Depressionen rauben Energie, erschweren selbst einfachste Aufgaben im Alltag und können sowohl Betroffene als auch die ihnen nahestehenden Menschen schwer belasten. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und betreffen Menschen jeden Alters. Die Folgen sind gravierend: Laut Deutscher Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) gehören psychische Erkrankungen zu den Hauptursachen für den Verlust gesunder Lebensjahre und verkürzen die Lebenserwartung durchschnittlich um etwa zehn Jahre. Trotz wachsender Aufklärung bleibt die Versorgung für Betroffene oft schwierig – genau hier setzt die IKK classic an.
Raus aus der Depression: Hilfsangebote der IKK classic
Depressionen betreffen immer mehr Menschen. Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat fast jede zweite Person in Deutschland Erfahrung damit – entweder selbst oder im Umfeld. Der Weg aus der Erkrankung ist oft schwer und teilweise von langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz geprägt. Doch es gibt Unterstützung: Mit Programmen wie „valecura plus” bietet die IKK classic gezielte Hilfe.
Depressionen als wachsende Herausforderung: Zahlen und Fakten
Die Zahl der Depressionserkrankungen hat einen neuen Höchststand erreicht: „Die administrative Prävalenz, die Häufigkeit einer diagnostizierten Depression unter gesetzlich Versicherten, hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Zuletzt – mit Zahlen aus dem Jahr 2024 – lag sie bei 17 Prozent“, sagt Jasmin Buchberger, M.Sc.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin. Besonders alarmierend ist der zunehmende Trend bei jüngeren Menschen. „Hier spielt unter anderem die exzessive Nutzung sozialer Medien eine Rolle, die mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Die höchsten Fallzahlen liegen jedoch bei der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen vor“, erklärt sie.
Wirtschaftliche Unsicherheit, soziale Belastungen, Stress im Job, weltpolitische Konflikte – die Liste der Auslöser für Depressionen ist lang. Auch die Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen. „Ein weiterer wichtiger Punkt ist die zunehmende Einsamkeit, die sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirkt“, ergänzt Buchberger. „Das betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern zieht sich durch alle Altersgruppen.“
Und trotzdem finden laut DGPPN-Basisdaten nur knapp ein Fünftel der psychisch Erkrankten professionelle Unterstützung: „Viele Betroffene schämen sich oder haben Angst, Hilfe zu suchen. Zudem erschweren hohe Hürden und lange Wartezeiten den Zugang zum Versorgungssystem und somit zu einer professionellen Behandlung. Dabei ist eine frühzeitige Behandlung für den Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg von zentraler Bedeutung“, betont die Psychotherapeutin.
Warum KI-Tools wie ChatGPT keine Therapie ersetzen können
Schnell, rund um die Uhr verfügbar und ohne Schamgefühle: Chatbots wie ChatGPT oder Claude erscheinen auf den ersten Blick als einfache Lösung für psychische Probleme. Junge Menschen suchen zunehmend bei solchen „KI-Therapeuten“ Rat. Dem Deutschland-Barometer Depression zufolge haben im Jahr 2025 bereits 78 Prozent der an Depressionen erkrankten Personen im Internet nach Informationen zu ihrer Krankheit recherchiert. 17 Prozent der Betroffenen informieren sich gezielt über KI-Tools oder soziale Medien. Doch wie zuverlässig sind sie wirklich?
„Bei Chatbots gibt es mehrere Probleme: Zum einen hängt die Qualität der Antworten davon ab, wie die Nutzerinnen und Nutzer ihre Fragen formulieren, also davon, welche Prompts in den Dialogen mit der KI verwendet werden. Zum anderen entsprechen die Empfehlungen dieser KIs häufig nicht den therapeutischen Richtlinien“, warnt Jasmin Buchberger. Besonders gefährlich wird es, wenn Chatbots darauf programmiert sind, den Nutzerinnen und Nutzern zuzustimmen. „Gerade bei psychischen Problemen kann das gefährlich sein – etwa, wenn depressive Überzeugungen oder suizidale Gedanken durch die KI bestärkt werden“, so Buchberger.
KI-Chatbots in der Therapie: Fehlende Diagnostik und Verantwortung
Bei der Beurteilung psychischer Erkrankungen zeigt sich deutlich, wo künstliche Intelligenz an ihre Grenzen stößt. „Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass KIs bei Anwendung durch Laien in etwa zwei Dritteln der Fälle falsche Diagnosen stellen. Eine fundierte Diagnostik erfordert den Blick einer Expertin oder eines Experten, die bzw. der Symptome ganzheitlich bewertet, alternative Erklärungsmöglichkeiten für die Beschwerden abwägt und eine sorgfältige Differenzialdiagnostik durchführt. Das kann eine KI derzeit nicht leisten“, erklärt die Psychotherapeutin.
Hinzu kommen sogenannte Halluzinationen: „Die KI generiert Antworten, die sehr überzeugend klingen und plausibel erscheinen, aber falsche, unvollständige oder sogar schädliche Informationen enthalten können. Für Laien ist es oft schwer zu erkennen, ob eine Information korrekt ist“, sagt Buchberger. Besonders bei komplexen Erkrankungen birgt das ein erhebliches Risiko, denn für mögliche Folgen trägt die KI keine Verantwortung.
