Sie kommt leise und entwickelt sich schleichend: Parodontitis zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Laut der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) leiden rund 14 Millionen Menschen in Deutschland an einer schweren, behandlungsbedürftigen Form von Parodontitis. Besonders alarmierend: Bereits bei fast jeder fünften Person im Alter zwischen 35 und 44 Jahren (17,5 Prozent) sind weit fortgeschrittene Stadien nachweisbar.
Trotz der Häufigkeit wird die Krankheit oftmals unterschätzt. „Ein großes Problem ist, dass Parodontitis – im Gegensatz zu vielen anderen Entzündungen – keine Schmerzen verursacht“, erklärt Prof. Dr. Bernadette Pretzl, leitende Oberärztin der Poliklinik für Parodontologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und Präsidentin elect der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO). „Viele Betroffene bemerken die Erkrankung erst sehr spät und suchen deshalb nicht rechtzeitig zahnärztliche Hilfe. Umso wichtiger ist es, mehr Prävention und Aufklärung zu betreiben sowie regelmäßige parodontale Screenings durchführen zu lassen.“