind: Denn hier wird Clean Eating großgeschrieben. Mit der App hat man Zugriff auf jede Menge Rezepte, zum Beispiel Protein-Pancakes oder vegane Zoodles mit Tofu. Die gesamte Datenbank ist jedoch nur mit der kostenpflichtigen Version der App verfügbar.

Besser schlafen dank Tracking

Wie wichtig Schlaf für unsere Gesundheit ist, wurde lange unterschätzt. Aber: Damit unser Körper zu sportlichen und geistigen Höchstleistungen auflaufen kann, müssen wir unsere Batterien aufladen. Denn nur wer sich in der Nacht gut erholt, kann am nächsten Morgen auch durchstarten. Die Gratis-App Sleep Better etwa funktioniert so: Das Smartphone wird in den Flugmodus geschaltet und neben das Kopfkissen gelegt. Das Programm zeichnet ähnlich wie in einem Schlaflabor auf, wie gut man schläft, sprich: ob man in einen tiefen Schlaf findet, ausreichend Stunden schläft oder wie lange die Wachphasen sind. Wie das funktioniert? Das Smartphone reagiert auf leichte Bewegungen der Matratze. Auch cool: Die App weckt einen in der richtigen Schlafphase, reißt einen also nicht aus dem Tiefschlaf.

Mit Fitness-Trackern, die man am Handgelenk trägt, können Schlafdauer und Schlafphasen noch genauer aufgezeichnet werden. Die App Sleep as android – die am häufigsten heruntergeladene Schlaf-App – bietet darüber hinaus Töne und Musik, die beim Einschlafen helfen sollen. Und: Mit ihrer Hilfe kann man herausfinden, ob man schnarcht. Sie funktioniert auch in Kombination mit Smartwatches oder mit der Gesundheitsplattform Google Fit.

Fitness-Tracker und Datenschutz

Die Gründe gegen die Nutzung von Wearables wie Fitness-Armbändern sind vielfältig: Während manche Deutsche Angst vor dem Missbrauch persönlicher Daten, etwa ihrer Positionsdaten (30 Prozent) oder persönlichen Gesundheit (29 Prozent) haben, fürchten andere falsche Diagnosen (22 Prozent), die Weitergabe der Daten an den Arbeitgeber (5 Prozent) oder hohe Anschaffungsgebühren (17 Prozent).

Die Angst ist nicht vollkommen unbegründet. Kein Service ist wirklich kostenlos. Die Unternehmen greifen auf die Daten zu, um ihr Angebot weiterzuentwickeln. Deswegen werden Fitness-Tracker hierzulande regelmäßig getestet. Neben dem allgemeinen Datenschutz und der App-Sicherheit untersucht AV Test, ein unabhängiges deutsches Forschungsinstitut für IT-Sicherheit auch die externe und interne Kommunikation, das heißt, wie sicher die (Bluetooth-)Verbindung des Fitness-Trackers zum Smartphone ist. Wie gut sind die Daten auf den verfügbaren Fitness-Trackern also vor Angriffen geschützt? Die schnelle Antwort: Besser als gedacht. Nur ein Gerät, der HW01 von Lenovo, fiel bei der letzten Untersuchung von AV Test durch. Alle anderen zwölf getesteten Fitness-Tracker genügen den Sicherheitsbestimmungen – acht sogar mit Bestnoten.

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