AU-Fallmanagement: Individuelle Begleitung zurück ins Erwerbsleben
Berufliche Ausfallzeiten haben vielfältige Ursachen – dazu können auch psychische Erkrankungen gehören. Wenn Versicherte aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung vorübergehend nicht arbeiten können, stellt sich die Frage, wie der Wiedereinstieg gelingen kann. Genau hier setzt das AU-Fallmanagement der IKK classic an: Es begleitet Versicherte mit individuell abgestimmten Angeboten und persönlicher Unterstützung auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsalltag.
„In dieser Phase stehen wir unseren Versicherten zur Seite. Wir schaffen zunächst einen sicheren Rahmen, in dem wir gemeinsam sortieren, was im Moment am wichtigsten ist. Es geht darum, wieder Stabilität zu gewinnen und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Rückkehr ins Berufsleben zu schaffen“, erklärt Daniela Kofferath, Fachbereichsleiterin Zentrale Aufgaben Entgeltersatzleistungen bei der IKK classic.
Was das AU-Fallmanagement bietet:
Das AU-Fallmanagement der IKK classic bietet vielseitige Leistungen, die passgenau auf die Bedürfnisse der Versicherten zugeschnitten sind:
Persönliche Beratung und Begleitung
„Die Versicherten haben bei uns immer eine feste Ansprechperson, die sie durch die gesamte Zeit begleitet und verlässlich an ihrer Seite bleibt“, betont Kofferath. Der direkte Kontakt ist entscheidend, da jede Situation individuell ist und maßgeschneiderte Lösungen erfordert.
Individuelle Einschätzung und Planung
In persönlichen Gesprächen prüfen AU-Fallmanagerinnen und -manager, welche Schritte nötig sind, um die Genesung zu fördern. Auf dieser Grundlage wird gemeinsam geplant, welche Maßnahmen im jeweiligen Fall hilfreich sein können – immer orientiert an der individuellen Situation der Versicherten.
Koordination und Organisation
Das AU‑Fallmanagement unterstützt Versicherte dabei, in einer oft komplexen Situation den Überblick zu behalten und die für sie passenden Schritte zu gehen. „Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es wichtig, dass Abläufe nachvollziehbar bleiben und Informationen gut zusammengeführt werden“, erläutert Kofferath. „Wir helfen dabei, Strukturen zu schaffen, damit die einzelnen Schritte sinnvoll aufeinander aufbauen. Das entlastet die Betroffenen und macht vieles überschaubarer.“
Je nach individueller Situation kann das Team unterschiedliche Unterstützungsangebote anstoßen oder begleiten – etwa bei der Beantragung von Leistungen, der Nutzung von Beratungs- und Hilfsangeboten oder bei Maßnahmen, die die Rückkehr ins Berufsleben erleichtern.
valecura plus: Schnelle Hilfe bei Depressionen
Eine zentrale Rolle spielt dabei valecura plus, ein exklusives Versorgungsangebot der IKK classic für Menschen mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen. „Viele Betroffene haben sonst lange Wartezeiten auf Therapieplätze – bei valecura plus bekommen sie ohne große Verzögerung Termine und damit deutlich früher die Unterstützung, die sie brauchen“, erklärt Daniela Kofferath.
Das Programm kombiniert persönliche Betreuung mit digitaler Unterstützung. Dazu gehören regelmäßige telefonische Gespräche mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie ein interaktives Online-Programm, mit dem die Teilnehmenden flexibel und eigenständig arbeiten können.
Als hochwirksame besondere Versorgung unterstützt valecura plus Betroffene dabei, ihre psychische Gesundheit langfristig zu stabilisieren – professionell und kostenlos für Versicherte der IKK classic.
Wie lange dauert valecura plus?
Das Programm läuft – je nach individuellem Bedarf – bis zu sechs Monate und endet automatisch, ohne dass eine Kündigung erforderlich ist. „Wichtig ist: Unsere Begleitung beginnt oft schon vor der Teilnahme, wenn wir gemeinsam schauen, welches Angebot am besten passt. Und sie endet auch nicht automatisch nach diesen sechs Monaten. Wir bleiben auch danach ansprechbar und begleiten weiter, solange es für die versicherte Person hilfreich ist. So entsteht ein durchgängiger Prozess, der Sicherheit gibt und nicht abrupt endet“, erklärt die Fachbereichsleiterin bei der IKK classic Daniela Kofferath.
Wie bekomme ich persönliche Unterstützung? So einfach geht’s
Versicherte können die Hilfe des AU-Fallmanagements ganz unkompliziert nutzen. Eine Kontaktaufnahme ist jederzeit möglich – ob telefonisch, schriftlich oder per E-Mail. „Wir stimmen gemeinsam mit den Versicherten ab, welche Unterstützung in ihrer jeweiligen Situation sinnvoll ist“, so Kofferath. „Dabei zeigen wir auf, welche Angebote infrage kommen und welche nächsten Schritte notwendig sind.“
Fazit: Frühzeitige Hilfe nutzen
Depressionen sind behandelbar. Je früher Sie Unterstützung erhalten, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Die IKK classic bietet mit Programmen wie valecura plus schnelle und umfassende Hilfe für alle Versicherten. Nutzen Sie diese Angebote, um Ihre psychische Gesundheit zu stärken und wieder mehr Lebensqualität zu erlangen.
Quellenangaben
- deutsche-depressionshilfe.de: Deutschland-Barometer Depression
- dgppn.de: Basisdaten Psychische Erkrankungen